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Internet der Dinge

Fünf Dinge, auf die wir 2025 in der Industrie verzichten können

| Redakteur: Gerd Kucera

In zehn Jahren wird die Produktionswelt komplett anders aussehen. Viele heute selbstverständliche Techniken und Abläufe werden nur noch in der Erinnerung leben, erwartet Karl Tragl, Vorstandschef von Bosch Rexroth.

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Dr. Karl Tragl, Bosch Rexroth AG: „Die Vernetzung der Fertigung mit der IT wird schneller kommen als wir uns alle vorstellen können.“
Dr. Karl Tragl, Bosch Rexroth AG: „Die Vernetzung der Fertigung mit der IT wird schneller kommen als wir uns alle vorstellen können.“
( KD BUSCH.COM )

Vor etwas mehr als zehn Jahren wurde in vielen Unternehmen darüber diskutiert, ob sich die Ausgaben fürs Internet jemals rechnen würden. Heute wäre ein Unternehmen, das nicht intensiv Internet-Technologien nutzt, von seinen Kunden und Zulieferern abgeschnitten.

Die Vernetzung von Fertigung und IT kommt schneller als wir uns vorstellen können

„Die Diskussion, in wieweit Industrie 4.0 Sinn macht, ist müßig. Die Vernetzung der Fertigung mit der IT wird schneller kommen als wir uns alle vorstellen können“, bekräftigt Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG, „deshalb geht es jetzt darum, die technischen Möglichkeiten in kleinen Schritten auszuloten und schnell umzusetzen, was Sinn macht.“

Dieses evolutionäre Vorgehen werde, wie beim Internet zur Jahrtausendwende, ab einer gewissen Reife zu revolutionären Geschäftsmodellen führen, ist sich Tragl sicher. Nachfolgend fünf Thesen, die laut Tragl 2025 sehr wahrscheinlich Geschichte sein werden:

These 1: Feste Wartungsintervalle entfallen

Feste Wartungsintervalle sehen heute den vorsorglichen Austausch von Komponenten vor – ob er nun wirklich notwendig ist oder nicht. 2025 werden Maschinen und Anlagen ihre Betriebszustände und ihren Wartungsbedarf jederzeit online melden können.

These 2: keine Arbeitsweisungen mehr auf Papier

Arbeitsweisungen auf Papier müssen mühsam auf aktuellem Stand gehalten werden. 2025 werden Hologramme in 3D zeigen, welche Arbeitsschritte der Mitarbeiter beim aktuellen Werkstück ausführen muss. Die Anweisungen sind individuell auf die Sprach- und Fachkenntnisse der Mitarbeiter abgestimmt.

These 3: keine Vielzahl von Bediengeräten

Heute müssen sich Maschinenbediener noch an unterschiedlichen Displays mit jeweils eigener Oberfläche auskennen. 2025 werden Bediener und Wartungstechniker ein einziges, personalisiertes Eingabegerät haben. Damit greifen sie drahtlos auf alle für sie frei gegebenen Maschinen zu.

These 4: Mechanische Umrüstungen entfallen

Die mechanische Umrüstung auf neue Produkte kostet heute viel Zeit und Geld. 2025 werden Werkstücke mit ihrem virtuellen Abbild verknüpft sein und die Maschinen informieren, welcher Arbeitsschritt ansteht. Die automatische Umrüstung dafür übernehmen Software-Module.

These 5: Nachträgliche Qualitätsprüfungen sind obsolet

Qualitätsprüfungen am fertigen Bauteil und aufwändige Nachbesserungen sind heute noch weit verbreitet. 2025 überprüfen intelligente Module und Maschinen schon während der Bearbeitung die Qualität und dokumentieren sie. Auch bei manuellen Arbeitsschritten überwachen sie den Prozess, weisen Werker auf Fehler hin und greifen korrigierend ein.

Dieser Artikel ist erschienen im www.elektronikpraxis.vogel.de.

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