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Zukauf Dräger baut Kompetenz zur lungenschonenden Beatmung aus

Redakteur: Kristin Breunig

Das Schweizer Start-up Stimit hat sich darauf spezialisiert, die Atemmuskulatur von künstlich beatmeten Intensivpatienten auf nicht-invasive Weise zu stärken. Dräger hat nun die Mehrheitsanteile an Stimit erworben.

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Dräger erwirbt Mehrheitsanteil am Schweizer Medizintechnik-Start-up Stimit.
Dräger erwirbt Mehrheitsanteil am Schweizer Medizintechnik-Start-up Stimit.
(Bild: Drägerwerk)

Die Drägerwerk AG & Co. KGaA hat die Mehrheitsanteile an dem in der Schweiz ansässigen Start-up Stimit erworben. Mit dem Zukauf baut Dräger seine Kompetenz im Bereich der lungenschonenden Beatmung weiter aus. „Stimit arbeitet an einer Lösung, die es so bisher noch nicht auf dem Markt gibt. Mit dem Erwerb der Mehrheitsanteile sichern wir uns einen Vorsprung in der Entwicklung der nicht-invasiven Stimulation der Atemmuskulatur“, sagt Stephan Kruse, Leiter des Dräger-Geschäftsbereichs „Therapie“.

Stimit wurde 2018 gegründet und hat sich auf die Aktivierung der Lunge und die nicht-invasive Stimulation der Atemmuskulatur bei Intensivpatienten spezialisiert. Verschiedene Krankheitsverläufe können eine künstliche Beatmung erfordern, das neuartige Coronavirus ist nur eine davon. Schon nach wenigen Beatmungstagen droht jedoch eine Schwächung der Atemmuskulatur und des Zwerchfells. Damit Patienten wieder selbstständig atmen können, muss das Zwerchfell als wichtigster Atemmuskel erhalten und aufgebaut werden. Stimit plant dies mittels elektromagnetischer Felder, die das Zwerchfell stimulieren, zu erreichen. Es soll u. a. der Entwöhnungsprozess von der Beatmung positiv beeinflusst werden.

Derzeit beträgt die Dauer des Entwöhnungsprozesses (Weaning) von der künstlichen Beatmung bei Intensivpatienten etwa zwischen 40 und 50 Prozent der Gesamtbeatmungszeit. Der Entwöhnungsprozess wird in der Regel mit zunehmender Beatmungsdauer schwieriger. Langfristig soll die elektromagnetische Stimulation des Zwerchfells dazu beitragen, den Zeitraum der Beatmung und damit den Krankenhausaufenthalt zu verkürzen sowie das Risiko für Komplikationen zu reduzieren. Stimit und Dräger werden in den kommenden Monaten gemeinsam an der Weiterentwicklung des Produkts und der Durchführung der klinischen Studien arbeiten.

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