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Interview Die gute Nachricht: Präsenzveranstaltungen bleiben wichtig

Redakteur: Marc Platthaus

Tanja Wendling, Projektleiterin der T4M – Technology for Medical Devices ist überzeugt: Der persönliche Austausch ist dauerhaft durch kein digitales Format zu ersetzen. Gleichwohl ist die bekennende Netzwerkerin ein Fan von digitalen Technologien, die einen echten Mehrwert für die Teilnehmer liefern und schürt damit die Vorfreude auf die Fachmesse für Medizintechnik im Mai 2021 in Stuttgart.

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Tanja Wendling: „Der Auftrag an uns lautet: Behaltet den Fokus auf der Umsetzung der physischen Fachmesse und prüft, welche Bedürfnisse von Besuchern und Ausstellern sich langfristig digital lösen lassen.“
Tanja Wendling: „Der Auftrag an uns lautet: Behaltet den Fokus auf der Umsetzung der physischen Fachmesse und prüft, welche Bedürfnisse von Besuchern und Ausstellern sich langfristig digital lösen lassen.“
(Bild: Landesmesse Stuttgart GmbH)
  • Innovation Forum von Medical Mountains hat gezeigt, dass Veranstaltungen mit einem geeigneten Hygienekonzept funktionieren
  • T4M hält am Konzept einer Präsenzveranstaltung im Mai fest
  • Digitale Ergänzungen machen nur dort Sinn, wo sie Nutzen stiften

Das Projektteam der T4M – Technology for Medical Devices hat sich in den vergangenen Wochen an verschiedenen Veranstaltungen beteiligt, an digitalen ebenso wie an physischen. Eine der wenigen Präsenzveranstaltungen war das 12. Innovation Forum Medizintechnik, das am 14. Oktober in Tuttlingen stattfand. Wie haben Sie die Veranstaltung erlebt?

Der Tenor auf dem 12. Innovation Forum Medizintechnik am 14. Oktober in Tuttlingen war einhellig: Sich nach langer Zeit endlich wieder persönlich treffen, austauschen und netzwerken zu können, war eine wichtiger und wertvoller Moment für die 67 Aussteller und rund 300 Teilnehmer. Mit der T4M waren wir in diesem Jahr nun zum dritten Mal als Aussteller und erstmalig auch als Premium-Partner mit dabei. Natürlich war es durch Abstandsregelungen und Maskenpflicht ein ganz besonderes Forum und vorab unklar, inwiefern die Gespräche entspannt geführt werden würden. Doch das Hygienekonzept der Veranstalter Technology Mountains und Medical Mountains war sehr gut durchdacht und verantwortungsbewusst umgesetzt. Die Teilnehmer konnten sich zu jeder Zeit sicher fühlen und bewegten sich in entspannter Atmosphäre.

Die massiven Absagen und Verschiebungen von Messen durch die Pandemie haben die Notwendigkeit digitaler Übergangslösungen und Ergänzungsformate zu bestehenden Messe-Formaten geweckt. Messen wurde ganz oder in Teilen ins Digitale verlagert. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Die Messebranche wurde massiv vom Lockdown getroffen. Ende August war bereits klar, dass 368 für das Jahr 2020 geplante Messen in Deutschland nicht oder zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden würden – das sind 61 Prozent! Und auch danach mussten noch viele Veranstaltungen abgesagt oder verschoben werden. Digitale Formate können das nicht revidieren. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Politik, Ausstellern, Besuchern und Veranstaltern, das von Vertrauen und gegenseitiger Unterstützung geprägt ist. Digitale Formate können Fachmessen als ergänzendes Angebot allerdings zukunftsfähiger und vielfältiger machen.

Was bedeutet das für die T4M 2021 in Stuttgart?

Die meisten Akteure der Medtech-Branche haben mittlerweile Erfahrungen mit digitalen Formaten unterschiedlichster Art gemacht – positive wie negative. Und auch wir nehmen in unterschiedlichsten Rollen an vielen digitalen Events teil. Aus unseren vielen Gesprächen wissen wir deshalb, dass sich weder Teilnehmer noch Aussteller eine rein virtuelle Messe im Frühjahr 2021 wünschen. Das spiegelt sich auch in den Ausstelleranmeldungen der T4M wieder. Und gleichzeitig ist beim T4M-Team, als auch in der Medtech-Branche der Wunsch nach digitalen Ergänzungen vorhanden. Der Auftrag an uns lautet: Behaltet den Fokus auf der Umsetzung der physischen Fachmesse und prüft, welche Bedürfnisse von Besuchern und Ausstellern sich langfristig digital lösen lassen. Deshalb halten wir in Stuttgart an unserem Motto „Medizintechnikmesse neu gedacht“ nicht nur konzeptionell, sondern auch organisatorisch fest. Wir fokussieren uns auf das Wesentliche und werden auf digitale Ergänzungen setzen, die für die Medtech-Branche einen echten Nutzen stiften.

Die Fragen stellte Marc Platthaus, Chefredakteur Devicemed.

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