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ZVEI exklusiv Digitaler Wandel: „Ohne IT-Sicherheit geht es nicht“

Autor / Redakteur: Hans-Peter Bursig / Peter Reinhardt

Die Digitalisierung begegnet uns in allen Lebensbereichen. Überall sorgt sie für große und zum Teil sehr schnell aufeinander folgende Veränderungen. In der Gesundheitswirtschaft sind diese Veränderungen besonders komplex.

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„Wenn wir die Chancen der Digitalisierung nutzen wollen, müssen wir jetzt handeln und die IT-Sicherheit in den Mittelpunkt stellen“, Hans-Peter Bursig Geschäftsführer des Fachverbands „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI.
„Wenn wir die Chancen der Digitalisierung nutzen wollen, müssen wir jetzt handeln und die IT-Sicherheit in den Mittelpunkt stellen“, Hans-Peter Bursig Geschäftsführer des Fachverbands „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI.
(Bild: ZVEI)
  • Die Zahl von Cyberangriffen auf Krankenhäuser in Deutschland steigt
  • Cybersicherheit in der Gesundheitswirtschaft erfährt zu wenig Aufmerksamkeit
  • Praktische Empfehlungen für die Hersteller

In der Gesundheitswirtschaft betreffen die Veränderungen infolge des digitalen Wandels nicht nur die Entwicklung und Herstellung von Medizinprodukten und Arzneimitteln. Vielmehr werden auch die medizinische Forschung, ethische Fragen zum Umgang mit sensiblen persönlichen Gesundheitsdaten und die Rolle der Patienten in der Gesundheitsversorgung erfasst.

Digitalisierung eröffnet der Gesundheitswirtschaft neue Chancen

Die Digitalisierung eröffnet der Gesundheitswirtschaft vielfältige neue Chancen. Ihr größter Vorteil ist die Möglichkeit, die Versorgung individuell an den Bedürfnissen und der Situation des einzelnen Patienten auszurichten. Konkret heißt das, die Arzneimitteltherapie kann zum Beispiel genau auf die genetischen Merkmale des Patienten angepasst werden. Und dank Telemedizin erfolgt die Behandlung nicht mehr nur in der Arztpraxis, sondern zum Beispiel auch zu Hause.

Die Basis für all diese Verbesserungen sind Daten. Ohne ihre Sammlung und Analyse können wir die Vorteile des digitalen Wandels nicht nutzen. Für die Medizintechnik – wie übrigens auch für alle anderen Bereiche, in denen Daten eine große Rolle spielen – rückt damit das Thema Cybersicherheit in den Fokus. Es wird höchste Zeit, hier mehr Ressourcen aufzuwenden. Denn die Zahl von Cyberangriffen auf Krankenhäuser in Deutschland steigt. Die Politik hat bereits reagiert: Im Rahmen der Kritis-Gesetzgebung werden Anforderungen an die Cybersicherheit von kritischen Infrastrukturen im Gesundheitsbereich formuliert.

Praktische Empfehlungen für die Hersteller

Doch was bedeutet das konkret für die Medizintechnik-Hersteller? Um diese Frage zu beantworten, arbeitet der ZVEI gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) an praktischen Empfehlungen für die Hersteller. Das ZVEI-Positionspapier „Cyber-Sicherheit in Medizintechnik und Krankenhaus-IT“ gibt außerdem einen Überblick darüber, worauf bei Netzwerken im Gesundheitssystem geachtet werden muss. Auch im „Grünbuch Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft“ thematisieren wir diesen Aspekt und setzen uns mit den nötigen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Digitalisierung auseinander.

Dem Thema Cybersicherheit in der Gesundheitswirtschaft wird zurzeit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das muss sich dringend ändern. Wenn wir die Chancen der Digitalisierung nutzen wollen, müssen wir jetzt handeln und die IT-Sicherheit in den Mittelpunkt stellen. Das beginnt bereits bei der Produktentwicklung medizintechnischer Geräte.

Hans-Peter Bursig ist Geschäftsführer des Fachverbands „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI – Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.

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