Praxistest der Telematik-Infrastruktur

Die elektronische Gesundheitskarte geht testweise online

| Redakteur: Manfred Klein

Mit dem Praxistest der Telematik-Infrastruktur geht Deutschland einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung eines zukunftsweisenden Gesundheitssystems, in dem zunächst rund 225.000 Teilnehmer vernetzt sein werden.
Mit dem Praxistest der Telematik-Infrastruktur geht Deutschland einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung eines zukunftsweisenden Gesundheitssystems, in dem zunächst rund 225.000 Teilnehmer vernetzt sein werden. (Bild: gemeinfrei)

Nach gut zehn Jahren Vorbereitung startet die CompuGroup Medical jetzt mit Pilotpraxen die Erprobung der Telematik-Infrastruktur auf Basis der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Der Ausgang des Tests wird über die Zukunftder eGK entescheiden.

Eines der größten und anspruchsvollsten IT-Projekte der Welt geht in seine unmittelbare Erprobungsphase. Nachdem am 14.11.2016 das Konsortium aus PwC Strategy&, CompuGroup Medical Deutschland AG und KoCo Connector AG diese weltweit einzigartige Infrastruktur offiziell in Betrieb genommen hat, läuft seit dieser Woche die Pilotphase bei Ärzten, Zahnärzten und Krankenhäusern. Danach könnte ab der 2. Jahreshälfte 2017 der flächendeckende, bundesweite Roll-Out beginnen.

Nach Auffassung des Konsortiums „geht Deutschland mit der Inbetriebnahme einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung des zukunftsweisenden Gesundheitssystems, in dem dann rund 225.000 Teilnehmer vernetzt sein werden“.

Megatrend Telemedizin

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Eine sichere Vernetzung zwischen allen Beteiligten ist eine der Voraussetzungen für die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen. Diesem Zweck dient die Telematik-Infrastruktur. Über sie sollen in einem ersten Schritt das Versichertenstammdatenmanagement und etwas später dann auch Anwendungen wie zum Beispiel eArztbriefe, Arzneimitteltherapiesicherheit und Patientenakten realisiert werden können.

Das soll neben einer deutlichen Verbesserung der Gesundheitsvorsorge auch zur Steigerung der Effizienz im deutschen Gesundheitswesen führen. Alleine durch Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit könnten nach Meinung von Experten jährlich bis zu 25.000 schlimmste Erkrankungen (oft mit Todesfolge) aufgrund unerwünschter Arzneimittelwirkungen vermieden werden.

Gesundheitswesen ohne IT ist nicht mehr vorstellbar

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Die gematik (Gesellschaft für Telematik-Anwendungen der Gesundheitskarte mbH) hat das Konsortium, bestehend aus PwC Strategy&, der CompuGroup Medical Deutschland AG und KoCo Connector AG damit beauftragt, diese Infrastruktur zunächst in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein mit 500 Ärzten, Zahnärzten und Krankenhäusern zu erproben.

„Das Projekt zeigt, dass mithilfe intelligenter digitaler Lösungen eine gute Gesundheitsversorgung nicht nur modernisiert und zum Nutzen der Patientinnen und Patienten weiter verbessert wird, sondern dass sie durch die Hebung von Effizienzpotenzialen auch langfristig finanzierbar gehalten werden kann“, so Frank Gotthardt, Vorsitzender des Vorstandes und CEO der CompuGroup Medical SE. Darüber hinaus werde durch dieses Projekt die Basis dafür gelegt, dass Deutschland im digitalen Zeitalter wichtiger Forschungs- und Entwicklungsstandort in Gesundheits- und Versorgungsfragen bleiben könne, so Gotthardt.

„Wir beweisen hier in einzigartiger Weise, dass die Wirkkraft von IT mit einem sehr hohen Niveau an Datenschutz und Datensicherheit zusammenpassen kann. Wir sind der festen Überzeugung, dass auch das persönliche Engagement von Herrn Bundesgesundheitsminister Gröhe das Projekt zu diesem erfolgreichen Status geführt hat“, so Gotthardt.

Uwe Eibich, Vorstand der CompuGroup Medical Deutschland AG, ergänzt: „Wir freuen uns sehr, dass all die Bemühungen zum Start der Erprobung der eGK nun fruchten werden. Es war ein spannender Weg, alle notwendigen technischen Komponenten zu entwickeln, zu bauen und soweit vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gefordert, prüfen und zertifizieren zu lassen. Damit erfüllen wir weltweit höchste Sicherheitsstandards. Unsere Techniker sind geschult und freuen sich darauf, die notwendige Hardware in den Praxen zu installieren.“

Dieser Artikel ist erschienen auf unserem Schwesterportal www.egovernment-computing.de.

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