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EY (Ernst & Young) Deutsche sind Meister im 3D-Drucken

| Redakteur: Simone Käfer

Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) befragte 900 Unternehmen in ausgewählten Ländern zum Thema 3D-Druck. Ergebnis: Deutsche Unternehmen sind führend beim Einsatz von 3D-Druck.

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Am meisten gedurckt wird in der Kunststoffbranche. Denn additive Verfahren bieten hier klare Fertigungsalternativen.
Am meisten gedurckt wird in der Kunststoffbranche. Denn additive Verfahren bieten hier klare Fertigungsalternativen.
(Bild: gemeinfrei, clausabraham/pixabay / CC0 )

37 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen 3D-Druck bereits, 12 Prozent planen die Anwendung. Damit sind deutsche Unternehmen deutlich weiter, als die anderer Industrienationen: In Südkorea und China nutzen bislang 24 Prozent der Unternehmen 3D-Druck, in den USA 16 Prozent – im Durchschnitt aller Befragten sind es 24 Prozent der Unternehmen.

Am weitesten ist die Kunststoffbranche. Hier haben 38 Prozent der Unternehmen über alle untersuchten Länder hinweg bereits Erfahrungen mit 3D-Druck gemacht. Sie entwerfen damit Prototypen, Werkzeuge oder Endprodukte beziehungsweise Teile von Endprodukten. Zu den Vorreitern zählen darüber hinaus die die Luft- und Raumfahrtbranche, Automotive sowie die Medizintechnik sein. 29,4 Prozent der Medtech-Unternehmen, die 3D-drucken, nutzen dieses Verfahren für die Herstellung von Endprodukten oder deren Teile. Dazu Güngör Kara, Director Global Application and Consulting bei EOS: „Neben dem Medizinsektor ist die Luft-und Raumfahrt die Industrie, wo wir derzeit die stärkste Entwicklung in Punkto Einsatz unserer industriellen 3D-Drucktechnologie sehen.“

Weltweit ein Umsatz von 10 Mrd. Euro

Insgesamt werden geschätzt bereits 10 Mrd. Euro Umsatz weltweit mit 3D-Druck gemacht. Alleine die deutschen Unternehmen setzen bereits hochgerechnet knapp eine Mrd. Euro mit Produkten aus 3D-Druck um. Dabei ist der Anteil der generierten Umsätze im Verhältnis zum Gesamtumsatz hierzulande noch eher klein: die Unternehmen, die 3D-Druck anwenden, generieren damit 1,8 Prozent ihrer Umsätze. In den USA liegt der Umsatzanteil bei über 5 Prozent, im Durchschnitt beträgt er 3 Prozent.

„3D-Druck ist wie gemacht für die innovative, deutsche Wirtschaft“, kommentiert Andreas Müller, Partner bei EY (Ernst & Young), die Ergebnisse. „Die Technik erlaubt den Unternehmen die Herstellung kleiner Stückzahlen, kostengünstiger Prototypen und die Anwendung neuer Materialien. Der hohe Anteil der deutschen Unternehmen, die 3D-Druck bereits nutzen, zeigt: Die hiesige Wirtschaft ist neuen Technologien gegenüber offen.“ Kara bestätigt diese Entwicklung: „Als führender Anbieter im industriellen 3D-Druckbereich sehen wir einen eindeutigen Trend weg vom klassischen Prototypenbau hin zur industriellen Vorserien- und Serienfertigung. Und die Innovationsschübe erfolgen in immer kürzeren Abständen.“ Das bestätigt auch eine Prognose der International Data Corporation.

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