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Micronora 2012 „Ein Schaufenster der Miniaturisierung“

Redakteur: Peter Reinhardt

Die „Micronora“ im französischen Besançon ist eine Fachmesse für Mikrotechnik und Präzision. Welche Rolle diese Themen in der Medizintechnik spielen und warum ein Besuch auch für Besucher aus dem deutschsprachigen Ausland lohnt, erklärt die Geschäftsführerin der Messe, Michèle Blondeau, im Gespräch mit „DeviceMed“

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Michèle Blondeau, Geschäftsführerin „Micronora“: „Antworten auf Fragen zu Präzision und Miniaturisierung in der Medizintechnik erhalten Besucher auf der Messe“
Michèle Blondeau, Geschäftsführerin „Micronora“: „Antworten auf Fragen zu Präzision und Miniaturisierung in der Medizintechnik erhalten Besucher auf der Messe“
(Bild: Micronora)

DeviceMed: Frau Blondeau, vom 25. bis 28. September findet in Besançon die „Micronora“ statt, Fachmesse für Mikrotechnik und Präzision. Wie groß ist der Anteil an Ausstellern, die Produkte oder Leistungen für die Medizintechnik anbieten?

Blondeau: Die „Micronora“ ist ein Schaufenster innovativer Technologien, bei denen Präzision und Miniaturisierung eine ausschlaggebende Rolle für den Mehrwert spielen. Sie ist für alle Hochtechnologiebranchen interessant, die immer kleinere, präzisere und intelligentere Lösungen benötigen. Und damit natürlich auch für den Bereich der Medizintechnik. Darüber hinaus ist es äußerst selten, dass ein Mikrotechnologieunternehmen ausschließlich für einen einzigen Anwendungsbereich arbeitet; daher verfügen die meisten unserer Aussteller über Fachkenntnisse, welche den Anforderungen der Medizintechnik entsprechen.

DeviceMed: Die „Micronora“ versteht sich als eine internationale Plattform in Europa. Wie viele deutsche Unternehmen sind unter den Ausstellern?

Blondeau: 2012 werden 34 Prozent der „Micronora“-Aussteller aus dem Ausland kommen, darunter auch 53 deutsche Unternehmen.

DeviceMed: Warum sollten deutsche Medizintechnikhersteller die „Micronora“ besuchen? Was wird ihnen dort geboten? Welche Produkte oder Dienstleistungen können sie dort finden?

Blondeau: Die Mikrotechnologie kommt in unzähligen Bereichen zum Einsatz und die Technologien, die dabei verwendet werden, lassen sich leicht von einem auf das andere Fachgebiet übertragen. Das ist zweifellos ein Trumpf für alle Auftraggeber, denn es ist einfacher für sie, Lieferanten zu finden, die mit großer Wahrscheinlichkeit ihre Anforderungen erfüllen können. Im Rahmen der „Micronora“ finden sie alle Fertigungstechniken, die Produkte und Leistungen betreffen. Man sollte in der Mikromechanik auch beachten, dass viele unserer Aussteller für den medizinischen Bereich zertifiziert sind. In der Kunststoffverarbeitung und im Mikrofluidbereich sind Aussteller zu finden, die über ein enormes Fachwissen verfügen, wie beispielsweise in punkto Analysemethoden, Katheterherstellung und Herstellung anderer Kunststoffelemente. Es sind darüber hinaus auch Softwareprogramme für medizinische Anwendungen zu finden, beispielsweise zur Hautanalyse, oder auch Hersteller harter Materialien zur Fertigung von Prothesen wie Zahnimplantaten, Hüftgelenken etc. Die Leistungen der auf Automatisierung oder Lasertechnologie spezialisierten Aussteller eignen sich ebenfalls für diverse Einsatzmöglichkeiten im medizinischen Sektor.

DeviceMed: Können Sie kurz beschreiben, welche Trends es in Frankreich zurzeit in Sachen Mikrotechnik und insbesondere in der Medizintechnik gibt?

Blondeau: Wir finden derzeit die Mikrotechnologie in vielen alltäglichen Anwendungsbereichen. Sie spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung der minimalinvasiven Chirurgie und ermöglicht den Einsatz winziger chirurgischer Instrumente für unterschiedlichste Operationen. Oder man nehme die Darmkapsel, die durch den Darmtrakt reisen kann und gleichzeitig Bilder überträgt, sodass man auch die richtigen Medikamente an die richtige Stelle transportieren kann. Last, but not least, ist auch die Umsetzung der Stents ein wunderbares Beispiel für mikrotechnologische Bearbeitung, gleich ob es sich dabei um Metall- oder Polymerstents handelt, bei denen Lasertechnologie verwendet wird.

DeviceMed: Und was wird die Zukunft bringen?

Blondeau: Für die Zukunft kann man sich Mikrosysteme, wie Sensoren oder Antriebe, vorstellen, die je nach Indikation implantierbar sind oder auch nicht und mit gesicherten Kommunikationskapazitäten und künstlicher Intelligenz ausgestattet sind. Diese Systeme werden in der Lage sein, in Echtzeit den Zustand eines biologischen Systems zu analysieren, dessen Verhaltensweise und die Weiterentwicklung dieses Verhaltens zu verstehen und damit eine ganz individuelle Behandlung zu ermöglichen.

DeviceMed: Die „Micronora“ findet in einer Region statt, in der sehr viele Mikrotechnik-Unternehmen angesiedelt sind. Gibt es dort auch Medizintechnik?

Blondeau: In der Franche-Comté gibt es 122 Unternehmen, die für den Bereich der Medizintechnik von Bedeutung sind. Sie erwirtschaften einen Umsatz von 190 Mio. Euro pro Jahr und beschäftigen 850 Personen. 20 Prozent von ihnen erwirtschaften 90 Prozent oder mehr ihrer Umsätze mit medizintechnischen Produkten, und die übrigen arbeiten ebenfalls in unterschiedlichem Umfang für den medizinischen Bereich, allerdings im Rahmen der Diversifizierung. Selbst wenn 30 Prozent unserer Aussteller aus der Franche-Comté stammen, so darf man dabei nicht vergessen, dass 35 Prozent von ihnen auch aus anderen Teilen Frankreichs und weitere 35 Prozent aus dem Ausland stammen, denn die „Micronora“ ist in ganz Frankreich die einzige Messe, die dem Bereich der Mikrotechnologie gewidmet ist.

Die Fragen stellte Kathrin Schäfer

Micronora

F-25052 Besançon Cedex

www.micronora.com

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