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Medizinprodukt-Fälschungen Einreichungen zum Negativpreis Plagiarius ab sofort möglich

| Redakteur: Kathrin Schäfer

In der Medizintechnik können Produktfälschungen schwerwiegende Schäden verursachen. Dennoch bleibt die Branche vor Plagiaten nicht verschont. Der Negativpreis Plagiarus mahnt diese Fälschungen an. Für wen macht eine Bewerbung Sinn?

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Der Negativpreis Plagiarius wird jährlich an Hersteller und Händler besonders dreister Nachahmungen verliehen. Trophäe ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase – als Symbol für die exorbitanten Profite, die die Produktpiraten sprichwörtlich auf Kosten kreativer Designer und innovativer Unternehmen erwirtschaften.
Der Negativpreis Plagiarius wird jährlich an Hersteller und Händler besonders dreister Nachahmungen verliehen. Trophäe ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase – als Symbol für die exorbitanten Profite, die die Produktpiraten sprichwörtlich auf Kosten kreativer Designer und innovativer Unternehmen erwirtschaften.
(Bild: Aktion Plagiarius e.V.)

Die Aktion Plagiarus e.V. hat den 40. Plagiarius-Wettbewerb ausgeschrieben. Mit Bewerbungsfrist zum 30. November fordert sie damit Unternehmen, Designer und Erfinder auf, ihre Originalprodukte sowie vermeintliche Nachahmungen einzureichen und den Plagiator, sei er ein Hersteller oder Händler, als Preisträger vorzuschlagen.

Plagiatoren öffentlich bloßstellen

Die Preisverleihungen der letzten Jahre haben gezeigt: Auch Medizintechnikunternehmen sind von Plagiaten regelmäßig betroffen. So hat 2015 die Firma Weinmann Emergency Fälschungen ihrer Notfall- und Transportbeatmungsgeräte eingereicht – und ist damit auf dem 3. Platz gelandet. 2014 hat es ein gefälschtes Stoßwellentherapiegerät sogar auf Platz 1 geschafft. Immerhin: Durch die Auszeichnung mit dem Negativpreis können Betroffene auf die Plagiate aufmerksam machen. Denn laut Veranstalter hat sich die Teilnahme am Wettbewerb – ergänzend zur juristischen Verfolgung – bislang für viele Betroffene als sehr erfolgreich erwiesen: Die Angst vor öffentlicher Blamage habe schon so manchen Plagiator dazu veranlasst, Restbestände vom Markt zu nehmen, Unterlassungserklärungen zu unterschreiben oder seine Lieferanten preiszugeben, heißt es in der diesjährigen Preisausschreibung. Gleichzeitig lassen sich Öffentlichkeit und Konsumenten für das Problem der Produkt- und Markenpiraterie sensibilisieren. Durch eine Teilnahme an der Preisverleihung können Unternehmen also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Zum Wettbewerb einzureichen sind:

  • das Originalprodukt (sofern die Verpackung nachgemacht wurde in Original-Verpackung)
  • das vermeintliche Plagiat (inklusive Verpackung)
  • das ausgefüllte Anmeldeformular
  • die Korrespondenz mit dem Plagiator, sofern bereits erfolgt
  • Kopien von eingetragenen Schutzrechten und Urkunden, falls vorhanden
  • sowie gegebenenfalls weitere Hintergrundinformationen, die der Jury behilflich sein könnten

Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Pressekonferenz am 12. Februar 2016 auf der Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente statt. Während der Messe werden außerdem alle eingereichten Originale und Plagiate an prominenter Stelle ausgestellt. Anschließend werden die Preisträger-Objekte unter anderem im Museum Plagiarius in Solingen sowie bei weltweiten Wanderausstellungen einem breiten Publikum präsentiert. Offizieller Einsendeschluss ist der 30. November 2015. Ein Frühbuchertarif besteht für Anmeldungen bis 31. Oktober 2015.

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