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BVMed-Herbstumfrage 2012

Eurokrise bremst deutsche Medizintechnikbranche aus

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Das Umsatzwachstum der im Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) organisierten MedTech-Unternehmen hat sich gegenüber dem Vorjahr abgeschwächt. Dabei stagniert vor allem die Entwicklung im deutschen Markt. Der Export in ausländische Märkte entwickelt sich dagegen weiterhin sehr gut, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt.

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„Deutschland wird als Standort für die Einführung von innovativen Verfahren der Medizintechnologie immer kritischer gesehen“, konstatiert BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt
„Deutschland wird als Standort für die Einführung von innovativen Verfahren der Medizintechnologie immer kritischer gesehen“, konstatiert BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt
(Bild: BVMed)

Schmitt hat die Ergebnisse der BVMed-Herbstumfrage, an der sich 101 Unternehmen beteiligten, auf dem 13. Medienseminar des Verbandes am 1. November 2012 in Berlin vorgestellt. Demnach liegt das Umsatzwachstum dieser Unternehmen 2012 bei durchschnittlich 4,4 Prozent. Im Vorjahr waren es 5,3 Prozent.

Gewinnsituation der Unternehmen ist stark geschmälert

Die Gewinnsituation der MedTech-Unternehmen ist nach Angaben des BVMed durch den enormen Preisdruck, insbesondere durch Einkaufsgemeinschaften und Ausschreibungen, durch die stark gestiegenen Rohstoffpreise und durch höhere Außenstände stark geschmälert. „Der Standort Deutschland wird zwar nach wie vor überwiegend positiv beurteilt. Es werden aber zunehmend die niedrigen Erstattungspreise und eine innovationsfeindliche Politik der Krankenkassen kritisiert“, so Schmitt.

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Trotz dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation bleibt die Medizintechnik-Branche in Deutschland ein Jobmotor. Knapp 60 Prozent der Unternehmen haben Arbeitsplätze geschaffen. Der Gesamtumsatz der produzierenden Medizintechnikunternehmen lag in Deutschland nach Angaben der offiziellen Wirtschaftsstatistik im Jahr 2011 bei 21,4 Milliarden Euro. Insgesamt beschäftigt die Branche in Deutschland über 175.000 Menschen. Schmitt: „Damit leistet die MedTech-Branche nicht nur einen hervorragenden Beitrag zur Patientenversorgung und zur Wirtschaftskraft, sondern ist auch ein Hoffnungsträger für den deutschen Arbeitsmarkt.“

BVMed fordert stabilere Rahmenbedingungen in Deutschland

Schmitts Fazit zu den Umfrageergebnissen: „Deutschland wird als Standort für die Einführung von innovativen Verfahren der Medizintechnologie immer kritischer gesehen. Wir haben mittlerweile international die niedrigsten Erstattungspreise, beispielsweise im Implantatebereich. Hinzu kommen die Unsicherheiten durch die anhaltende Diskussion über die Sicherheit und den Nutzen von Medizinprodukten, die pauschalen Verunglimpfungen durch die Krankenkassenverbände und die zahlreichen ungeklärten Fragen bei der neuen Erprobungsregelung. Wir brauchen deshalb rasch stabile Rahmenbedingungen für die Innovationseinführung in Deutschland und die Nutzenbewertung von Medizinprodukten. Das geht nur durch ein verstärktes Miteinander der Beteiligten: Ärzteschaft, Krankenhäuser, Krankenkassen und Unternehmen.“

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