6. Außenwirtschaftstages Medizintechnik, Pharma & Labortechnik

„Die Welt ist in Unordnung“ – Umbrüche als Chancen wahrnehmen

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Rund 200 Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik haben am 6. Außenwirtschaftstag in Berlin teilgenommen.
Rund 200 Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik haben am 6. Außenwirtschaftstag in Berlin teilgenommen. (Bild: Regina Sablotny / Spectaris)

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Wir müssen umdenken in Zeiten globaler Herausforderungen – das war die einhellige Meinung der Referenten, Diskutanten und Teilnehmer des 6. Außenwirtschaftstags Medizintechnik, Pharma und Labortechnik am 29. November in Berlin, den die German Healthcare Export Group e. V. (GHE) mit Spectaris und dem Auswärtigen Amt veranstaltet hat.

Rund 200 Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik verfolgten die Statements zur aktuellen Lage der Weltwirtschaft mit klaren Hinweisen für Politik und Unternehmen zur Gestaltung.

Mit internationalen Umbrüchen bestmöglich umgehen

„Die Welt ist in Unordnung“, gibt Miguel Berger, Abteilungsleiter für Wirtschaft und Entwicklung im Auswärtigen Amt, Frank Walter Steinmeiers Aussage zur derzeitigen Weltlage wieder. Deutschland sei als weit vernetzte Volkswirtschaft von internationalen Umbrüchen unmittelbar und stark betroffen. „Um bestmöglich mit diesen internationalen Umbrüchen umgehen zu können, müssen wir das größtmögliche Maß an Verlässlichkeit in Politik und Wirtschaft zeigen“, betont Berger. Die Unternehmen der deutschen Gesundheitswirtschaft sind sehr exportstark, innerhalb der EU aber auch international. Die deutsche Außenpolitik müsse daher helfen, zum einen Europa leistungsfähig zu halten und seine Integrität zu bewahren und zum anderen Unternehmenskontakte im Ausland zu knüpfen und zu stärken, um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands zu erhalten. Dabei gelte es auch die Herausforderungen des digitalen Wandels in Chancen umzuwandeln, resümiert Berger.

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31.10.16 - In den vergangenen zwei Jahren sind die Anforderungen aus dem Bereich Datenintegrität wieder stärker in den Fokus regulierter Industrien gerückt. Grund für die gestiegene Aufmerksamkeit sind vermehrte Verstöße, die von der FDA und der EMA beobachtet worden sind. lesen

Die momentane Unsicherheit als Chance wahrnehmen

Prof. Henning Vöpel vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut HWWI verlangte angesichts der momentanen Veränderungen auf den Weltmärkten und in der internationalen Politik ein neues Verständnis der Globalisierung. Er appelliert an alle Unternehmen, die derzeitige Unsicherheit als Chance zu sehen und zu nutzen, um die Weltwirtschaft mit zu gestalten. „Wir müssen die deutsche Wirtschaft innovationsfähig halten, indem wir in Bildung und Technologie investieren“, beschreibt Vöpel seine Vorstellung, um die deutsche Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

Vertriebskanäle stärker digitalisieren

Darauf müssen sich die Unternehmen einstellen und mit neuen Internationalisierungsstrategien reagieren. Diese trifft vor allem die Vertriebskanäle, die zukünftig stärker digitalisiert werden und die Flexibilität von Unternehmen, die noch agiler in den Märkten agieren müssen. Ein tiefergehendes Verständnis für die Anforderungen der Zielmärkte wird in der Konsequenz für den internationalen Erfolg wichtiger denn je.

Viel Potenzial in den Golfstaaten und der ASEAN-Region

Doch wie ist das noch zu leisten? Experten Panel auf dem Außenwirtschaftstag nahmen die Welt unter die Lupe: Die Golfstaaten bieten für die Medizintechnik immer noch gute Chancen – besonders durch die Öffnung des Irans verbunden mit geplanten Investitionen in die Gesundheitsinfrastruktur. Auch die Bedeutung der ASEAN-Region wächst weiter – ein harmonisierter Marktzugang könnte dort zukünftig weitere Potenziale freisetzen. Für die Labortechnik ist auch Lateinamerika eine mit Chancen behaftete Wachstumsregion. Kuba, Mexiko und Kolumbien bieten für die Hersteller eine Vielzahl passender Anwendungsfelder. Die Pharmaindustrie diskutierte Chancen in Afrika, wo immer mehr Generika produziert wird. Ein länderübergreifender Aspekt ist die außen- und sicherheitspolitischen Bewertung in Krisensituationen, dass nicht nur durch die aktuellen Entwicklungen in der Türkei eine große Aktualität hatte.

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22.11.16 - Eine Studie des ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie – zeigt, dass es bei der Digitalisierung von Unternehmen, bei mittelständischen und besonders bei kleineren noch einen großen Nachholbedarf gibt. lesen

Und wir reagiert der Mittelstand? Dr. Reinhold Festge von der Haver & Boecker OHG stellte in seinem Impulsvortrag die Herausforderungen für kleine und mittelständische Unternehmen im Welthandel vor und verwies abermals auf die großen Stärken des Mittelstands. Langfristige Planung, historisch hoher Exportanteil und ungebrochene Neugier zeichnen ihn aus. Doch sollten wir vermehrt über den Tellerrand schauen und Investitionen im Ausland nicht scheuen, um so nachhaltiges Wachstum in Deutschland zu sichern. Hier spielt der Freihandel eine wichtige Rolle.

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