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BVMed-Herbstumfrage 2014 Deutsche Medizintechnik erwartet 3,4 Prozent Umsatzwachstum im Inland

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Die Medizintechnik-Branche steht in Deutschland wegen des zunehmenden Preisdrucks durch Krankenhäuser und Einkaufsgemeinschaften sowie durch geringere Versorgungspauschalen im Hilfsmittelbereich verstärkt unter Druck. Das ergab die Herbstumfrage des BVMed, an der sich knapp 100 Unternehmen beteiligten.

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„Der deutsche Markt für Medizinprodukte zeigt sich weiter verunsichert. Zwar liegt das durchschnittliche Umsatzwachstum bei 3,4 Prozent. Die Gewinnsituation der Unternehmen ist dagegen rückläufig, die Margen sinken. Dies liegt vor allem am zunehmenden Preisdruck durch Krankenhäuser und Einkaufsgemeinschaften sowie an geringeren Versorgungspauschalen im Hilfsmittelbereich“, Joachim M. Schmitt, BVMed.
„Der deutsche Markt für Medizinprodukte zeigt sich weiter verunsichert. Zwar liegt das durchschnittliche Umsatzwachstum bei 3,4 Prozent. Die Gewinnsituation der Unternehmen ist dagegen rückläufig, die Margen sinken. Dies liegt vor allem am zunehmenden Preisdruck durch Krankenhäuser und Einkaufsgemeinschaften sowie an geringeren Versorgungspauschalen im Hilfsmittelbereich“, Joachim M. Schmitt, BVMed.
(Bild: BVMed)

„Zwar liegt das für 2014 erwartete Umsatzwachstum bei 3,4 Prozent. Die Gewinnsituation der Unternehmen ist dagegen rückläufig, die Margen sinken“, so der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan. Zudem wird das Innovationsklima in Deutschland von den Unternehmen insgesamt schlechter als in den Vorjahren beurteilt. Der Innovationsklima-Index des BVMed fiel auf einer Zehnerskala von 6,2 auf 4,9. Bemängelt werden vor allem eine innovationsfeindliche Politik der Krankenkassen sowie niedrige Erstattungspreise in Deutschland.

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Gute Berufsaussichten für Fachkräfte

Trotz der schwierigeren Inlandssituation bleibt die Medizintechnik ein Jobmotor, stellte BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt fest. 51 Prozent der Unternehmen haben Arbeitsplätze geschaffen, nur 8 Prozent Arbeitsplätze abgebaut. Die Berufsaussichten für den Nachwuchs bewerten 95 Prozent der Unternehmen als sehr gut beziehungsweise gut. Gesucht werden überwiegend Medizintechniker und Ingenieure. Offene Stellen gibt es vor allem im Vertrieb.

Die Berufsaussichten für Fachkräfte bewerteten 95 Prozent der Unternehmen als sehr gut beziehungsweise gut. „Gesucht werden in erster Linie Medizintechniker (36 Prozent), Ingenieure (34 Prozent), Wirtschaftswissenschaftler (20 Prozent) und Informatiker (16 Prozent),“ so Schmitt. 85 Prozent der Unternehmen gaben an, offene Stellen zu haben: vor allem im Vertrieb (63 Prozent der Unternehmen), im Key Account Management (29 Prozent), im Marketing (26 Prozent) und in Forschung & Entwicklung (22 Prozent). 70 Prozent der Unternehmen haben dabei Probleme, die offenen Stellen zu besetzen. Das betrifft besonders den Vertrieb (42 Prozent), das Key Account Management (17 Prozent) und den Bereich Regulatory Affairs (16 Prozent). „Der Nachwuchs hat in der Medtech-Branche hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten“, stellten Lugan und Schmitt fest.

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Allgemeine Zahlen und Fakten zur deutschen Medizintechnikbranche
  • Die Branche beschäftigt in Deutschland insgesamt rund 190.000 Menschen – und damit mehr als die Pharmaindustrie. Jeder Arbeitsplatz sichert zudem 0,75 Arbeitsplätze in anderen Bereichen. Die deutschen Medtech-Unternehmen wachsen dabei insbesondere auf ausländischen Märkten. Die Exportquote liegt bei über 65 Prozent.
  • Die Medtech-Branche ist mittelständisch geprägt.
  • 95 Prozent der Medtech-Unternehmen beschäftigen weniger als 250 Mitarbeiter.
  • Die Medtech-Branche ist innovativ und hat sehr kurze Produktzyklen.
  • Rund ein Drittel ihres Umsatzes erzielen die deutschen Medizintechnikhersteller mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind. Im Durchschnitt investieren die forschenden Medtech-Unternehmen rund neun Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

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Mehr Umsatzwachstum im Ausland als im Inland

Die Umsatzangaben aus der BVMed-Herbstumfrage ergaben: Die weltweite Umsatzentwicklung verläuft für die Unternehmen besser als die Entwicklung im Inlandsmarkt. 85 Prozent der befragten Medtech-Unternehmen rechnen weltweit mit einem höheren Umsatzergebnis als im Vorjahr. Aus den Umsatzangaben ergibt sich ein weltweites Wachstum der BVMed-Unternehmen von 4,6 Prozent. Im Inlandsmarkt liegt der Wert bei 3,4 Prozent. 2013 lag das Wachstum bei 2,6 Prozent, nachdem es zuvor drei Jahre in Folge rückläufig war. „Der leichte Anstieg könnte durch Nachholeffekte erklärbar sein,“ so Schmitt. Generell sei davon auszugehen, dass die Fallzahlen in der Medizintechnik durch die demografische Entwicklung in den nächsten Jahren weiter steigen.

Innovationsklima in Deutschland ist mittelmäßig

Auf einer Skala von 0 für sehr schlecht bis 10 für sehr gut bewerten die Unternehmen das Innovationsklima für Medizintechnik in Deutschland mit 4,9. Der Index 2014 hat sich damit gegenüber den Vorjahren um 1,3 Punkte signifikant verschlechtert. Das Innovationsklima in Deutschland wird nach Meinung der Unternehmen durch innovationsfeindlich eingestellte Krankenkassen, bürokratische Prozesse, niedrige Erstattungspreise und die Unsicherheiten über die künftige Nutzenbewertung von Medizinprodukten zunehmend gefährdet. Bei den gesundheitspolitischen Forderungen steht die Entbürokratisierung und Beschleunigung der Entscheidungswege der Selbstverwaltung nach wie vor im Vordergrund (48 Prozent).

Als innovativsten Forschungsbereich schätzen 45 Prozent der Unternehmen wie im Vorjahr die Kardiologie ein. Es folgen die Onkologie mit 33 Prozent, Neurologie und Diagnostik mit jeweils 28 Prozent, die Chirurgie mit 16 Prozent und die Orthopädie mit 14 Prozent. Nach Ansicht des BVMed-Vorsitzenden Dr. Meinrad Lugan bieten medizintechnische Innovationen große Chancen für eine Verbesserung der Patientenversorgung und Effizienzsteigerungen im Gesundheitssystem in Deutschland.

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