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Data Modul

Entwicklungsgeschichte eines medizintechnischen Produkts

| Autor/ Redakteur: Thomas Wolfmüller * / Peter Reinhardt

Standard-Komponenten oder doch besser eine kundenspezifische Entwicklung? Am Beispiel eines Beatmungsgerätes zeigen wir, wie Hersteller und Dienstleister zusammenarbeiten.

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Beatmungsgerät: Ein komplexes medizinisches Produkt wie das 
„elisa 800“ besteht aus Komponenten wie COM-Module, Display oder ein kundenspezifisches Board.
Beatmungsgerät: Ein komplexes medizinisches Produkt wie das 
„elisa 800“ besteht aus Komponenten wie COM-Module, Display oder ein kundenspezifisches Board.
( Bild: Data Modul )

Geht es um ein nutzerorientiertes Bediengerät, dann beginnt der Entwicklungsprozess beim ersten Treffen zwischen Industriekunden und technischem Dienstleister. Meist ist es der Außendienstmitarbeiter, der als erster Ansprechpartner fungiert. Zu Beginn besprechen beide Parteien einen grundsätzlichen Bedarf, eine Idee oder Anforderungen, die der Kunde an das Produkt stellt.

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Der Dienstleister hingegen analysiert passende Möglichkeiten und Lösungen. Hier entscheidet sich dann, ob eine Standardlösung zum Einsatz kommt oder an einer kundenspezifischen Lösung gefeilt wird. Bleibt es bei einer Standardlösung, stellen Produktmanagement und Vertrieb denkbare Möglichkeiten anhand des Produkt-Portfolios vor, so dass der klassische Bestellprozess mit Unterstützung des Distributors ausgelöst werden kann.

Bei einer kundenspezifischen Produktentwicklung ist in erster Linie zu klären, wie die Kundenanforderungen allgemein umgesetzt werden können. Hierzu beraten sich auf Seiten des Dienstleisters die beteiligten Fachbereiche untereinander. Was folgt, ist die Vorstellung eines möglichen Entwicklungskonzeptes. Diese kann im besten Fall mit einer ersten Preisindikation einhergehen. Sind alle Detailfragen zwischen beiden Partnern geklärt, kommt es zum Abschluss eines Entwicklungsvertrages. Damit ist der offizielle Startschuss in das Projekt in Form eines Kickoff-Meetings mit allen Projektbeteiligten aus Entwicklung, Projektleitung, Vertrieb, Produktmanagement und Service eingeleitet.

Ein kundenspezifisches Projekt aus der Medizin

Im Jahr 2011 war Data Modul der erste Ansprechpartner für Salvia medical, als es darum ging, die Beatmungsserie „elisa“ weiterzuentwickeln. Zur damaligen Zeit war Thomas Wolfmüller der zuständige Produktmanager bei Data Modul. Dabei verlief der Einstieg beider Unternehmen in Phasen: Salvia kam mit einer Produktvision auf Data Modul zu. Im ersten Schritt wurden Anforderungen für lebenserhaltene Geräte vorgestellt. Geplante Komponenten wie Panel, Touch, Covergläser oder Boards wurden besprochen. Auch unterschiedliche Vor- und Nachteile wurden diskutiert. Nach genauer Analyse stellte sich heraus, dass das anspruchsvolle Anforderungsprofil für Bedieneinheiten von klinischen Intensivbeatmungsgeräten mit Standardlösungen weniger umsetzbar ist.

Probleme bereiteten die unterschiedlichsten Maximalforderungen wie umfassende Hygiene- und Reinigungsanforderungen für Medizinprodukte auf Intensivstation, notwendiger IP-Schutz, EMV gerechtes Produktdesign und die Möglichkeit, die Touchdisplays mit Handschuhen zu bedienen. Das Ergebnis war, ein komplett kundenspezifisches Bedienpanel mit integriertem PC zu realisieren.

Aufbau der Beatmungsmaschine

Aus der Zusammenarbeit ist der Intensivrespirator des Typs „elisa 800“ entstanden. Dieser wurde mit dem „red dot“ und „if award“ ausgezeichnet. Das medizinische Gerät verbindet eine Lösung zur lungenprotektiven Beatmung von Patienten ab einem Lebendgewicht von 500 g und aktuelle diagnostische Werkzeuge für den Klinikalltag in einem funktionellen Design.

Das Gerät besteht aus dem Hauptgerät mit Ventilator, einer Bedieneinheit mit 18,5 Zoll und Fahrwagen: damit kombiniert es designunterstützende Usability und integrierte Sicherheitsfunktionen. Durchgesetzt hat sich „elisa 800“ unter knapp 5000 Exponaten aus 53 Ländern und überzeugte im Kernfeld der aktuellen, diagnostischen, therapeutischen, im Klinikalltag verwendeten Medizingeräte der Intensivbeatmung. Die Unterscheidung einzelner „elisa“-Produkttypen liegt vor allem im Funktionalitätsumfang der Beatmungsapparate.

Von Seiten Salvia medical wurde ein Update bei der Typenvarianz, dem Funktionsumfang, Design und Handhabe benötigt. Gesucht wurde ein Hersteller, der neben der Geräteentwicklung auch über Kompetenzen bei der Baseboardentwicklung und bei COM-Modulen verfügte.

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