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Deutschland auf dem Weg zu Apps auf Rezept?

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Tinnitracks – so heißt eine neue App gegen Tinnitus. Das Besondere an ihr ist nicht etwa, dass sie „made in Germany“ ist oder einen Tinnitus ausgerechnet mit Musik bekämpft. Nein, besonders macht sie vielmehr die Tatsache, dass hinter ihr ein zertifiziertes Medizinprodukt steht und sie bei der Techniker Krankenkasse bereits verschreibungsfähig ist.

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Für die Therapie filtert Tinnitracks die individuelle Tinnitus-Frequenz aus den Musikdateien des Nutzers heraus. Die entsprechend umgewandelten Lieder können dann über das Smartphone gehört werden.
Für die Therapie filtert Tinnitracks die individuelle Tinnitus-Frequenz aus den Musikdateien des Nutzers heraus. Die entsprechend umgewandelten Lieder können dann über das Smartphone gehört werden.
(Bild: Sonormed)

Etwa drei Millionen Deutsche leiden nach Schätzungen von Experten unter Tinnitus. Für sie hat Sonormed die App Tinnitracks entwickelt.

Was kann die App leisten?

Zwei klinische Studien aus den Jahren 2010 und 2012 belegen, dass die App wissenschaftliche Parameter erfüllt und Tinnitus lindern kann. Hinter der App steht ein zertifiziertes Medizinprodukt, das Betroffenen die Möglichkeit zur selbstbestimmten Therapie geben soll. Die App schafft Zugang zum so genannten Tailor-Made-Notched-Music-Training (TMNMT), bei dem das Gehirn durch aufbereitete Musik neurophysiologisch trainiert wird.

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Jörg Land, Gründer und Geschäftsführer der Sonormed: „Die App ist das Ergebnis zweijähriger Ingenieursarbeit. In die Entwicklung sind die Erfahrungen mit unserer Web-Lösung eingeflossen, die etablierte Grundtechnologie und der direkte Austausch mit unseren Kunden sowie die Ergebnisse der Zusammenarbeit mit HNO-Ärzten und Hörakustikern. Die Entwicklung des Produkts bis zur Marktreife war dank der Anerkennung und der finanziellen Unterstützung öffentlicher Institutionen möglich.“

Noch ist das Medizinprodukt keine Kassenleistung. Doch schon heute übernimmt die Techniker Krankenkasse für ihre Versicherten die Kosten für eine Tinnitracks-Jahreslizenz, die präzise Frequenzbestimmung sowie regelmäßige Kontrolltermine durch einen teilnehmenden HNO-Arzt oder Hörgeräte-Akustiker mit Sitz in Hamburg.

Wie funktioniert die App?

Die App ist, eine Internetverbindung für den anfänglichen Up- und Download der Musikdateien vorausgesetzt, überall und zu jeder Zeit anwendbar. Für die Therapie filtert Tinnitracks die individuelle Tinnitus-Frequenz aus den Musikdateien des Nutzers heraus. Die entsprechend umgewandelten Lieder können dann über das Smartphone gehört werden. Die App ist sowohl als Android-Version für Google-Smartphones als auch als IOS-Version für Apple I-Phones verfügbar und somit auf fast allen Smartphones nutzbar.

Alles, was Betroffene vor dem Start ihrer individuellen Tinnitus-Therapie tun müssen, ist, den subjektiven, tonalen Tinnitus beim Arzt diagnostizieren zu lassen, um andere Ursachen medizinisch ausschließen zu können. Dann kann die Frequenz des individuellen Tinnitus-Tons beim Hörgeräteakustiker bestimmt werden. Im nächsten Schritt wird die Frequenz in der App eingegeben. Dann heißt es Lieblingsmusik aussuchen und einmalig über W-Lan oder das Handynetz senden, so viele Titel wie gewünscht. Umgehend prüft Tinnitracks, ob die Songdateien für die Therapie geeignet sind und wandelt sie in Echtzeit für den Einsatz auf dem Smartphone um. Die hochkomplexe Filterung, Analyse und Optimierung findet auf den Servern von Sonormed statt.

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