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Teleclinic Die Online-Sprechstunde boomt – Teleclinic baut seine Marktführerschaft weiter aus

Redakteur: Kristin Breunig

Die Corona-Pandemie gilt als Treiber für die Telemedizin. Viele Menschen nutzen den Online-Arztbesuch, um das Infektionsrisiko kleinzuhalten. Auch der deutsche Anbieter für Online-Arztbesuche, Teleclinic, konnte 2020 seine Führungsposition weiter ausbauen. Mit über 500 Prozent Patientenwachstum wurden die Erwartungen des Unternehmens übertroffen.

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Die 29-jährige Gründerin und Geschäftsführerin Katharina Jünger wurde 2020 für ihr Engagement und ihre Leistung in die Forbes Liste „30 unter 30“ (DACH) sowie in die „Junge Elite – 40 unter 40“ von Capital aufgenommen.
Die 29-jährige Gründerin und Geschäftsführerin Katharina Jünger wurde 2020 für ihr Engagement und ihre Leistung in die Forbes Liste „30 unter 30“ (DACH) sowie in die „Junge Elite – 40 unter 40“ von Capital aufgenommen.
(Bild: Teleclinic)

Die Nachfrage nach Telemedizin ist im vergangen Jahr 2020 signifikant gestiegen. Ein Faktor hierfür ist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit die Corona-Pandemie. Als weiteren Treiber sieht der, nach eigenen Angaben, deutsche Marktführer Teleclinic den erstmals kostenfreien Zugang für Kassenpatienten. Auch langfristig wird das Potenzial für Videosprechstunden wachsen, ist sich Teleclinic-CEO Katharina Jünger sicher. Sie rechnet damit, dass in Deutschland bis 2026 fünf Prozent aller ambulanter Arztbesuche online durchgeführt werden. Dies würde 50 Mio. Behandlungen entsprechen.

„Unser Ziel ist es, allen Patienten jederzeit eine schnelle, zuverlässige medizinische Versorgung verfügbar zu machen. Im letzten Jahr haben viele Bürger erstmals den digitalen Arztbesuch genutzt. Die Videosprechstunde wird sich 2021 unabhängig von Corona fest im Gesundheitssystem etablieren. Der Blick etwa in die USA und die skandinavischen Länder bestätigt, dass Telemedizin zukünftig ein integraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung sein wird und ambulante wie stationäre Behandlungen sinnvoll ergänzt,“ erklärt Jünger.

Teleclinic will Ärztenetzwerk ausbauen

Immer mehr Ärzte entscheiden sich für telemedizinische Angebote als Ergänzung zur herkömmlichen Sprechstunde. Waren es 2017 noch zwei Prozent der Ärzte, boten im Frühjahr 2020 bereits 52 Prozent eine Videosprechstunde an. Teleclinic verfügt aktuell über ein bundesweites Netzwerk von rund 260 niedergelassenen Ärzten und plant dieses signifikant auszubauen.

Neben den bereits eingeführten Corona- und Antikörpertests will Teleclinic 2021 die Behandlungsfelder beim Online-Arztbesuch durch Laboruntersuchungen mit dem Partner Cerascreen erweitern und Selbsttests für Zuhause integrieren. Speichel-, Urin-, Blut- oder auch DNA-Tests und damit verbundene Diagnosestellungen sollen dadurch ohne den zusätzlichen Besuch einer lokalen Arztpraxis möglich sein.

Vor-Ort-Apotheken sollen von Videosprechstunde profitieren

Teleclinic bildet den Arztbesuch von der Terminbuchung bis zur Rezepteinlösung – online oder in einer Vor-Ort-Apotheke – vollständig digital ab. Damit Patienten nach dem Arztbesuch schnell an benötigte Medikamente gelangen, hat Teleclinic mit einem eigenen Apothekenportal eine digitale Anbindung an Vor-Ort-Apotheken geschaffen. Laut eigenen Angaben lösten vier von fünf Patienten seit Einführung des Portals im Oktober 2020 Rezepte in einer lokalen Filiale ein. Privatrezepte in fünfstelliger Zahl vermittelte Teleclinic als Partner aller Vor-Ort-Apotheken auf diesem Weg in über 4000 Offizinen bundesweit, so das Unternehmen weiter.

Einen Meilenstein setzt die Einführung des E-Rezepts ab 1. Juli 2021. Dann erhalten gesetzlich Versicherte Kassenrezepte vom Online-Arzt. Die Kosten für die Arzneimittel werden, anders als bei den bisherigen digitalen Privatrezepten, von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Patienten können das E-Rezept online oder lokal in der Apotheke digital einlösen.

„Apps auf Rezept“ auf dem Vormarsch

Seit Oktober 2020 können Ärzte nicht nur Medikamente, sondern auch „Apps auf Rezept” als digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) verschreiben. Teleclinic hat in diesem Zuge das DiGA-Portal entwickelt. Ärzte erhalten darin einen Überblick über die offiziell vom Bundesministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen Anwendungen sowie weiterführende behandlungsrelevante Informationen. Patienten soll das Portal den Zugang zu den medizinischen Apps erleichtern. Neu zugelassene Apps werden von Teleclinic schnellstmöglich auf dem Portal integriert.

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