Fachhochschule St. Pölten

Gesünder leben mit Medical Apps?

| Redakteur: Peter Reinhardt

Schnittstelle zwischen Medientechnik und Gesundheit: In einem Projekt an der FH St. Pölten wird die Herzfrequenz beim Sport gemessen und davon abhängig bestimmte Musik in die Kopfhörer gespielt.
Schnittstelle zwischen Medientechnik und Gesundheit: In einem Projekt an der FH St. Pölten wird die Herzfrequenz beim Sport gemessen und davon abhängig bestimmte Musik in die Kopfhörer gespielt. (Bild: FH St. Pölten)

Smartphone- und Tablet-Applikationen werden in Zukunft weitreichende Dienste bei der medizinischen Versorgung leisten. Tools für chronisch Kranke, Online-Medikamenten-Checks oder regelmäßige Vitalparameterkontrollen via digitale Technologien sind erst der Anfang einer grundlegenden Veränderung in medizinischen Versorgungssystemen.

Digital Healthcare ist ein junges interdisziplinäres Fach und beschäftigt sich mit dem Einsatz digitaler Medien und Technologien im Gesundheitswesen. Ziel ist die Unterstützung von diagnostischen und therapeutischen Prozessen durch Innovation und Entwicklung.

Ab dem Wintersemester 2014/2015 bildet der berufsbegleitend angebotene interdisziplinäre Studiengang Digital Healthcare an der Fachhochschule St. Pölten für dieses Feld aus. Ausgangspunkt des Studiengangs ist der Innovations- und Entwicklungsprozess für neue Lösungen im Gesundheitsbereich. Die Schwerpunkte sind Digitale Technologien und Motion & Activity. Der Studiengang ist international ausgerichtet und wird bilingual in Deutsch und Englisch abgehalten.

Studiengangsleiter Helmut Ritschl im Interview

Im Folgenden ein Interview mit Studiengangsleiter Helmut Ritschl. Er hat Radiologietechnologie, Medienpädagogik, Wissensmanagement und Gesundheits- und Pflegewissenschaften studiert und leitet seit 1. April den Studiengang Digital Healthcare an der FH St. Pölten.

Herr Ritschl, was muss ich mir unter Digital Healthcare vorstellen?

Im medizinischen Kontext verwenden wir im Gesundheitswesen immer mehr Informations- und Kommunikationstechnologie. Es geht um das Bereitstellen von Information, Verknüpfung von Daten und die Kommunikation zwischen Ärzten sowie Personen aus den Gesundheitsberufen mit Patienten. Die bekanntesten Beispiele sind das Messen von Blutdruck und Blutzucker oder Schlafmonitoring – und das gestützt durch Smartphones und Tablets. Es ist möglich, diese Daten zu vernetzen, sodass Ärzte sowie Personen aus den Gesundheitsberufen rasch und effizient therapeutische und diagnostische Maßnahmen treffen können.

Wo kann ich das als Patientin oder Patient wahrnehmen?

Prinzipiell sind alle Patienten unabhängig vom Alter betroffen. Im geriatrischen Bereich zum Beispiel im Ambient Assisted Living, bei dem Technik alte Patienten im Alltag unterstützt.

Ergänzendes zum Thema
 
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Stichwort ältere Menschen und neue Technologien: Könnte sich hier vielleicht eine Bedienungsscheu dazugesellen, die man in der Konzeption berücksichtigen muss?

Die Barrieren bei der Verwendung solcher Technik sind ein Forschungsthema. Es ist aber nicht per se so, dass ältere Personen andere Hemmschwellen haben als Jugendliche. Sie haben eine andere Kultur beziehungsweise eine andere Lebensweise. Auf diese Bedürfnisse müssen wir uns einstellen. Dass ältere Menschen mit neuer Kommunikationstechnik nichts am Hut haben, ist aber nicht der Fall. Im Gegenteil: Sie sind sehr neugierig und wissbegierig und freudig bei der Sache, weil ihnen die Technik im Alltag hilft.

Immer häufiger sieht man Pulszähler auf dem Handy oder auch dem Tablet. Werden uns diese Geräte helfen, gesünder zu leben?

Nein, aber sie helfen uns, den Alltag und unser Bewusstsein für Gesundheit neu zu gestalten. Es geht auch nicht darum, dass man besser überwacht wird. Persönliche Daten werden nicht weitergegeben. Es geht vielmehr darum, wie man seinen Blutdruck senken, sein Gewicht reduzieren, seine Kondition verbessern kann. Hier unterstützen neue Informations- und Kommunikationstechnologien, indem Daten verständlich aufbereitet werden und therapeutische Ziele dadurch leichter erreicht werden können.

Der Studiengang Digital Healthcare

Das Studium Digital Healthcare an der Fachhochschule St. Pölten in der Nähe von Wien vereinigt Medien-, Informations- und Kommunikationstechnologien mit dem technisch-integrierten Gesundheitswesen – insbesondere in den Bewegungswissenschaften. Zielgruppe sind (Medizin-)Techniker sowie Experten sämtlicher Gesundheitsberufe, vor allem der Physiotherapie, Ergotherapie und der Gesundheits- und Krankenpflege. Die Studierenden lernen miteinander und voneinander interdisziplinär in Kleingruppen und Projekten. Der Unterricht erfolgt durch E-Learning und Präsenzphasen.

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