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Navi-App für Rollstuhlfahrende Barrierefrei zum Ziel

| Autor: Ira Zahorsky

Die derzeit am Fachbereich Informatik der Hochschule Darmstadt entwickelte App „Wheel Scout“ soll Rollstuhlfahrende bei der Navigation unterstützen. Sie zeigt an, ob der vorgesehene Weg barrierefrei, eingeschränkt oder nicht zu bewältigen ist.

Informatik-Studierende der Hochschule Darmstadt demonstrieren gemeinsam mit Rollstuhlfahrenden die App „Wheel Scout“
Informatik-Studierende der Hochschule Darmstadt demonstrieren gemeinsam mit Rollstuhlfahrenden die App „Wheel Scout“
(Bild: Hochschule Darmstadt / Claus Völker)

„Manchmal führt der kürzeste und barrierefreiste Weg durch Gebäude oder das Ziel liegt in einem Gebäude, zum Beispiel der Hörsaal einer Hochschule oder das Bahngleis eines Bahnhofs“, erläutert Projektleiterin Prof. Dr. Bettina Harriehausen-Mühlbauer vom Fachbereich Informatik der Hochschule Darmstadt. „Deswegen haben wir die Outdoor-Navigation um ein Indoor-Routing erweitert. Die Positionsbestimmung innerhalb von Gebäuden wird mittels Beacons, die Bluetooth-Signale mit ihrer Geoposition aussenden, berechnet. Auf diese Weise kann die App eine Route berechnen, die Gebäude mit einbezieht.“

Profile den Fähigkeiten entsprechend

Im Outdoor-Modus funktioniert „Wheel Scout“ via GPS-Ortung. Für die Darstellung der Routen greift die App über eine technische Schnittstelle auf das Kartenprogramm „Open Street Map“ zu und nutzt hier die Funktionalität der so genannten „Points of Interest“, mit denen Sehenswürdigkeiten markiert werden. „Wheel Scout“ markiert hingegen Barrieren mit eigens dafür entworfenen Barriere-Symbolen. Nutzer können neue Barrieren selbst eintragen und sich individuelle Profile entsprechend ihrer Fähigkeiten anlegen. Die App funktioniert als plattformunabhängige Web-Anwendung auf allen mobilen Geräten.

Sprachsteuerung

Außerdem wurde die App nun mit einer Sprachsteuerung versehen, denn viele Rollstuhlfahrende können auch ihre Finger nicht uneingeschränkt bewegen. Sie sprechen stattdessen die Adresse des gewünschten Zielorts ein. Die hierfür nötige Sprachsteuerungs-Software entwickelte European Media Laboratory (EML) in Heidelberg. „Wir haben dabei auf unsere bisherigen Erfahrungen mit der Sprachsteuerung für barrierefreies Autofahren aufgebaut“, sagt Dr. Siegfried Kunzmann, Leiter Forschung und Entwicklung am EML.

Eine erste marktreife Version von „Wheel Scout“ ist für 2017 vorgesehen.

Dieser Artikel ist erschienen auf www.egovernment-computing.de.

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Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS