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Electronic Manufacturing Services (EMS): gemeinsam stark

| Autor/ Redakteur: Robert Frodl / Kathrin Schäfer

Wenn es darum geht, ein Redesign an einem Medizingerät vorzunehmen oder die Produktion kosteneffizient auszulagern, setzen Hersteller heute verstärkt auf Partner. Am Beispiel Infusionspumpen wird deutlich, wie EMS-Dienstleister Medizintechnikunternehmen unterstützen können.

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Manuelle Bestückung einer Leiteplatte: Als EMS-Dienstleister zählt Plexus neben Healthcare auch die Kommunikation zu seinen Fokusbranchen und kann daher Know-how aus anderen Industrien transferieren.
Manuelle Bestückung einer Leiteplatte: Als EMS-Dienstleister zählt Plexus neben Healthcare auch die Kommunikation zu seinen Fokusbranchen und kann daher Know-how aus anderen Industrien transferieren.
( Bild: Plexus )
  • Technische Modernisierung eines etablierten Medizinprodukts
  • Trend zu mobilen, intuitiv bedienbaren und vernetzten Geräten
  • WiFi-Funktionalitäten in eine Infusionspumpe integrieren
  • Electronic Manufacturing Services (EMS)

Ein Redesign, das heißt die gezielte technische Modernisierung eines etablierten Produkts durch das Ändern oder den kompletten Austausch von Komponenten, ist eine kosteneffiziente Strategie, Kompatibilität mit neuen Technologien sicherzustellen. Mit dem Internet of Things (IoT) und dem wachsenden Trend zu mobilen, intuitiv bedienbaren und vernetzten Geräten ist diese Anpassung gefragter denn je. Computer, Tablets und Smartphones haben die Erwartungen von Patienten sowie von Ärzten und Pflegepersonal in die Höhe geschraubt. Rein stationäre Geräte, die über eine Vielzahl an Kabeln mit einem lokalen Ethernetanschluss (LAN) verbunden sind, gehören der Vergangenheit an.

Die Integration moderner Wireless-Technologie in eine Infusionspumpe ist ein typisches Beispiel für ein solches Redesign-Projekt. Ziel des Geräteherstellers war es, die drahtlose Vernetzung des Geräts sicherzustellen, um die Bedienung in Krankenhäusern zu vereinfachen und das Produkt darüber hinaus in anderen Märkten anzubieten. Die eigentlichen Kernanwendungen sollten dabei jedoch beibehalten werden.

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Um zusätzliche WiFi-Funktionalitäten in das System zu integrieren, wandte sich der Hersteller an Plexus. Der EMS-Dienstleister verfügt über umfassende Branchenerfahrung im Bereich Healthcare und Life Science. Die Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungszentren von Plexus weltweit, darunter das Design Center in Darmstadt, erlaubt es, lokale Projekte auf globaler Ebene zu realisieren. Neben der Medizintechnik zählt Plexus unter anderem Kommunikation und Industrie zu seinen Fokusbranchen und kann daher Know-how aus anderen Industrien transferieren.

Neben der komplexen Datenkommunikation stellte das Redesign der Infusionspumpen die Entwickler vor solche Herausforderungen wie Restriktionen des Gehäusedesigns, sehr enge Platzverhältnisse und das Energiemanagement im Batteriebetrieb. Gemeinsam mit dem Kunden konnte Plexus eine Lösung entwickeln, die es Krankenhäusern erlaubt, die Infusionspumpen drahtlos zu konfigurieren und die Prozesse kontinuierlich zu überwachen. Auch manuelle Konfigurationen durch Servicetechniker sind mit der neuen Gerätegeneration nicht mehr nötig.

Outsourcing kann helfen, die Fertigungskosten zu senken

Wie stark Medizingerätehersteller externe EMS-Partner mit einbeziehen, hängt von den jeweiligen Projekten, vom Unternehmen selbst und von der Zielsetzung ab. Soll beispielsweise eine Lowest Total Cost of Ownership (LTCO) erreicht werden, lagern viele OEMs auch die komplette Fertigung an einen externen EMS-Dienstleister aus. Welche Herausforderung das Produktions-Outsourcing mit sich bringt, zeigt auch hier ein Beispiel eines Herstellers von Infusionspumpen. Der Anbieter wollte die Eigenfertigung seiner kompletten Produktserie zurückfahren und Kosten reduzieren. Dabei galt es, die hohen Qualitätsstandards beizubehalten sowie Störungen und Stillstandszeiten zu vermeiden.

Plexus’ Aufgabe bestand darin, die Fertigung der kompletten Produktpalette an Infusionspumpen an den EMS-Standort in Rumänien (Oradea) zu verlagern – von der Leiterplattenbestückung über die Realisierung des Endprodukts bis zur Auslieferung an den Endanwender. Beide Unternehmen arbeiteten in zwei speziell auf das Transition-Management ausgerichteten Teams eng zusammen. Ein wichtiger Fokus lag beispielsweise auf der Einhaltung der regulatorischen Standards nach IPC Class III und ISO 13485.

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Die laufende Produktion sollte in der Zeit des Übergangs nicht behindert werden. Das Plexus-Team setzte daher auf Reversed Engineering, um zwei Geräte zur Funktionsprüfung der Boards zu entwickeln. Die neuen Geräte standen am neuen Standort bereit und gewährleisteten eine zusätzliche Testabdeckung, während die ursprünglichen Funktionsprüfgeräte am Produktionsstandort des bisherigen PBC-Zulieferers weiter genutzt werden konnten. Damit war nicht nur für die Übergangsphase eine effektive und schnelle Lösung gefunden. Auch nach erfolgreicher Überführung blieben die neuen Funktionsprüfgeräte im Einsatz.

Um die Stückkosten zu reduzieren, untersuchte Plexus zudem die Supply Chain auf Einsparungspotentiale. Neben alternativen Anbietern vor Ort, um die Kosten für preisintensive Komponenten zu verringern, wurden auch neue Lieferanten für Schlüsselkomponenten sowie für die Verpackung und die den Infusionspumpen beigelegte Produktinformations-CD ausgewählt. Damit konnte der Hersteller bereits im ersten Jahr seine Kosten um 4 Prozent senken.

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* Robert Frodl ist bei der Firma Plexus Director Customer Development for Engineering Solutions für die D/A/CH-Region.

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