Nürnberg Messe / Forum Medtech Pharma

„Die MT-Connect und der Medtech Summit sind mehr als die Summe ihrer Teile“

| Redakteur: Peter Reinhardt

Branchentreffpunkt: Ab 2017 bringen die Nürnberg Messe und das Forum Medtech Pharma Messe, Kongress und Partnering-Event auf einer Veranstaltung zusammen.
Branchentreffpunkt: Ab 2017 bringen die Nürnberg Messe und das Forum Medtech Pharma Messe, Kongress und Partnering-Event auf einer Veranstaltung zusammen. (Bild: Bayern Innovativ / Matthias Merz)

Erstmals gehen in diesem Jahr die neue Medtech-Messe MT-Connect und der etablierte Kongress Medtech Summit gemeinsam an den Start. Rund ein halbes Jahr vor der Veranstaltung hat Devicemed mit Alexander Stein, Veranstaltungsleiter der Nürnberg Messe, und Dr. Thomas Feigl, Vorstand des Forums Medtech Pharma, über Erwartungen, Risiken und vor allem die Vorteile für die Besucher gesprochen.

Herr Dr. Feigl, Herr Stein, einen gut funktionierenden Kongress mit begleitender Ausstellung in eine Messe mit begleitendem Kongress umwandeln: Ist das nicht riskant?

Feigl: Die Kongress-Ausstellung war immer ausgebucht, insofern war es einfach dem Bedarf folgend ein konsequenter Schritt, die begleitende Ausstellung in eine Medizintechnik-Messe zu überführen. Mit der Nürnberg Messe haben wir den perfekten Partner gefunden, um den ursprünglichen – für viele Unternehmen und Institutionen – inspirierenden Charakter unseres Veranstaltungsformates beizubehalten und Altes mit Neuem zu verbinden.

Dennoch: Eine Veranstaltung dieser Größe zu organisieren ist immer mit vielen Unwägbarkeiten verbunden. Die neue Konstellation und der Zusammenschluss von Nürnberg Messe und Forum Medtech Pharma bieten aber aus meiner Sicht enormes Potenzial.

Stein: Ich finde die Frage, wer wen begleitet, nicht passend. Die räumliche Nähe von Kongress und Ausstellung hat die Veranstaltung immer ausgezeichnet, hat ihr besonderes Flair ausgemacht. Das wird auch genau so bleiben. Die Expertise der Nürnberg Messe ist nun einmal, Messen erfolgreich zu veranstalten. Und die Qualität des Forums ist seine unglaubliche Tiefe in der Medizintechnik. Wir entwickeln die Veranstaltung gemeinsam weiter – mit einem einzigen, hoffentlich perfekten Erlebnis für alle Seiten. Es wird eine gemeinsame Veranstaltung aus einem Guss. Versprochen!

Braucht es denn wirklich eine neue Messe im süddeutschen Raum?

Stein: Das Feedback aus der Branche ist eindeutig: Ja! Dr. Feigl hat es ja schon erwähnt: Die Ausstellung war in den vergangenen Jahren immer ausgebucht. Die Nachfrage ist also vorhanden. Das überrascht auch nicht: Süddeutschland ist der Hotspot der europäischen und deutschen Medizintechnikbranche. Deshalb wollen wir eine bestehende, hochwertige Veranstaltung weiterentwickeln. Auf weiterhin hohem Niveau. Und dieser Anspruch an Kongress und Messe macht den Unterschied. Wir wollen, dass der Medtech Summit und die MT-Connect für die Besucher schlussendlich als Ganzes mehr sind als die Summe ihrer Teile. Dafür haben wir viele Angebote, um alle Akteure miteinander zu vernetzen. Das ist in dieser Form schlicht einzigartig.

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Und wie viele Aussteller und Besucher erwarten Sie?

Stein: Wir sind angetreten, die Zahl der Aussteller und Besucher zu verdoppeln (Anmerk. der Red.: 2016 zirka 1.000 Besucher und 120 Aussteller). Es gibt keinen Grund, von diesem Ziel abzurücken. Aber eines ist auch klar: Wir werden unseren Anspruch nicht aus den Augen verlieren. Die MT-Connect funktioniert nur dann, wenn die Qualität bei Ausstellern und Besuchern stimmt. Wir werden nicht auf die Masse schielen, sondern darauf, die richtigen Menschen zu den richtigen Themen zusammenzubringen. Das gilt für den Kongress wie für die Messe.

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Herr Feigl, zuletzt hatte der Kongress immer so etwa 1.000 Teilnehmer. Erwarten Sie hier Veränderungen?

Feigl: Wir gehen davon aus, dass die Teilnehmerzahl in 2017 weiterhin in etwa bei 1.000 liegen wird. Zusätzlich zum Kongressprogramm bieten wir dieses Jahr unser bereits sehr erfolgreiches Partnering-Event, das wir bislang in Garching durchgeführt haben, erstmalig nun auch im Messegeschehen an. Es ermöglicht effizientes B2B-Networking zwischen allen Teilnehmern des Medtech Summits sowie den Ausstellern und Besuchern der MT-Connect. Wir hoffen natürlich, dass die Teilnehmerzahl nach erfolgreicher Etablierung des neuen Veranstaltungsformates „Messe-Kongress-Partnering“ weiter wächst.

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Welche Aussteller können Sie den Besuchern heute schon empfehlen, Herr Stein?

Stein: Alle! Die Frage nach den klangvollen Namen ist verständlich, zum jetzigen Zeitpunkt will ich sie aber nicht beantworten. Wir werden rechtzeitig im Frühjahr die konkrete Standplanung veröffentlichen, bis dahin bleibt die Orientierung an den Ausstellern vom vergangenen Jahr, von denen viele wieder mit dabei sind. Auch die Mitglieder unseres Expertenbeirats von Siemens oder der Firma Peter Brehm aus dem IVAM, dem ZVEI und dem Medical Valley unterstützen uns derzeit sehr aktiv. Etwas will ich aber doch verraten: Wir bündeln attraktive Aussteller auch auf Gemeinschaftsständen. Zum Beispiel aus den Niederlanden und Österreich. Und: Wir sind nicht nur stark im Medical Valley in der Metropolregion Nürnberg, auch Medical Mountains aus dem Südwesten Deutschlands ist auf der MT-Connect mit dabei.

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Aktuelle Trendthemen der Branche sind Digitalisierung und 3D-Druck. Was können die Besucher hier erwarten?

Stein: Die Digitalisierung, Stichworte Mobile Health und Big Data, und additive Fertigungsverfahren zählen sicherlich zu den Trends mit disruptivem Charakter für die gesamte Branche. Daher werden sich diese Themen auf der gesamten Veranstaltung wiederfinden: auf dem Summit, im Forum in der Halle und in den Ausstellungsbereichen. Genau das soll den Charme ausmachen. Darüber hinaus haben wir weitere wichtige Trendthemen und Treiber der Medizintechnik identifiziert, darunter Companion Diagnostic, Imaging, Robotics und intelligente Implantate, aber auch Regulatory Affairs, Start-ups, die wir ebenfalls aufgreifen.

Die größten Highlights sind jedoch unsere Besucher und Aussteller. Die stehen im Mittelpunkt; um die dreht sich alles. Wir schaffen einen Innovation Market Place, auf dem sich Start-ups und Dienstleister finden können. Wir schaffen den interaktiven Austausch zwischen Kongress und Messe mit unseren Connecting Events. Und damit meine ich nicht nur einen Aussteller-Abend, sondern insbesondere das Partnering. Hier können Aussteller und Kongress- und Messebesucher gleichermaßen miteinander das Gespräch suchen – sehr einfach über eine Online-Terminvereinbarung vorab. Kurz: Wir sorgen dafür, dass die Kongressthemen in die Messe hineinspielen. Das wird den Austausch untereinander beflügeln.

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Und welche Themen werden den Kongress bestimmen, Herr Feigl?

Feigl: Wie in den Vorjahren sind die Zukunftstrends der Medizintechnik-Branche unser Fokus. Themen des Programms sind unter anderem Digitalisierung und Wearables, smarte Medizingeräte, Diagnostik sowie die Implikationen rund um die MDR und weitere regulatorische Herausforderungen zum Beispiel im Bereich Mobile Health.

Können Besucher einfach zwischen den beiden Veranstaltungen wechseln?

Feigl: Die Besucher können aus unterschiedlichen Modulen wählen und haben die freie Wahl, ob sie den Messebesuch, das Partnering oder das Komplettpaket mit Messebesuch, Kongress und Partnering buchen möchten. Natürlich sollten sie sich bei der Anmeldung je nach Interesse gleich für das entsprechende Ticket entscheiden. Aber auch vor Ort ist ein „upgrade“ des Tickets noch möglich.

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Was braucht es, damit Sie, Herr Feigl, mit dem Medtech Summit 2017 zufrieden sind?

Feigl: Wir sind zufrieden, wenn unsere Teilnehmer zufrieden sind. Bislang ist uns das immer gelungen – ich denke, die Zusammenstellung des Programms mit wissenschaftlichen und markt-relevanten Vorträgen wird von den Teilnehmern sehr geschätzt. Mit dem Medtech Summit haben wir eine Plattform für Wissenstransfer und Vernetzung geschaffen. Die Teilnehmer sollen nach den beiden Tagen mit guten Kontakten und wertvollen Impulsen für die Zukunft ihres Unternehmens nach Hause gehen.

Und was ist Ihr persönliches Ziel für die MT-Connect 2017, wann wären Sie mit der Auftaktveranstaltung zufrieden, Herr Stein?

Stein: Wenn wir am Ende des zweiten Messetags in entspannte und fröhliche Gesichter auf Aussteller- und Besucherseite blicken. Dann war es ein guter Auftakt. Letztlich muss es sich für alle Beteiligten lohnen, auf die Messe zu gehen – ob als Aussteller oder Besucher. Wenn die Besucher schlauer nach Hause gehen und die Aussteller gute Gespräche geführt haben, dann haben wir einen guten Job gemacht. Das ist mein Ziel.

Zum Abschluss noch der Blick in die Zukunft, Herr Stein: Wo sehen Sie die MT-Connect im Vergleich mit den etablierten Medizintechnik-Messen Compamed und Medtec Europe in drei Jahren?

Stein: So wie der süddeutsche Raum als Hotspot der Medizintechnikbranche gilt, wollen wir dem gerecht werden und das Flaggschiff in Süddeutschland sein. Durch die räumliche und zeitliche Distanz zur Compamed sehe ich uns als gute Ergänzung in diesem dynamischen Markt. Der Markt kann eine solche Veranstaltung wie unsere gut gebrauchen. Aber wir wollen dabei mit Qualität und Service überzeugen – daher pflegen wir die sehr enge Verbindung zur Branche.

Und wo steht dann der Medtech Summit?

Feigl: Der Medtech Summit kann nicht losgelöst von der MT-Connect betrachtet werden. Wir möchten, dass das neue Veranstaltungsformat aus Messe, Kongress und Partnering neben der Compamed und Medica zu der Veranstaltung für die Medtech-Branche wird.

Die Fragen stellte Peter Reinhardt, Chefredakteur, Devicemed.

Lesen Sie weitere Meldungen rund um Medtech-Messen in unserem Themenkanal Szene.

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