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Max-Planck-Institut für Informatik Bewegliche Bildschirme aus Papier

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin, die nun zu Ende ist, haben Elektronikkonzerne neuartige Bildschirme gezeigt, die dünn und gekrümmt, aber teuer sind. In Saarbrücken sind Informatiker schon weiter. Flexpad heißt ihr Ansatz, mit dem sich selbst ein einfaches A4-Papier in ein bewegliches, flexibles Display verwandeln lässt. Schon jetzt könnten Patienten damit beispielsweise die Ergebnisse einer Computertomografie besser begutachten.

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Mit dem flexiblen Display der Saarbrücker Informatikforscher können beispielsweise Tomographie-Bilder besser bewertet werden.
Mit dem flexiblen Display der Saarbrücker Informatikforscher können beispielsweise Tomographie-Bilder besser bewertet werden.
(Bild: Jürgen Steimle)

Rötlich schimmern menschliche Organe auf einem Papier. Dieses zeigt den Unterleib eines Menschen im Längsschnitt. Wirbelsäule und Beckenknochen bilden als gelbe Inseln den Kontrast dazu. Wenn das Papier an seinen Enden nach unten gebogen wird, scheinen die Knochen hervorzutreten, während die Weichteile zurückweichen (siehe Video).

Computertomografie-Ergebnisse schnell und einfach besprechen

Was auf den ersten Blick an Science-Fiction erinnert, ist das Ergebnis der Forschungsarbeit Flexpad, die unter Leitung von Jürgen Steimle am Media Lab des US-amerikanischen Massachusetts Institute of Technology und am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken in Kooperation mit der Christians-Albrechts-Universität Kiel entstand. Bei der medizinischen Diagnostik kann der Arzt zum Beispiel Ergebnisse einer Computertomografie schnell und einfach mit dem Patienten besprechen.

Bedienelemente auf greifbare, verformbare Objekte projezieren

„Indem wir Bedienelemente auf greifbare, verformbare Objekte projezieren, können wir Computer und andere technische Geräte einfacher und besser steuern“, erklärt Steimle. Damit sein Vorhaben in der digitalen Welt funktioniert, ist inzwischen nur noch wenig Technik, dafür umso mehr Denk- und Programmierarbeit erforderlich. „Zum einen nutzen wir einen Projektor, der ein Bild oder einen Film auf einem Blatt abbildet“, beschreibt Steimle den Ansatz. „Zum anderen arbeiten wir mit einer Kinect aus dem Hause Microsoft. Die Tiefenkamera lässt Personen per Bewegung Computerspiele steuern, bei uns filmt sie Hände plus Papier und stellt so deren Position im Raum fest.“ Um die Bewegungen der Hände und des Papiers zu erfassen, sind Projektor und Kamera an der Zimmerdecke über dem Benutzer angebracht.

Die ganze Veröffentlichung der Arbeit finden Sie hier.

Kontakt:

Max-Planck-Institut für Informatik

D-66123 Saarbrücken

www.mpi-inf.mpg.de

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