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Auftragsfertigung

Eine Frage des Vertrauens

| Autor/ Redakteur: Autoren | Dr. Ralph Hermann, Dr. Heiko Kaczorowski / Peter Reinhardt

Sind Sie auch schon mal über Medizintechnikmessen gegangen und haben Produkte bekannter Hersteller in den Vitrinen verschiedener Zulieferer, Dienstleister oder Ausrüster bestaunt? Ist Ihnen dabei nicht auch die Frage nach der Vertraulichkeit in den Sinn gekommen?

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Medizinprodukte zu reinigen, zu verpacken und zu sterilisieren sind Prozesse, die eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erfordern.
Medizinprodukte zu reinigen, zu verpacken und zu sterilisieren sind Prozesse, die eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erfordern.
( Bild: Inpac Medizintechnik )

Betrachtet man die Auslagen auf Messeständen, so sind viele Aussteller offensichtlich sehr stolz darauf, mit großen, bekannten Unternehmen zusammenzuarbeiten. Und das zumeist auch völlig zu Recht! Aber was sagen eigentlich die OEMs dazu, wenn sie ihre Produkte plötzlich in einem fremden Markt oder neben Produkten des Mitbewerbers platziert sehen? Für viele Hersteller von Medizinprodukten ist es wichtig – und gegebenenfalls sogar auch ein Wettbewerbsvorteil – ihre Lieferketten und Fertigungsstrategien nicht transparent zu machen. Wer möchte sich schon gerne in seinen Einkaufswagen blicken lassen?

Seriöse Partner nehmen Vertraulichkeit ernst

Seriöse Partner nehmen dieses Anliegen ernst. Das setzt voraus, Zurückhaltung in der Kommunikation von Kundenbeziehungen auf allen Ebenen des Unternehmens zu leben. Der Verzicht auf Referenzlisten auf Internetseiten und in Broschüren sollte daher ebenso selbstverständlich sein wie zurückhaltende Vertriebsmitarbeiter, die sich nicht mit imposanten Kundennamen brüsten. Gerade bei der Akquise ist jedoch häufig zu beobachten, wie lax das Thema Vertraulichkeit von potenziellen Lieferanten gehandhabt wird. Vielleicht werden aus diesem Grund bei vielen Projekten – gerade, wenn es um neue Produkte geht – Geheimhaltungsvereinbarungen abgeschlossen. Glaubt man dem Öl-Tycoon Jean Paul Getty, so „erübrigt sich zwar ein Vertrag, wenn man einem Menschen trauen kann, und wenn man ihm nicht trauen kann, ist ein Vertrag nutzlos“, dennoch scheint es wichtig, Partner gerade durch Geheimhaltungsverträge bezüglich ihrer Vertraulichkeit zu sensibilisieren. Hierbei darf nicht vergessen werden, dass die Verpflichtung zur Vertraulichkeit über die gesamte Wertschöpfungskette gewahrt bleiben muss. Die Verpflichtung zur Vertraulichkeit der eigenen Mitarbeiter sollte Bestandteil jedes Arbeitsvertrages und jeder initialen Schulung sein.

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