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Fälschungssichere und proteinstabile Verpackungen

| Redakteur: Frauke Finus

Der Verpackungsmarkt wandelt sich: Empfindliche Biopharmaka erfordernrobustere Materialien, Fälschungen müssen mit speziellen Siegeln und Codes verhindert werden. Und zusätzliche Verpackungsfeatures sind nötig, damit sich Patienten selbst medikamentieren können. Die Verpackungsbranche bietet viele Neuerungen. Auf der Interpack 2014 können sich Besucher ein Bild machen.

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Im Beschichter: Damit das Glas später keine Wechselwirkung mit dem Füllgut eingeht, wird es innen mit einer Schutzschicht versehen.
Im Beschichter: Damit das Glas später keine Wechselwirkung mit dem Füllgut eingeht, wird es innen mit einer Schutzschicht versehen.
( Bild: Schott PP/Tobias Hauser )

Der Markt für Biopharmaka mit selektiver Wirkweise gewinnt an Bedeutung. Die jährlichen Umsätze mit biopharmazeutischen Arzneimitteln wachsen derzeit im zweistelligen Bereich und werden den Prognosen zufolge noch weiter steigen. Manche Biomoleküle zersetzen sich leicht, andere sind sehr aggressiv und greifen die Oberfläche der Primärverpackungen an. Daher sind Behälter mit verbesserten Barriere-Eigenschaften und erhöhter Schlagfestigkeit nötig, die die edlen Biosubstanzen sicher verwahren. Beispielsweise hat der Mainzer Glasspezialist Schott Glasfläschchen entwickelt, die innen hauchdünn mit Siliziumdioxid ausgekleidet sind.

Stabilität empfindlicher Biopharmaka erhalten

Zur Beschichtung nutzt Schott den Prozess der chemischen Gasphasenabscheidung, bei dem sich nach Reaktion eines Vorläufergases mit Sauerstoff unter hohen Temperaturen Siliziummoleküle an der Glaswand niederschlagen. Die Siliziumschicht vermeidet Proteinwechselwirkungen mit der Verpackungsoberfläche und Proteinadsorption, die Stabilität empfindlicher Biopharmaka bleibt erhalten. Mehrschichtfläschchen aus Kunststoff bieten eine Alternative zu Glas-Vials. Einige Polymere wie Polyolefine sind durchsichtig wie Glas, schützen die Biopharmaka aber besser, da sich ihre Oberfläche nicht von basischen Arzneimittellösungen angreifen lässt und sie kaum organische Stoffe enthalten, mit denen sich die Biosubstanzen anreichern können. Jedoch sind die Kunststoffpolymere relativ teuer.

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Codes machen jede Packung zum Unikat

Nach der neuen Fälschungsrichtlinie der Europäischen Union sind ab 2017 fast alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel mit einer individuellen Codenummer und einem Merkmal zu versehen, das zeigt, dass die Verpackung nicht geöffnet wurde. August Faller, Hersteller von pharmazeutischen Sekundärverpackungen, hat für die serielle Codierung von Packmitteln Barcodes, alphanumerische Folgen und Data-Matrix-Codes für Faltschachteln und Etiketten entwickelt. Die Serialisierung mit Informationen zum Produkt wird per Ink-Jet-Technologie auf die Verpackungen gedruckt. So lassen sich die Medikamente bis zum Hersteller zurückverfolgen. Der Verein Securpharm, der fünf Verbände des Arzneimittelvertriebs umfasst, will bis 2017 ein System auf Basis von Data-Matrix-Codes zur Abwehr gefälschter Medikamente etablieren. Die Idee: Arzneimittelhersteller machen jede Packung zu einem Unikat, indem sie einen individuellen quadratischen Data-Matrix-Code aufdrucken, der eine individuelle Nummer enthält. Alle vergebenen Nummern speichern sie in einer gemeinsamen Hersteller-Datenbank. In der Apotheke wird später der Code jeder Packung gescannt und damit in der Datenbank abgefragt, bevor das Medikament an den Patienten abgegeben wird. Fälschungen fliegen sofort auf.

Schließlich werden auch Selbstmedikation und Benutzersicherheit immer wichtiger. Spritzen, die es früher nur beim Arzt gab, können sich Patienten heute selbst geben. Sicherheitshalber springen eingebaute Safety Needles nach der Injektion sofort zurück. Künftige Verpackungen werden noch vielseitiger sein.

Intelligente Verpackung für einfachere Kommunikation

Der Verpackungsmittelhersteller Stora Enso und die Göteborger University of Technology zum Beispiel entwickeln derzeit eine intelligente Verpackung, die die Kommunikation zwischen Patient und Arzt vereinfacht. Die Packung registriert, wann eine Tablette entnommen wird. Wird die ärztliche Verschreibung nicht befolgt, erhält der Patient eine Erinnerung, zum Beispiel aufs Handy.

Alle Neuheiten zum Thema Verpackungen gibt es auf der Interpack vom 8. bis 14. Mai 2014 in Düsseldorf.

Kontakt:

Messe Düsseldorf GmbH

D-40474 Düsseldorf

www.interpack.de

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