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Coronavirus: Branchen-Ticker für die Medizintechnik

Norm für Krankenhausreinigung / 3D-Druckerfarm produziert Masken

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Firmen zum Thema

Den Überblick im Maskenkampf nicht verlieren

[Di 28.04.2020, 12:51] Der Bereich Consulting der Seleon GmbH hat in den letzten Wochen eine gewaltige Anzahl von Anfragen zu den Themen Import, Inverkehrbringen und Herstellen von Gesichtsmasken erhalten. Auf einer Überblicks-Seite wurden die aktuellen Informationen und Erfahrungen nach vielen Kontakten mit Behörden, Importeuren und Herstellern von Masken gesammelt und zusammengestellt. In einem FAQ werden außerdem die häufigsten Fragen behandelt.

Ossenberg produziert Atemschutzmasken

[Di 28.04.2020, 11:29] Die Ossenberg Gruppe wird ab Sommer dieses Jahres die Produktion von Atemschutzmasken aufnehmen. Der Hersteller und Qualitätsführer von orthopädischen Hilfsmitteln wird vor allem an seinem Standort in Neumünster die Herstellung der Mund-Nasen-Masken der DIN-Norm 14683 schon in wenigen Wochen starten. Geplant ist die Herstellung von mindestens einer Million Masken pro Monat, die den Filter-Standards (FFP1, FFP2 und FFP3) für medizinische Ansprüche gerecht werden. Zuletzt hatte das mittelständische Unternehmen mehr als 500.000 Masken aus China importiert, die binnen weniger Tage vergriffen waren. „Der Markt für Qualitäts-Atemschutzmasken in Deutschland ist durch die Covid-19-Pandemie quasi über Nacht entstanden. Als Mittelständler haben wir die notwendige Flexibilität, um schnell zu reagieren. Die notwendigen Maschinen und Vorprodukte sind bestellt und werden in Kürze an unserem Standort in Neumünster eintreffen“, sagt Ossenberg Geschäftsführer Carsten Diekmann. „Dann geht es los“.

Covestro und Albis liefern Kunststoffe

[Di 28.04.2020, 10:01] In der globalen Covid-19-Krise setzen Covestro und Albis alle Hebel in Bewegung, um Materialien für dringend benötigte Atemschutzmasken, Beatmungsgeräte und Schutzbrillen zur Verfügung zu stellen. „Die Nachfrage nach medizinischen Geräten ist vor dem Hintergrund der Bemühungen, die medizinische Versorgung sicherzustellen, sprunghaft angestiegen. Viele Zulieferer und Hersteller haben jedoch mit Engpässen in den globalen Lieferketten und begrenzten Transportkapazitäten zu kämpfen“, sagt Stephan Schoen, Director Business Line Distribution Technical Polymers bei Albis. „Das Wissen um die dringend benötigten Endprodukte motiviert unsere Teams noch einmal zusätzlich, die Rohstoffversorgung, Produktion und Lieferwege reibungslos am Laufen zu halten und möglichst unkompliziert eine Belieferung der gestiegenen Bedarfe zu ermöglichen.“ Die Sicherstellung der Logistik rund um die Warenhäuser, von denen aus Materialien in ganz Europa distribuiert werden, steht im Fokus. Zudem verfügt Albis am Standort in Hamburg auch über eigene Linien für die Produktion von medizinischen Compounds, die derzeit unterstützend auf Hochtouren laufen. „Die gewohnt gute und zuverlässige Zusammenarbeit mit unserem langjährigen Partner Covestro spielt dabei eine ganz entscheidende Rolle“, ergänzt Schoen.

Produktivität und Qualität im Home Office

[Di 28.04.2020, 08:12] Um die Produktivität und Qualität im Bereich der industriellen Fertigung auch in Zeiten des Coronavirus aufrecht zu erhalten, bietet die Firma Hexagon eine Reihe kostenloser Offline-Lizenzen und Fernzugriffsoptionen an. Das Angebot gilt mindestens bis zum 30. Juni und umfasst unter anderem Fertigungs- und Messtechnik-Software sowie die CAE Lösungen von MSC Software. Sowohl bestehende Kunden als auch Nicht-Kunden können auf die Software- und Trainingstools zugreifen und somit beispielsweise auch im Home Office die Leistung wichtiger Anlagen überwachen und analysieren.

Gesichtsschutz für medizinisches Personal

[Di 28.04.2020, 07:40] Innerhalb eines Monats gelang es der Firma Michelin mit der Unterstützung von Protolabs 10.000 sterilisierbare, wiederverwendbare Gesichtsschutzmasken an zwei französische Universitätskliniken zu liefern. Die Gesichtsschutzmasken wurden mittels 3D-Druck hergestellt und bestehen aus Polycarbonat. Dieses Material kann Heißsterilisationsprotokollen und der Reinigung mit Isopropylalkohol standhalten und ist somit gut für den Einsatz in Krankenhäusern geeignet.

Die Firma Michelin möchte in diesen Zeiten auch anderen Herstellern beim Kampf gegen Covid-19 helfen. So erklärt Frédéric Pialot, Senior Fellow Processes bei Michelin: „Jeder Verantwortliche, der sich am Kampf gegen das Coronavirus beteiligen möchte, kann sich mit uns in Verbindung setzen.“

Produktion für größere Mengen optimiert

Mo 27.04.2020, 15:34] Forscher des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) haben 3D-Druckverfahren für Bauteile von Gesichtsvisieren überarbeitet und auf größere Mengen ausgerichtet. Das Institut nutzte nach eigenen Angaben das Open-Source-Design für Gesichtsschutz-Stirnbänder des Druckerherstellers Prusa als Grundlage.

Diese Druckanleitung sei auf kleine 3D-Drucker zugeschnitten. Das Fraunhofer-IML passte es an größere Geräte an. Mit dem neuen Verfahren werden die Stirnbänder nicht gekrümmt, sondern gerade gefertigt. So könnten anstatt 60 bis zu 500 Teile pro Druckvorgang hergestellt werden. Die Flexibilität des genutzten Werkstoffes ließe eine nachträgliche Biegung zu. Das Institut stellt die überarbeitete Datei als Download zur Verfügung.

Gesichtsvisiere für den Alltag

[Mo 27.04.2020, 10:59] Der Fertigungsspezialist FIT Additive Manufacturing Group hat auf die Versorgungsengpässe reagiert und seine Fertigungskompetenz auf Community-Masken aus Kunststoff und jetzt auch auf Gesichtsvisiere für den Alltagsgebrauch umgestellt. Für sein Gesichtsvisier hat der Lupburger Spezialist für industriellen 3D-Druck eine leichte und angenehm zu tragende Visierhalterung aus Kunststoff entwickelt, an der handelsübliche transparente Kunststofffolien schnell und einfach befestigt werden können. Das FIT Visier dient als einfacher Spritzschutz. Die undurchlässige Barriere des transparenten Schutzschildes befindet sich direkt vor dem Gesicht ihres Trägers und soll so die Tröpfchenübertragung durch das Husten oder Niesen verhindern. Es besteht aus einem einfach zu desinfizierenden Visierträger in ergonomischem Design aus hochwertigem und hautverträglichen Polyethylen (PE), der mit einer transparenten auswechselbaren Schildfolie bestückt und mit einem Gummiband um den Kopf befestigt wird.

„Erste Prototypen des Visierträgers haben wir im 3D-Druck hergestellt. Dabei kommt uns unsere Infrastruktur perfekt zugute, denn wir sind als Spezialist im Rapid Prototyping auf die schnelle Herstellung von Designmustern spezialisiert“, erklärt Carl Fruth, CEO der FIT AG. Um den Nachschub in notwendigen Stückzahlen in der kürzestmöglichen Zeit gewährleisten zu können, wird die Visierhalterung mit einem 3D-gedruckten Werkzeug im klassischen Serienspritzguss in Serie hergestellt.

Formlabs im Kampf gegen Corona

[Mo 27.04.2020, 08:18] Die Corona-Pandemie beschäftigt die meisten Menschen weltweit nun schon einige Wochen und auch Formlabs setzt sich damit intensiv auseinander. In Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen wurden schon diverse Initiativen ins Leben gerufen, welche zur Bekämpfung von Covid-19 helfen sollen.

  • In Zusammenarbeit mit USF Health, Northwell Health und dem Tampa General Hospital wurde ein 3D-gedruckter Nasenabstrich entwickelt und produziert, damit Notfallengpässe behoben werden können.
  • Zusammen mit anderen Unternehmen wurde ein 3D-gedruckter Filter entwickelt, der in Verbindung mit Schnorchelmasken zu einer Schutzmaske umfunktioniert werden kann. Die Luft in der Umgebung des Benutzers wird gefiltert und das Gesicht gleichzeitig geschützt.
  • In der Formlabs COVID-19 Community Parts Library, können alle Teile eingesehen, ausgedruckt und verwendet werden, die das Netzwerk bereitstellt. Diese Teile sind für Ersthelfer und wichtige Mitarbeiter auf der ganzen Welt bestimmt, die dringend Lieferungen benötigen, die ihre Sicherheit verbessern und die Verbreitung in den Gemeinden minimieren könnten.

Medtech-Industrie erwartet Umsatzrückgang

[Fr 24.24.2020, 15:13] Jenseits von Beatmungsgeräten und Intensivbetten trifft die Corona-Krise auch die Medizintechnikindustrie spürbar: Laut einer aktuellen Umfrage der Medizintechnik im Industrieverband Spectaris und der Medical Mountains GmbH bewerten zwei Drittel der befragten Medizintechnikunternehmen die aktuelle Geschäftslage als verschlechtert. Eine deutlich geringere Nachfrage nach medizintechnischen Produkten verzeichnen 61 Prozent. Auch in den Lieferketten macht sich die Pandemie bemerkbar: Über logistische Engpässe klagen 47 Prozent, 42 Prozent über fehlende Zuliefererprodukte. Staatliche Unterstützungsmaßnahmen mildern die Folgen der Pandemie etwas, jedoch hält die überwältigende Mehrheit der Befragten die Stärkung des Freihandels für wichtiger als je zuvor.

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