Bundesministerium für Bildung und Forschung

Deutschlands größte Gesundheitsstudie

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sieht die Studie als Investition in die Gesundheit zukünftiger Generationen. Das Bundesforschungsministerium finanziert die NAKO-Gesundheitsstudie über insgesamt zehn Jahre.
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sieht die Studie als Investition in die Gesundheit zukünftiger Generationen. Das Bundesforschungsministerium finanziert die NAKO-Gesundheitsstudie über insgesamt zehn Jahre. (Bild: Guido Bergmann / Bundesregierung)

Ein Projekt in dieser Dimension ist für Deutschland einmalig: Über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren werden die Teilnehmer der größten Gesundheitsstudie Deutschlands medizinisch begleitet, um Volkskrankheiten zu erforschen – und zu bekämpfen.

  • Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erforschen
  • 256 Mio. Euro Finanzierung

Durch die langfristige wissenschaftliche Untersuchung der gesundheitlichen Entwicklung zahlreicher Menschen können vollkommen neue Erkenntnisse gewonnen werden. Mithilfe der Daten der NAKO-Gesundheitsstudie sollen zukünftig Risikofaktoren für häufige Krankheiten besser identifiziert und Frühstadien von Krankheiten genauer untersucht werden können. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, dass Menschen künftig weniger häufig erkranken. Der Blick der Wissenschaft richtet sich dabei besonders auf die großen Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Studienteilnehmer werden über Jahrzehnte medizinsch begleitet

An der 2013 gestarteten NAKO-Gesundheitsstudie beteiligten sich bis April 2018 bereits 160.000 Frauen und Männer. In der jetzt beginnenden nächsten Phase soll die Teilnehmerzahl auf 200.000 Bürgerinnen und Bürger in den nächsten fünf Jahren anwachsen. Nur die statistisch zufällig ausgewählten und angeschriebenen Personen können sich beteiligen. Über einen langen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren werden die Teilnehmer medizinisch begleitet und zu ihren Lebensgewohnheiten und -umständen befragt – ob sie beispielsweise Sport treiben oder in welchem Berufsumfeld sie tätig sind.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sagt dazu: „Das Engagement der vielen Menschen ist eine Investition in die Gesundheit zukünftiger Generationen und Ausdruck des Zusammenhalts unserer Gesellschaft. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse helfen, gesünder und besser leben zu können.“

Das Ziel: unheilbare Erkrankungen heilen zu können

Frauen und Männer im Alter von 20 bis 69 Jahren werden für die Gesundheitsstudie per Zufallsstichprobe ausgewählt und angeschrieben. Eine freiwillige Teilnahme würde die Ergebnisse verfälschen und ist somit nicht möglich. Für aussagekräftige Erkenntnisse ist eine regelmäßige Untersuchung der Teilnehmer wichtig. Auf Wunsch können Teilnehmende nach Abschluss der Untersuchung Ergebnisse erhalten.

Die Gesundheitsstudie könnte beispielsweise wichtige Erkenntnisse zu Demenz-Erkrankungen liefern: Warum erkranken manche Menschen und andere nicht? Wie bedeutsam ist eine familiäre Vorbelastung? Welche Rolle spielen Lebensstilfaktoren – etwa der Alkoholkonsum – oder chronische Krankheiten? Die Antworten auf solche Fragen helfen den Forschenden im Kampf gegen diese bislang unheilbare Erkrankung.

Finanziert wird die NAKO-Gesundheitsstudie insgesamt über zehn Jahre durch das Bundesforschungsministerium, die 13 beteiligten Bundesländer und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren mit insgesamt 256 Mio. Euro. Hinter der NAKO-Gesundheitsstudie steht der eingetragene Verein Nationale Kohorte e.V. mit Sitz in Heidelberg. Mitglieder des Vereins sind die an der Studie beteiligten Einrichtungen. Hierzu zählen unter anderem Universitäten sowie zahlreiche Forschungseinrichtungen, darunter das Deutsche Krebsforschungszentrum sowie beispielsweise auch das Robert-Koch-Institut.

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