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Compamed 2014 „Die Zeichen stehen auf Wachstum“

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Erleichtert darüber, dass der Streik bei der Deutschen Bahn nicht während, sondern bereits vor der Messe stattfindet, ist Joachim Schäfer auf der Vorpressekonferenz zu Medica und Compamed. Als Geschäftsführer der Messe Düsseldorf ist er für beide Messen zuständig, ebenso wie Projektleiter Horst Giesen. Während Schäfer darauf verweist, dass die Compamed mit in diesem Jahr 750 Ausstellern „an die Grenzen der beiden Hallen-Kapazitäten“ reicht, nennt Giesen die inhaltlichen Trendthemen der Medica: Diese sind Medizinische Bildgebung, Hybrid-OPs sowie Wearables.

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Fröhliche Gesichter: Joachim Schäfer (links) und Horst Giesen (2. von links) verkünden, dass die Hallen 8a und 8b der Compamed mit 750 Ausstellern komplett ausgebucht sind.
Fröhliche Gesichter: Joachim Schäfer (links) und Horst Giesen (2. von links) verkünden, dass die Hallen 8a und 8b der Compamed mit 750 Ausstellern komplett ausgebucht sind.
(Bild: Schäfer)

Die parallel zur Medica stattfindende Compamed mit ihren zwei Fachforen in den Hallen 8a und 8b soll die Anliegen von Endprodukteherstellern und Zulieferern miteinander verzahnen. Denn: „Die Zulieferer gewinnen zunehmend an Bedeutung in der Medizintechnik“, so Giesen, will meinen: Viele Innovationen finden bereits im Zulieferbereich statt. Diese Einschätzung teilt Ivam-Geschäftsführer Dr. Thomas Roland Dietrich. Zwei Hauptthemen identifiziert er auf dem Gemeinschaftsstand des Ivam Fachverbands für Mikrotechnik mit seinen 45 Ausstellern, der seiner Meinung nach einen Trend in der Medizintechnik widerspiegelt: Der Bedarf an personalisierter Medizin führe einerseits zu einer Veränderung der Produktionstechnologien für die Medizintechnik, andererseits vermehrt zu analytischen und diagnostischen Produkten. Dies bedeutet, es gibt immer mehr individuelle Medizinprodukte. Diese werden künftig nicht mehr als Massenprodukte in hohen Stückzahlen, sondern beispielsweise in Losgröße 1 im 3D-Druckverfahren hergestellt.

1,6 Prozent Umsatzwachstum für die deutsche Medizintechnik

Apropos Zahlen: Marcus Kuhlmann, dem Leiter des Fachverbands Medizintechnik im Industrieverband Spectaris, obliegt es, die Wirtschaftszahlen der deutschen Medizintechnikbranche vorzustellen. Er gibt sich betont, wenn auch verhalten optimistisch: „Die deutsche Medizintechnik wächst, aber mit einem Umsatzplus von lediglich 1,6 Prozent.“ Damit knacken die rund 1.200 Medizintechnikhersteller 2014 erstmals die magische Grenze von 25 Mrd. Euro Gesamtumsatz; davon werden 7,96 Mrd. Euro Umsatz im Inland erzielt, 17,06 Mrd. Euro und damit 68 Prozent im Ausland.

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Hindernisse für mehr Wachstum

Als Hemmschuh für mehr Wachstum sieht Kuhlmann, ebenso wie sein Nachredner Hans-Peter Bursig vom Verband ZVEI, die drohende europäische Medizinprodukteverordnung sowie die aktuell diskutierte Nutzenbewertung von Medizinprodukten. Beides ziehe mehr Bürokratie nach sich. Außerdem brächten die Sanktionen gegen Russland, die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten sowie das Ebola-Virus Geschäfte zum Erliegen. Trotz eines zurzeit ebenfalls verlangsamten Wachstums in China blickt Kuhlmann positiv in die Zukunft: „Mit Blick auf den demografischen Wandel und den Nachholbedarf der Schwellenländer stehen die Zeichen langfristig auf Wachstum.“

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