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Automobile Antriebstechnik für neue Clamp-Technologie

| Redakteur: Peter Reinhardt

Der Fluss von Medien in Einweg-Schlauchsystemen will zuverlässig kontrolliert werden – unabhängig davon, ob darin Blut, Medikamente oder Reagenzien fließen. Eine neue Clamp-Plattform basiert auf Schweizer Antriebstechnologie aus der Automobilbranche. Dort intensiv erprobt, bietet sie hohe Zuverlässigkeit.

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Neue Clamp-Technologie: Dank erprobter Antriebstechnik ist das System jederzeit über seinen aktuellen Status im Bilde.
Neue Clamp-Technologie: Dank erprobter Antriebstechnik ist das System jederzeit über seinen aktuellen Status im Bilde.
( Bild: Sonceboz )

Schlauchsysteme werden in zahlreichen medizintechnischen Anwendungen eingesetzt – von Therapiegeräten in direktem Kontakt zum Patienten wie zum Beispiel Dialysemaschinen bis zu In-vitro-Laborinstrumenten. Die hierfür verwendeten Klemmen oder Quetschventile quetschen den Schlauch, um den Durchfluss im Schlauchsystem gezielt zu kontrollieren. Die Clamp-Plattform neuester Bauart kennt jederzeit ihren Status – offen, zu ohne Schlauch, zu mit Schlauch – und benötigt bei gleicher Leistung weniger Bauraum als bisher üblich. Im Vergleich zu herkömmlichen Solenoid-Lösungen erzeugt sie zudem deutlich weniger Lärm und reduziert den Strombedarf im offenen Zustand auf das unbedingt Erforderliche.

Sensor meldet Stellung des Quetschventils

Dabei kann der Fluss von Medien in den Einweg-Schlauchsystemen zuverlässig kontrolliert werden, unabhängig davon, ob nun Blut, Medikamente oder Reagenzien darin fließen. Das stellt die neue Clamp-Plattform mithilfe einer in der Automobilbranche langjährig erprobten Antriebstechnologie sicher. Ein Sensor kann zu jedem Zeitpunkt zurückmelden, ob das Quetschventil offen, geschlossen ohne Schlauch oder geschlossen mit eingelegtem Schlauch ist. Je nach Einsatzfall resultieren zum Teil unterschiedliche Bedürfnisse, sodass Anwender zwischen zwei Konfigurationen wählen können. Ist höchstmögliche Zuverlässigkeit einer Schließung im Falle einer Stromunterbrechung gefordert, so ist die mono-stabile Version die beste Wahl. Ausschließlich aufgrund seiner Mechanik schließt deren mono-stabiler Clamp in jedem Fall, sobald die Stromzufuhr unterbrochen ist. Spielen hingegen Gesamtstrombedarf, Batteriegröße, Erwärmung, Lüfter und schließlich der Bauraum eine wichtige Rolle, so fällt die Wahl auf einen bi-stabilen Clamp. Auch dieser ist mit einer zuverlässigen Fail-Safe-Funktion ausgestattet, welche über passive Elektronikkomponenten realisiert wird. Die bi-stabile Konfiguration ist somit den meist verwendeten Elektromagneten ähnlich. Beiden Konfigurationen gemein ist, dass sie im Vergleich zu den zumeist verwendeten Solenoid-Ventilen deutlich weniger Lärm erzeugen, und dies ohne zusätzliche Elektronik oder Software.

Antriebstechnik erfüllt individuelle Anforderungen

Der Clamp klemmt den Schlauch mit rund 60 N. Dafür legt der Stößel während des Klemmvorgangs einen Weg von etwa 7 mm zurück. Neben den beiden zuvor beschriebenen Grundkonfigurationen erlaubt die verwendete Antriebstechnik zahlreiche Lösungsmöglichkeiten für individuelle Anforderungen. Sie kommt vom Schweizer Zulieferer Sonceboz SA. Zertifiziert nach ISO 13485, ist das Unternehmen spezialisiert auf die Entwicklung und Fertigung von kundenspezifischen Motoren und Antriebssystemen. Im vergangenen Jahr wurden über 60 Millionen Motoren produziert – jeder einzelne davon geprüft.

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Bild: Sonceboz; Uta Wagner / IW; gemeinfrei; Devicemed; Dassault Systèmes; DPMA; Sensirion; Kraiburg TPE; Raumedic AG; Raumedic; Rico Elastomere Projecting; Fraunhofer IPT; Consense; ©auremar - stock.adobe.com; Chris Kettner; Transline; Die Storyfactory / Devicemed; BV-Med; Spectaris; Projekt HIPS; Radware; TITK; Volker Mai; Hochschule Stralsund; NUS National University of Singapore