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Digitalisierung ja – aber bitte sicher

| Redakteur: Kathrin Schäfer

„Manipulationsversuche und Angriffe auf volldigitale Medizinprodukte geschehen oft und am einfachsten vor Ort “, sagt Markus Dillinger von SIE Solutions.
„Manipulationsversuche und Angriffe auf volldigitale Medizinprodukte geschehen oft und am einfachsten vor Ort “, sagt Markus Dillinger von SIE Solutions. (Bild: Astrid Benkler / SIE)

Begriffe wie „Industrie 4.0“ oder „Digital Factory“ sind in aller Munde. Entwickler, Hersteller und Inverkehrbringer von Medizingeräten stellen sie vor große Herausforderungen in Sachen Security.

  • Vernetzte Medizingeräte sind angreifbar
  • Manipulationsversuche und Angriffe auf volldigitale Medizinprodukte geschehen oft auf Hardware-Ebene
  • Von Security-Conception-Workshops bis zur Verschlüsselung von Daten

Markus Dillinger ist General Manager Technology des Entwicklungs- und Fertigungsspezialisten SIE Solutions. Er sieht den Bedarf an passgenauen Sicherheitskonzepten als die aktuell größte Herausforderung beim Thema Digitalisierung im Gesundheitssektor: „In der Medizintechnik liegt der vorrangige Fokus auf störungsfrei funktionierenden Geräten. Im Verhältnis zur Business-IT, in welcher Sicherheit und Zugriffsschutz die wichtigere Rolle spielen, ergeben sich also schon in der Entwicklung völlig andere Voraussetzungen.“

Vernetzte Medizingeräte sind angreifbar

Der Operationssaal der Zukunft – vollständig digitalisiert und weitgehend automatisiert – eröffne Ärzten und Patienten neue Möglichkeiten, so Dillinger. Nicht außer Acht lassen dürfe man aber an dieser Stelle die Sicherheit. „Jede Vernetzung und jeder automatische Arbeitsschritt machen einen Gesamtprozess potentiell auch angreifbarer, deshalb verbinden wir mit der Entwicklung vernetzter Medizinprodukte stets entsprechende Sicherheits- und Sicherungskonzepte.“

Angriffe auf volldigitale Medizinprodukte geschehen oft auf Hardware-Ebene

Moderne Security-Konzepte basierten auf den sogenannten „drei Standbeinen der Security“. Dabei beschränke sich die Betrachtung nicht auf die allgemein bekannten Problemstellungen wie Hackerangriffe oder Virenbefall. Dillinger erklärt: „Manipulationsversuche und Angriffe auf volldigitale Medizinprodukte geschehen oft und am einfachsten vor Ort. Auf Hardware-Ebene – beispielsweise durch das Einführen eines USB-Hochspannungsgenerators – lassen sich diese Geräte einfach und effektiv sabotieren. Zu vollständigen Sicherheitskonzepten gehören deshalb neben ESD-gerechtem Schaltungsdesign und entsprechende Ableitmaßnahmen vor allem auch Awareness-Schulungen. Schon bei Zutrittsberechtigungen und -kontrollen gilt es anzusetzen. Selbstverständlich sind wir als Entwicklungsspezialist originär mit der Konzeption und der Absicherung der Endgeräte betraut. Jedoch sehen wir es auch als eine unserer wichtigsten Aufgaben, Herstellern und über sie Endkunden, also Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten, die wichtigsten Eckpunkte eines vollständigen Sicherheitskonzepts zu vermitteln.“

Von Security-Conception-Workshops bis zur Verschlüsselung von Daten

Gemeinsam mit Partnern aus der Medizin und In-vitro-Diagnostik legt SIE Solutions im Rahmen von Security-Conception-Workshops zunächst die produktindividuellen Schutzziele fest. „Erst im Anschluss gehen wir tiefer auf Themen wie Systemintegrität ein. Auch hier sind es zunächst einfache und grundlegende Fragen, die zu beantworten sind: Wer darf beispielsweise wann und wie im normalen Workflow Daten erfassen und verändern? Erst im Anschluss werden Lösungen rund um die klassische Verschlüsselung sensibler Daten zum Schutz vor Fremdzugriff und Manipulation entwickelt und in die jeweiligen Produktkonzepte integriert“, erklärt Dillinger.

All dies macht deutlich: Die hochsensiblen Daten des Gesundheitssektors, der (lebens-)wichtige Fokus auf die Ausfallsicherheit volldigitaler Medizinprodukte und -geräte sowie die Komplexität entsprechend geeigneter und vollständiger Sicherheitskonzepte verlangsamen den Digitalisierungsprozess in der Medizintechnikbranche. „Klar zu sehen ist jedoch auch, dass Hersteller, Inverkehrbringer und Entwicklungsspezialisten die Herausforderungen erkannt haben und entsprechend reagieren“, zeigt sich Dillinger optimistisch. Partnernetzwerke wie das von SIE Solutions arbeiten an der digitale (R)Evolution im Gesundheits-Sektor.

SIE Solutions auf der Compamed 2017: Halle 8a / L01

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Weitere Artikel über die Entwicklung und Fertigung von Medizingeräten finden Sie in unserem Themenkanal Fertigung.

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