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Dialogbereitschaft

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zu Gast beim BVMed

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Aktive Unterstützung bei der angekündigten Qualitätsoffensive im Gesundheitssystem hat der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan gegenüber Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zugesagt. Gröhe ist auf der Abendveranstaltung der BVMed-Mitgliederversammlung am 31. März in Berlin zu Gast gewesen.

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Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (links) im Gespräch mit dem BVMed-Vorstandsvorsitzenden Dr. Meinrad Lugan. Letzerer nutzte die Gelegenheit, dafür zu werben, dass das Wissen der Industrie bei Registern wie beispielsweise dem Endoprothesenregister einbezogen wird.
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (links) im Gespräch mit dem BVMed-Vorstandsvorsitzenden Dr. Meinrad Lugan. Letzerer nutzte die Gelegenheit, dafür zu werben, dass das Wissen der Industrie bei Registern wie beispielsweise dem Endoprothesenregister einbezogen wird.
( Bild: BVMed )

Lugan erwähnte die Industrieerfahrung mit bereits bestehenden Registern, die im neuen Qualitätsinstitut berücksichtigt werden sollten. Wichtig sei es, die Qualitätsoffensive auch auf den Hilfsmittel- und Homecare-Bereich auszudehnen. Hier müssten die Krankenkassen die Einhaltung von Qualitätsstandards stärker kontrollieren. Derzeit sei die Patientenversorgung durch die Preisfokussierung bei Ausschreibungen und Verträgen in vielen Fällen gefährdet, so der BVMed-Vorsitzende.

Industriewissen einbeziehen bei der Schaffung von Registern

Beim neuen Qualitätsinstitut ist den Unternehmen der Medizintechnologie wichtig, „dass das Wissen der Industrie beispielsweise bei der Einrichtung von Registern einbezogen wird“. Lugan nannte als Beispiele die Endoprothesen-, Angioplastie-, Herzklappen- oder Herniennetze-Register. Lugan: „Schon heute bringt die Industrie ihre Expertise in die Qualitätssicherung ein. Deshalb ist es wichtig, im neuen Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz die Medizinprodukteindustrie in den Kreis der Organisationen aufzunehmen, die die Inhalte der Arbeit des Instituts mitbestimmen können.“ Register, wie die Industrie sie verstehe, dienten der Generierung von Versorgungs- und Qualitätsdaten im Rahmen einer Langzeitbetrachtung. Soll alleine das Ziel der Produktrückverfolgung erreicht werden, gäbe es dagegen einfachere Möglichkeiten durch Systeme der Produktrückverfolgung, sagte der BVMed-Vorsitzende.

Plädoyer für vorbehaltlose Erprobung neuer Versorgungskonzepte

Neben dem Qualitätsinstitut sieht der BVMed im Koalitionsvertrag weitere positive Ansätze: beispielsweise den Innovationsfonds oder den erklärten Willen, die Verfahren des Gemeinsamen Bundesausschusses zu beschleunigen. „Beim neuen Innovationsfonds sind uns die vorbehaltlose und ideologiefreie Erprobung neuer Versorgungskonzepte und die Generierung von echten Versorgungsdaten wichtig. Also Daten, die nicht im Rahmen von klinischen Studien, sondern unter Alltagsbedingungen gewonnen werden“, betonte Lugan.

Zustimmung zu besserer Überwachung Benannter Stellen

Bei der Diskussion um die europäische Medizinprodukte-Verordnung und die anstehenden Verhandlungen im Europäischen Ministerrat setzt sich der BVMed für eine Verbesserung der Benannten Stellen hin zu einem einheitlich hohen europäischen Niveau, eine bessere Überwachung und eine sinnvolle Regelung der Aufbereitung von Medizinprodukten ein. Positiv bewertet der Verband die Durchführungsverordnung der EU-Kommission aus dem Jahr 2013. „Sie verbessert das Verfahren zur Benennung und Überwachung der Benannten Stellen im Medizinproduktesektor. Wir wünschen uns, dass die Erfahrungen mit dieser Neuregelung auch in die anstehenden Verhandlungen zur europäischen Medizinprodukte-Verordnung einfließen“, so Lugan zu Gröhe.

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