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e:Med Bund fördert Systemmedizin mit 200 Millionen Euro

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Die Ergebnisse der modernen molekularbiologischen Forschung für die Medizin verfügbar zu machen, ist laut einer Pressemeldung das erklärte Ziel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Hierzu hat es das Forschungs- und Förderkonzept „e:Med - Maßnahmen zur Etablierung der Systemmedizin“ vorgelegt, zu dem Unternehmen, Hochschulen sowie außeruniversitäre Einrichtungen bis 15. Januar 2013 Anträge einreichen können.

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„Die Medizin muss neue Wege beschreiten, um weitere Fortschritte zum Wohle der Menschen zu erzielen“, Bundesforschungsministerin Annette Schavan
„Die Medizin muss neue Wege beschreiten, um weitere Fortschritte zum Wohle der Menschen zu erzielen“, Bundesforschungsministerin Annette Schavan
(Bild: BMBF/ Chaperon)

Ein vielversprechender neuer Ansatz ist die Systemmedizin, die neueste Erkenntnisse aus den Lebenswissenschaften mit Methoden aus den Informationswissenschaften verknüpft und die erzielten Ergebnisse für die Behandlung von Patienten in Kliniken und Arztpraxen nutzbar macht. „Viele Krankheiten sind auch heute trotz intensiver Forschung nur schwer behandelbar. Deshalb muss die Medizin neue Wege beschreiten, um weitere Fortschritte zum Wohle der Menschen zu erzielen“, so Bundesforschungsministerin Annette Schavan. Für die kommenden acht Jahre sollen dazu bis zu 200 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden.

Komplexe Krankheitsprozesse besser verstehen

Die Systemmedizin nutzt systemorientierte Herangehensweisen aus der Grundlagenforschung, um komplexe Krankheitsprozesse besser zu verstehen und innovative Heilverfahren abzuleiten. Genetische, zellbiologische, physiologische und visuelle Daten von Patienten werden erhoben und miteinander in Beziehung gesetzt, um Rückschlüsse auf das Krankheitsgeschehen und mögliche Behandlungswege zu ziehen. Ein professioneller Umgang mit den anfallenden, großen Datenmengen ist hierfür unverzichtbar. Deshalb spielen Mathematik und Informationswissenschaften eine tragende Rolle. Durch diesen „systemorientierten“ Ansatz verstehen wir bereits besser, was uns gesund erhält, und was uns krank macht. „e:Med“ soll dazu beitragen, dieses Wissen in die medizinische Praxis zu übertragen.

Wo kann man sich bewerben?

Das Konzept ist in fünf Module gegliedert, die Fördermaßnahmen zur systemmedizinischen Forschung, zur Nachwuchsförderung, und zur internationalen Einbindung deutscher Forschungsaktivitäten beinhalten. Die Förderrichtlinien zu „Forschungskonsortien der Systemmedizin“ können auf der Webseite des Ministeriums abgerufen werden.

Kontakt:

BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung

D-10115 Berlin

www.bmbf.de

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