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Compamed 2012

Einblicke in die Medizintechnik von morgen

| Autor/ Redakteur: Joachim Schäfer / Kathrin Schäfer

Auch dieses Jahr wird die „Compamed“ aller Wahrscheinlichkeit nach ausgebucht sein. Mehr als 600 Aussteller werden vom 14. bis 16. November in den Hallen 8a und 8b der Düsseldorf zeigen, was sie in Sachen Medizintechnik zu bieten haben.

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„In Ergänzung zu den Ausstellerpräsentationen gewähren auch zwei Foren spannende Einblicke in die Medizintechnik von morgen“Joachim Schäfer, Messe Düsseldorf
„In Ergänzung zu den Ausstellerpräsentationen gewähren auch zwei Foren spannende Einblicke in die Medizintechnik von morgen“Joachim Schäfer, Messe Düsseldorf
(Bild: Messe Düsseldorf/Rene Tillmann)

Während sich die parallel stattfindende „Medica“ mit ihrem Programm an die medizinischen Anwender richtet, bilden Ingenieure, Entwickler und Einkäufer der Medizintechnik-Industrie - und damit die Aussteller der „Medica“ - die Besucherschaft der „Compamed“. Im Jahr 2011 zählten beide Veranstaltungen insgesamt 134.500 Fachbesucher, wovon sich 16.000 gezielt für die Themen der „Compamed“ interessierten.

Dienstleister als Partner für alle Prozess-Phasen

Beispielhaft für die immer engere Zusammenarbeit zwischen Zulieferern und „MedTech“-Anbietern ist der Bereich der Dienstleistungen. Waren früher die Zulieferer vorrangig Partner für die Produktion bestimmter Bauteile und Komponenten, so werden sie jetzt verstärkt auch in nachgelagerte Prozess-Phasen der Produktlebenszyklen eingebunden, selbst in den so genannten „After Sales“-Service.

Aussteller, wie sie sich im Rahmen der Messe präsentieren, bieten sich als vielfältige Dienstleister an. Teils übernehmen sie das komplette Ersatzteilhandling - von der preisgünstigen Nachproduktion von Bauteilen, ihrer sachgerechten Lagerung über einen mitunter längeren Zeitraum bis hin zur schnellen Lieferung an den Ort des Einbaus. Teils agieren die Zulieferer aber auch gleich als Auftragsfertiger für komplette medizintechnische Geräte und Produkte. Ob EKG-Gerät, Defibrillator oder Labor-Applikation für die schnelle Point-of-Care-Diagnostik, die Zulieferer bieten eine immer länger werdende Liste an „fertigen“ Systemen und Produkten an inklusive komplexer Prüfleistungen zur Qualitätssicherung. Für den Kunden ergibt sich dadurch der Vorteil, sich auf Kernfelder zu spezialisieren, gleichzeitig aber trotzdem ein Komplettangebot anbieten zu können. Denn ambulante wie stationäre Anwender wissen die Lieferung und den Service „aus einer Hand“ zu schätzen.

Touchscreens mit intuitiver Bedienung

Beispiele für eine enge Zusammenarbeit von Zulieferern und Medizintechnik-Herstellern lassen sich auch auf Basis aktueller Technik-Trends ausmachen. Moderne Bedientechnologien, wie sie die Anwender von ihren Smartphones und Tablet Computern her kennen, beeinflussen verstärkt auch die Entwicklung neuer Bedien- und Menüstrukturen für medizintechnische Geräte. Das verwundert nicht. Denn im vielfach hektischen klinischen Arbeitsalltag hat kein Arzt Zeit, umständlich durch eine verzweigte Struktur von Menüs und Untermenüs zu navigieren, die im schlimmsten Fall von Gerät zu Gerät auch noch völlig unterschiedlich logisch aufgebaut ist. Eine nahezu intuitive Bedienung ist gefragt.

Während die Antwort darauf etwa in Form eines Touchscreen-Ultraschall-Gerätes als fertiges System bei der „Medica“ bestaunt werden kann, informieren Aussteller der „Compamed“, wie fassettenreich die Entwicklung von solchen so genannten „Medical Human Machine Interfaces“ ist. Die Glas-Oberflächen müssen flächenbündig, leicht zu desinfizieren und auch mit Handschuhen bedienbar sein. Zudem werden höchste Anforderungen an Ausfallsicherheit gestellt, gilt es die regulatorischen Vorschriften von Medizingeräten zu berücksichtigen und eine Integration in verschiedene Rechnerarchitekturen und Betriebssysteme muss natürlich auch ermöglicht werden.

Telemedizin überwacht Vitalparameter aus der Ferne

Technisch komplexe Systeme einfach bedienen zu können, ist auch ein zentraler Anspruch an Gerätelösungen für die Telemedizin. Hier zeigt sich ebenfalls das gelungene Zusammenspiel von Zulieferern und Medizintechnik-Anbietern. Innovative Sensorik, Gerätesoftware und Mikrobauteile sind gleichsam bedeutend wie letztlich die Vermarktung der fertig produzierten Einheiten im Rahmen von geeigneten Geschäftsmodellen zur Patientenfernüberwachung und -betreuung.

Kunststoffe als Material der Wahl

Neben den Entwicklungen im Bereich der technischen Bauteile stehen bei der „Compamed“ stets auch Material-Innovationen im Fokus des Interesses. Das gilt vor allem für Kunststoffe, aus denen mittlerweile mehr als die Hälfte aller produzierten Medizinprodukte bestehen. Vordergründig wirken viele dieser Produkte einfach. Spätestens der zweite Blick offenbart aber die Tragweite der technischen Errungenschaft. Bereits bei der „Compamed“ 2011 wurden beispielsweise Weichmacher mit besonderem toxikologischen Profil speziell für sensitive Anwendungen mit engem menschlichen Kontakt vorgestellt. Zum Einsatz können sie etwa in Kathetern, Atemmasken und sogar in Blutbeuteln oder Dialyse-Sets kommen. Außerdem bleiben bei PVC-Artikeln, die den Weichmacher enthalten, auch nach der Sterilisation die technischen Eigenschaften erhalten.

Neben der Materialwahl, bei der natürlich auch Metalle eine bedeutsame Rolle spielen, sind geeignete Verarbeitungsverfahren, Beschichtungstechniken und Verpackungslösungen wichtige Themen. Die Aussteller bieten mit ihrem Angebotsspektrum Antworten auf anspruchsvolle Fragestellungen wie z. B. das geeignete Verpackungshandling von im Reinraum hergestellten Produkten.

Zwei Fachforen informieren über Neues

In Ergänzung zu den Ausstellerpräsentationen gewähren auch zwei Foren spannende Einblicke in die Medizintechnik „von morgen“: Das „Compamed High-Tech Forum“ in Halle 8a, das vom IVAM Fachverband für Mikrotechnik organisiert wird, und das „Compamed Supplier Forum“ in Halle 8b, organisiert von der Fachzeitschrift „DeviceMed“ mit etwas breiterem „Scope“. Beide Foren richten sich an Spezialisten und Experten aus der medizinischen Zulieferindustrie. Sie informieren in ihren Vorträgen über Neues aus den Bereichen Materialien, Produktionstechniken, Nanotechnologie sowie Prozesssteuerung und Global Sourcing.

Kontakt:

Joachim Schäfer ist Geschäftsführer der

Messe Düsseldorf GmbH

D-40474 Düsseldorf

www.compamed.de

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