Suchen

Medical Valley EMN e.V.

Erlanger Erklärung: Innovation muss auch für KMU finanzierbar sein

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Finanzielle Hilfe sowie Gründungsausschüsse für KMU und Start-up-Unternehmen der Medizintechnik fordern der Spitzencluster Medical Valley EMN e.V. sowie Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Die so genannte Erlanger Erklärung äußert Kritik an der deutschen Innovationspolitik.

Firmen zum Thema

Die Verfasser der Erlanger Erklärung (von links): Julien Denis vom Medical Valley EMN e. V., Dr. Robert Pfeffer von der Cerbomed GmbH, Dr. Kurt Höller vom Zentralinstitut für Medizintechnik der FAU sowie Jörg Trinkwalter vom Medical Valley EMN e. V. Ihr Anliegen: Innovation muss auch weiterhin für Kleinunternehmen in allen Gründungsphasen finanzierbar sein.
Die Verfasser der Erlanger Erklärung (von links): Julien Denis vom Medical Valley EMN e. V., Dr. Robert Pfeffer von der Cerbomed GmbH, Dr. Kurt Höller vom Zentralinstitut für Medizintechnik der FAU sowie Jörg Trinkwalter vom Medical Valley EMN e. V. Ihr Anliegen: Innovation muss auch weiterhin für Kleinunternehmen in allen Gründungsphasen finanzierbar sein.
( Bild: Medical Valley EMN )

In sechs Forderungen stellt das Konsortium der Erlanger Erklärung den akuten Handlungsbedarf bei Innovationsprozessen des Mittelstands heraus und appelliert an die Regierung, vor allem finanzielle Anreize zur Unternehmensgründung zu schaffen. Das Positionspapier drückt das aus, was im Rahmen des Medical Valley Summit am 18. Februar auf der Tagesordnung stand: die Stärkung der Innovations- und Wirtschaftskraft der Region. Es soll jetzt an das Bundesministerium für Bildung und Forschung übergeben werden.

Innovationen müssen auch für KMU finanzierbar sein

Das Anliegen: Innovation muss auch weiterhin für Kleinunternehmen in allen Gründungsphasen finanzierbar sein. Gerade für Start-ups und KMU sei jedoch bereits die Antragstellung auf Förderung eine oft gleichermaßen personelle wie finanzielle Herausforderung. Deshalb werden in der Erlanger Erklärung Lösungsvorschläge für bestehende Herausforderungen im Innovationsprozess aufgezeigt.

Bürokratischen Aufwand für Forschungsförderung reduzieren

Dr.-Ing. Kurt Höller, Leiter des Zentralinstituts für Medizintechnik ZiMT der Friedrich Alexander Universität (FAU), Erlangen, erklärt: „Der bürokratische Aufwand für Anträge auf Forschungsförderung, egal ob auf Landes-, Bundes- oder EU-Ebene, muss gerade für KMU deutlich reduziert oder ausgelagert werden. Außerdem sollten die Aufwendungen für die Beantragung und Durchführung geförderter Projekte abzugsfähig sein. In Großbritannien und Frankreich ist das bereits der Fall.“

Wünschenswert wäre laut Positionspapier auch die Auflegung eines „Innovationsfonds Deutschland“, der es privaten und institutionellen Anlegern ermöglicht, direkt oder indirekt in Kleinunternehmen zu investieren. Darüber hinaus könnten junge Unternehmensgründer von Förderinstrumenten und Gründungszuschüssen profitieren, die von einer ordnungspolitisch geeigneten Institution, dem Bundeswirtschaftsministerium etwa, ausgeschüttet werden.

Ergänzendes zum Thema

Großunternehmen sind auf Start-ups angewiesen

Ein weiterer Fokus der Erlanger Erklärung liegt darauf, übergreifende Mechanismen zwischen großen und kleinen Unternehmen zu erreichen. KMU machen knapp 90 Prozent der Firmen in der Medizintechnik-Branche aus. Insbesondere Start-ups sind fortschrittsbringende Keimzellen, auf die nicht zuletzt auch große Unternehmen angewiesen sind. Um innovative Ideen und das notwendige Kapital zusammenzubringen, müssten große Unternehmen sowie Akteure aus Wissenschaft und Forschung, aber auch Anwender aus der Medizin im Rahmen der Entwicklungs- und Kommerzialisierungsprozesse sehr früh partnerschaftlich zusammenrücken. Eine nachhaltige Sensibilisierung der großen nationalen Verbände und Unternehmen für die Situation und die Anforderungen des Mittelstandes sei dabei unerlässlich.

Zur Erlanger Erklärung

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42602904)