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Finanzierung Finanzspritzen für Mittelständler

| Redakteur: Jürgen Schreier

Im Rahmen der Hightech-Strategie des Bundes werden kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vom Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) unterstützt. Sie erhalten als Nachteilsausgleich gegenüber Großfirmen Fördermittel für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in Form nichtrückzahlbarer Zuschüsse.

Bild 1: Die ZIM-Module SOLO und KOOP ermöglichen unterkapitalisierten Innovationsunternehmen einzelbetriebliche Entwicklungsaktivitäten bzw. Forschungskooperationen. Die Fördersummen belaufen sich zumeist auf über 100.000 Euro pro Projekt, zuzüglich bis zu 25.000 Euro zur Vorbereitung der Vermarktung (Bild: EuroNorm)
Bild 1: Die ZIM-Module SOLO und KOOP ermöglichen unterkapitalisierten Innovationsunternehmen einzelbetriebliche Entwicklungsaktivitäten bzw. Forschungskooperationen. Die Fördersummen belaufen sich zumeist auf über 100.000 Euro pro Projekt, zuzüglich bis zu 25.000 Euro zur Vorbereitung der Vermarktung (Bild: EuroNorm)

Nach drei Jahren Laufzeit des Förderprogramms ist die Zwischenbilanz

mit 15.100 bewilligten Projekten und annähernd 2 Mrd. € zugesagter Mittel positiv. In Gesundheitsforschung bzw. Medizintechnik wurden bislang insgesamt 850 Vorhaben mit rund 110

Mio. € unterstützt (Bild 1).

Hilfe für unterkapitalisierte Unternehmen

Die ZIM-Module SOLO und KOOP ermöglichen unterkapitalisierten Innovationsunternehmen

einzelbetriebliche Entwicklungsaktivitäten bzw. Forschungskooperationen mit mindestens

einem weiteren Industriepartner oder einer Wissenschaftseinrichtung. Die Fördersummen belaufen sich zumeist auf über 100.000 Euro pro Projekt, zuzüglich bis zu 25.000 Euro zur Vorbereitung der Vermarktung.

Kennzeichen von ZIM sind mittelstandfreundliche Kriterien: einfache und jederzeit mögliche Antragstellung, rasches Bewilligungsverfahren sowie eine vergleichsweise „übersichtliche“ Bürokratie.

Wer ist antragsberechtigt?

Generell gilt: Antragsberechtigt sind alle Mittelständler bis 250 Mitarbeiter und 50 Mio. € Umsatz, aber auch deutlich kleinere Betriebe – ohne Technologie- und Brancheneinschränkung. Der Projektträger EuroNorm empfiehlt: Das Unternehmen mit „normalem“ Geschäftsbetrieb sollte die Gründung bereits abgeschlossen haben. Zudem sollte ausreichend qualifiziertes wissenschaftlich-

technisches Personal vorhanden sein, damit während der Bearbeitung des F&E-Projektes mit der verbleibenden Personalkapazität der weitere Geschäftsgang im Unternehmen sichergestellt ist.

Wichtig: Erst muss ein Förderantrag gestellt werden. Nach „grünem Licht“ dafür kann mit FuE-Projekt

begonnen werden; niemals umgekehrt.

Ein Beispiel aus der Medizintechnik

Ein ehemaliger Antragsteller ist die Lintech GmbH, die dank ZIM-Förderung neue Wege bei der drahtlosen Übertragung medizinischer Daten zwischen Patient und Arzt bzw. Krankenhaus

beschreitet. Ihr Übertragungsmodul erlaubt auf Basis der Bluetooth-Technologie einen Austausch von

Gesundheits- und Vitaldaten zwischen unterschiedlichen medizinischen Geräten auch verschiedener Hersteller und erfüllt die Anforderungen des branchenspezifischen HDP-(Health Device Profile) Standards.

„Forschung und Entwicklung läuft in einem kleinen Betrieb nur mit Unterstützung. Ohne die ZIM-Förderung, speziell den Personalkostenzuschuss, wäre unser Vorhaben nicht umzusetzen gewesen“, so Geschäftsführer Uwe Lindner.

Wie kommt man an Förderung?

Ein erster Schritt für KMU sind die häufig gestellten Fragen „FAQ“ auf dem Onlineportal. Für Problemstellungen, die dort nicht beantwortet wurden, empfiehlt sich ein kostenloses Beratungsgespräch mit dem entsprechenden Projektträger (ZIM-SOLO: EuroNorm bzw. VDI/VDE-IT; KOOP: AiF; NEMO: VDI/VDE-IT). Auch können interessierte KMU eine mögliche Förderfähigkeit vorab durch eine Projektskizze per Mail oder auf dem Postweg einreichen und kostenfrei prüfen lassen.

Die Skizze sollte vier Seiten nicht überschreiten und dient als Basis für eine erste unverbindliche Einschätzung. Eine Antwort erfolgt in der Regel innerhalb einer Woche.

Die Hürden der Antragstellung sind relativ niedrig. Wichtig hier, so das Projektmanagement von ZIMSOLO: eine klare Sprache und eine verständliche Formulierung der neuen und zu fördernden Technologie. Nach Antragsstellung ist der Projektstart ab bestätigtem Antragseingang möglich.

Der Antragsteller erhält dazu eine Mail vom Projektträger. In der Regel beträgt die Bearbeitungszeit vom Eingang des Förderantrags bis zu einer Förderentscheidung drei Monate, hängt jedoch auch von der Vollständigkeit und Aussagefähigkeit des eingereichten Antrags ab.

Mehr als nur Geldgeber

Erfolgt der Bewilligungsentscheid für das FuE-Projekt, ist die erste Zahlungsanforderung möglich. Die Auszahlung erfolgt kurzfristig. Im Zuwendungsbescheid sollte auf vermerkte Hinweise und mögliche Auflagen geachtet, diese ggf. in die eigene Terminverwaltung übernommen werden, um sie zum gegebenen Zeitpunkt selbständig fristgerecht einreichen zu können. Für die Dauer des gesamten Projekts ist der Projektträger Ansprechpartner und steht dem Unternehmen für kostenlose Beratungen sowie Informationen und Änderungen zur Seite.

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