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IVAM Compamed-Frühjahrsforum stellt smarte mobile Diagnostik vor

| Redakteur: M.A. Frauke Finus

Das 8. Frühjahrsforum hat Anfang Mai einen Ausblick auf die Compamed im Herbst gegeben. Etwa 40 Teilnehmer haben in Frankfurt Vorträge über „Medizintechnik to go – MST-Lösungen für mobile Diagnostik-, Monitoring- und Therapiesysteme“ gehört.

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Auf dem Compamed-Frühjahrsforum wurden die Vorteile der Mikrotechnik in der Medizintechnik beleuchtet und diskutiert.
Auf dem Compamed-Frühjahrsforum wurden die Vorteile der Mikrotechnik in der Medizintechnik beleuchtet und diskutiert.
(Bild: IVAM)

Die Kosten für die medizinische Betreuung von Patienten, insbesondere von chronisch kranken oder älteren Menschen, steigen an. Hier kann die Mikrotechnik Beiträge zur Kostenbegrenzung leisten. Mit mobilen, diagnostischen Geräten und Sensoren können Vitalfunktionen rund um die Uhr überwacht und bei Problemen sofort Hilfsdienste alarmiert werden. Die Vorträge zeigten den Stand der Entwicklungen und der Kommerzialisierung von entsprechenden Sensoren.

Die Relevanz des Themas wurde bereits im Eröffnungsvortrag von Dr. Michael Meyer, Vice President Health Policy Siemens AG, klar. Neben den medizinischen Großgeräten wird Siemens sich in Zukunft noch mehr um die mobile Diagnostik kümmern. Als Beispiele dafür konnten neue Ultraschall-Untersuchungsgeräte und fahrbare Röntgengeräte vorgestellt werden. Eine besondere Herausforderung stellt dabei die notwendige Software für die Datenaufbereitung, -übermittlung und -auswertung dar.

In-Ohr-Sensor erfasst auf optischem Weg Daten über den Sauerstoffgehalt des Blutes

Weiterhin wurde die Frage diskutiert, wie die entsprechenden Sensoren auch an die Patienten gebracht werden können. So genannte Wearables oder Smart Textiles sind hierbei wichtige Entwicklungsrichtungen. Dr. Hans-Georg Ortlepp stellte einen vom CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik und Photovoltaik entwickelten In-Ohr-Sensor vor, der auf optischem Weg Daten über den Sauerstoffgehalt des Blutes erfassen kann. Konzepte zur Integration von Sensoren in Kleidung wurden von Erik Jung vom Fraunhofer IZM und Dr. Christoph Monfeld von der RWTH Aachen aufgezeigt. Herstellungstechnologien stehen bereits zur Verfügung. Dazu gehören konventionelle Webtechnologien, bei denen ein leitfähiges Material eingewebt wird sowie gedruckte Leiterbahnen, aber auch das Einbetten von leitfähigen Strukturen inklusive elektronischer Chips in Polyurethan-Trägerfolien. Es gibt allerdings noch technologische Probleme zu lösen: Zum Beispiel müssen Textilien dehnbar sein, damit sie den Bewegungen der Träger folgen können, ohne dass Kontakte abreißen.

Die Tagung wurde von Martin Kusch von Aerolution abgeschlossen, der in seinem Vortrag zeigen konnte, wie Sensoren im Sportbereich zur Verbesserung des Trainings eingesetzt werden. Da sich deutsche Krankenkassen noch immer schwer damit tun, die Kosten für die mobile Diagnostik zu übernehmen, können erste Umsätze im zweiten Gesundheitsmarkt erzielt werden, die eine Weiterentwicklung auch für den medizinischen Bereich erlauben.

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