Bundesministerium für Bildung und Forschung

Der stärkste Röntgenlaser der Welt nimmt seinen Betrieb auf

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Mit 27.000 Laserblitzen pro Sekunde ist der Röntgenlaser XFEL mehr als 200-mal leistungsfähiger als die fünf vergleichbaren Anlagen, die es weltweit gibt.
Mit 27.000 Laserblitzen pro Sekunde ist der Röntgenlaser XFEL mehr als 200-mal leistungsfähiger als die fünf vergleichbaren Anlagen, die es weltweit gibt. (Bild: European XFEL GmbH)

Der Europäische Röntgenlaser XFEL (X-Ray Free-Electron-Laser) hat am Freitag den Nutzerbetrieb aufgenommen. 27.000 Laserblitze kann er pro Sekunde abfeuern.

  • Stärkster Röntgenlaser der Welt geht in den Messbetrieb
  • Struktur der Materie durchleuchten
  • 27.000 Laserblitze pro Sekunde abfeuern
  • Einblick in die Mikro- und Nanowelt
  • Krankheitserreger verstehen und neue Medikamente entwickeln

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat zusammen mit Vertretern der elf Staaten, die sich am Bau des European XFEL beteiligten, den Startknopf für die ersten Experimente gedrückt. Mit 27.000 Laserblitzen pro Sekunde ist der XFEL mehr als 200-mal leistungsfähiger als die fünf vergleichbaren Anlagen, die es weltweit gibt. Mit seiner Hilfe wird man viel genauer als bisher möglich in die Struktur der Materie hineinblicken können – so genau, dass beispielsweise der Ablauf von chemischen Reaktionen wie in Zeitlupe „gefilmt“ werden kann.

Damit bietet der Röntgenlaser tiefere Einblicke in die Mikro- und Nanowelt als je zuvor – und schafft die Grundlagen für die Entwicklung neuer Werkstoffe, Produktionsverfahren und Medikamente. Forscherinnen und Forscher erhoffen sich vom XFEL bahnbrechende Erkenntnisse wie beispielsweise die Strukturbestimmung einzelner, nicht kristallisierter Moleküle, was unser Verständnis von Krankheitserregern und die Entwicklung von Arzneimitteln deutlich voranbringen wird.

Der Röntgenlaser XFEL im Dienste des medizinischen Fortschritts

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka: „Dass wir heute den Start für eine solche Anlage geben können, ist ein Beispiel für die langfristige und erfolgreiche Planung in der Grundlagenforschung. An Großgeräten wie dem Röntgenlaser XFEL entstehen Ideen, die – oft Jahrzehnte später – in Produkte des täglichen Lebens einfließen oder medizinischen Fortschritt ermöglichen. Die Innovationen von morgen sind die Grundlagenforschung von heute.“

Die Entstehung des Röntgenlasers geht auf eine Empfehlung des Wissenschaftsrates von 2003 zurück. 2009 wurde mit dem Bau begonnen. Die 3,4 Kilometer lange Anlage reicht von Hamburg bis Schleswig-Holstein und wurde in den vergangenen acht Jahren mit Gesamtkosten von 1.226 Mio. Euro (Preisbasis 2005) errichtet. Neben Deutschland sind Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Russland, Schweden, die Schweiz, die Slowakei, Spanien und Ungarn am European XFEL beteiligt. Menschen aus 46 Nationen arbeiten heute an der Anlage, Spitzenwissenschaftler aus aller Welt bewerben sich um Forschungsplätze.

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