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Igus / Manus Award 2015 Die beste unter 467 Bewerbungen kommt aus der Medizintechnik

| Redakteur: Peter Reinhardt

Bereits zum siebten Mal wurde gestern Abend auf der Hannover Messe der Manus Award für innovative Gleitlageranwendungen verliehen. Und schon wieder gab es Gold für eine Lösung aus der Medizintechnik. Ausgezeichnet wurde ein Assistenzsystem für die Ohrchirurgie.

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Am Stand von Igus auf der Hannover Messe wurden die Preisträger des 7. Manus Award geehrt. Dritter von links ist der Sieger Jan-Philipp Kobler von der Leibniz Universität Hannover, in der Bildmitte ist Igus-Geschäftsführer Frank Blase zu sehen.
Am Stand von Igus auf der Hannover Messe wurden die Preisträger des 7. Manus Award geehrt. Dritter von links ist der Sieger Jan-Philipp Kobler von der Leibniz Universität Hannover, in der Bildmitte ist Igus-Geschäftsführer Frank Blase zu sehen.
(Bild: Igus)

Alle zwei Jahre sucht der Polymer-Spezialist Igus Anwendungen mit Kunststoffgleitlagern, die sich durch technische und wirtschaftliche Effizienz sowie durch Kreativität und Mut der Entwickler auszeichnen. Einsendungen aus 34 Ländern zeigten dieses Jahr die ganze Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten – von 3D-Druckern über Fitnessgeräte bis zu Pipettierautomaten und vielem mehr. Insgesamt haben sich in diesem Jahr 467 Entwickler aus aller Welt um die begehrte Auszeichnung beworben. Eine schwierige Aufgabe also für die fünfköpfige Jury, bestehend aus Vertretern von Firmen, Forschung und Fachmedien, die Besten daraus auszuwählen.

Goldener Manus für ein Assistenzsystem zur minimal-invasiven Cochleaimplantat-Chirurgie

Doch am Ende standen die Sieger fest: Jan-Philipp Kobler von der Leibniz Universität Hannover durfte den goldenen Manus für sein Assistenzsystem zur minimal-invasiven Cochleaimplantat-Chirurgie zur Behandlung von Innenohrtaubheit und hochgradiger Schwerhörigkeit entgegennehmen. Mit Hilfe dieses Gerätes wird eine Stichkanalbohrung von der Schädeloberfläche zur basalen Windung der Cochlea durchgeführt, die bis zu 35 mm unterhalb der Schädeldecke liegen kann. Hierfür ist Präzision erforderlich. Außerdem muss das System den medizinisch-hygienischen Anforderungen der Medizintechnik entsprechen. Die verwendeten Iglidur-X-Gleitlager sowie Drylin-N-Schienen erfüllen diese Aufgabe ohne Probleme. Schon bei den jüngsten drei Wettbewerben haben es mit einer Hüftprothese, einer Handprothese und einem Trainingsgerät Einsendungen aus der Medizintechnik aufs Siegerpodest geschafft.

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Silber geht nach Österreich, Bronze nach Südafrika

Den Silberrang belegte die Firma Mai International aus Österreich für ihre Maschine, die das Abziehen von Estrich enorm erleichtert. Zur Anpassung an unterschiedliche Raumbreiten kann die Maschine in 0,5-Meter-Schritten von 2,5 auf bis zu 4,0 Meter verbreitert werden. Bei maximaler Arbeitsbreite sind bis zu 100 Quadratmeter Flächenleistung pro Stunde möglich.

Der Manus in Bronze wurde für eine große 3D-Druckmaschine vergeben. Mit der laserbasierten Anlage der Firma Aerosud ITC aus Südafrika können Metallteile aus Titan, Aluminium, Stahl und sogar aus Gold gedruckt werden. Die Führungsschienen des Systems müssen hierfür auch unter extremen Bedingungen von bis zu 150 °C und mit feinen Staubteilchen in der Luft einwandfrei funktionieren.

Special-Manus für Bewerbung aus dem Partnerland Indien

Allein über 70 Einsendungen kamen dieses Jahr aus Indien, dem Partnerland der Hannover Messe 2015 – ein absoluter Rekord. Einen Sonderpreis gab es daher für die indische Firma ATS Elgi, die in ihrer Pkw-Waschanlage auf schmierfreie Iglidur-Kunststoffgleitlager von Igus setzt. Diese korrodieren nicht, wodurch sich die Ausfallzeiten der Waschanlage reduziert haben.

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