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Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Deutsche Medizintechnik in Südostasien – ein Markt mit Zukunft

Redakteur: Christian Lüttmann

Deutsche Medizintechnik ist in der südostasiatischen ASEAN-Region besonders stark gefragt. Warum da so ist und wie deutsche Medizintechnik-Unternehmen diese Potenziale nutzen können, zeigt eine Gemeinschaftsstudie im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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Mit über 250 Mio. US-$ hat Singapur das meiste Geld der zehn ASEAN-Länder in Deutsche Medizintechnik investiert (Symbolbild).
Mit über 250 Mio. US-$ hat Singapur das meiste Geld der zehn ASEAN-Länder in Deutsche Medizintechnik investiert (Symbolbild).
(Bild: gemeinfrei, Benjamin Bindewald / Unsplash)
  • Medizintechnikexporte nach Südostasien (ASEAN-Region) seit 2010 fast verdoppelt
  • Studie zeigt Investitionspotenziale für deutsche Medizintechnik-Unternehmen auf
  • Gründe für Wachstum im Medizinsektor sind Wirtschaftswachstum, Bevölkerungsanstieg und Demographischer Wandel

Qualität Made in Germany ist weltweit gefragt, auch in der Medizintechnik. Besonderes Potenzial gibt es in den zehn Ländern der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN). Dies geht aus den Ergebnissen einer Gemeinschaftsstudie hervor, durchgeführt von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Germany Trade and Invest (GTAI), der GHA - German Health Alliance (GHA) und dem Industrieverband Spectaris. In der Studie wurde der Markt für Medizintechnik in den ASEAN-Ländern untersucht.

„Mit dem starken Wirtschaftswachstum der ASEAN-Staaten stieg in den vergangenen Jahren auch die Nachfrage nach deutscher Medizintechnik in dieser Region deutlich überproportional“, sagt Dr. Jürgen Friedrich, Geschäftsführer von Germany Trade & Invest. „Die aktuelle Corona-Krise erhöht den Bedarf nach deutscher Medizintechnik in dieser Region noch weiter.“

Drei Sparten der Medizintechnik im Fokus

In ihrer Gemeinschaftsstudie „Medizintechnik in der ASEAN-Region“ gehen die Herausgeber auf drei Sparten der Medizintechnik ein, für die aktuell ein besonderer Bedarf herrscht und die darum für deutsche Hersteller von Medizintechnik und Laborausrüstungen von besonderem Interesse sind: Notfallmedizin, Krankenhausausstattung und Labormedizin.

„Durch die Corona-Pandemie hat sich klar gezeigt, welche zentrale Rolle eine zuverlässige Labormedizin für eine effektive Gesundheitsversorgung spielt – das gilt besonders für die ASEAN-Staaten, die darüber hinaus auch regelmäßig mit Tropenkrankheiten zu kämpfen haben. Umso wichtiger ist es, dass die vorliegende Studie diese Zusammenhänge für Anwender und Lieferanten kompakt darstellt“, sagt Mathis Kuchejda, Vorsitzender der Analysen,-Bio- und Labortechnik beim Deutschen Industrieverband Spectaris.

Wachsende Nachfrage in der ASEAN-Region

Hintergrund für die deutlich gestiegene Nachfrage nach deutscher Medizintechnik in der ASEAN-Region ist nicht nur das starke Wirtschaftswachstum dort, sondern auch die wachsende Bevölkerung. Dabei machen ältere Menschen wie in vielen anderen Teilen der Welt einen immer größeren Anteil der Gesellschaft aus. Altersbedingte Erkrankungen nehmen daher auch im ASEAN-Raum zu. Hinzu kommen immer mehr Herz- und Kreislauferkrankungen durch veränderte Lebensgewohnheiten der wachsenden Mittelschicht.

Die gute Nachricht dabei ist: Die steigenden finanziellen Möglichkeiten der größer werdenden mittleren Einkommensgruppe erhöhen den Spielraum, sowohl für die staatliche Versorgung als auch für die privaten Gesundheitsausgaben.

Tipps und Hintergrundwissen für Investoren

Die Studie beschreibt zudem u.a. das sehr unterschiedliche Niveau der Gesundheitsversorgung innerhalb der Ländergruppe und die unterschiedlichen Gesundheitssysteme. Besonders interessant für deutsche exportorientierte Medizintechnik-Unternehmen dürften die in der Studie aufgeführten Krankenhaus- und Investitionsprojekte sein, die Datenbank für Projekt- und Ausschreibungsinformationen sowie Hinweise auf Förder- und Beratungsmöglichkeiten auf den letzten Seiten der Publikation. Die Ergebnisse der Studie können Sie als Pdf-Dokument zusammengefasst herunterladen.

„Im Fokus der Publikation stehen die bislang weniger entwickelten Länder“, sagt Dr. Bernhard von der Haar, Leiter des EZ-Scout-Programms, das die GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umsetzt. „Denn gerade Entwicklungs- und Schwellenländer bieten neue Märkte mit großem Potenzial – auch für deutsche Unternehmen aus dem Medizintechnikbereich. Gleichzeitig kann ein vermehrtes Engagement der Privatwirtschaft dazu beitragen, die Entwicklung voranzutreiben und die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern.“

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