Coronavirus: Branchen-Ticker für die Medizintechnik

Labor setzt Transportdrohnen ein / Auszeichnung für Beatmungssystem

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Fakuma findet nicht statt

[Do 23.07.2020, 15:15] Gemeinsam mit dem Ausstellerbeirat der Fakuma 2020 hat das Messeunternehmen Schall entschieden, die 27. Fakuma – Internationale Fachmesse für Kunststoffverarbeitung – auf das Jahr 2021 zu verschieben. Das nächste Branchenhighlight rund um die Kunststoffbe- und verarbeitung findet vom 12. bis 16. Oktober 2021 statt.

Die diesjährige Fakuma wird ins nächste Jahr verschoben. Von der Warte des Messeveranstalters aus hätte die 27. Fakuma vom 13. bis 17. Oktober 2020 in Friedrichshafen stattfinden können, heißt es in einer Pressemeldung. „Wir haben lange dafür gekämpft, die coronabedingt erforderlichen Rahmenbedingungen mit allen Beteiligten so anzupassen, dass die Fakuma 2020 hätte erfolgreich durchgeführt werden können, sagt Bettina Schall, Geschäftsführerin der P. E. Schall GmbH & Co. KG. Dazu wurde ein Hygiene- und Sicherheitskonzept für eine sichere Durchführung der Messe entwickelt. „Wir hatten alle Voraussetzungen geschaffen. Doch gemeinsam mit dem Ausstellerbeirat haben wir nun entschieden, die Fakuma 2020 auf den Oktober 2021 zu verschieben.“

ACE hilft mit Gasfedern

[Mi 22.07.2020, 08:20] Besonders während der Corona-Pandemie benötigen Intensivmediziner schnell Bilder vom Zustand der Lunge infizierter Patienten. Mobile Röntgengeräte gehören dabei zu den effektivsten medizinischen Hilfsmitteln bei der Diagnostik. Als Wuhan von der ersten Infektionswelle getroffen wurde, war das Unternehmen Wandong in der Lage, schnell Röntgengeräte zu liefern, auch weil man sich für Gaszugfedern von ACE entschieden hatte.

Die ausgewählten Gaszugfedern vom Typ GZ-28-450 wirken sich in vielerlei Hinsicht positiv auf die Bedienungsfreundlichkeit aus: Sie halten den Strahlarm zuverlässig in der gewünschten Röntgenposition und unterstützen zudem die Muskelkraft beim Anheben, Absenken und Einklappen der Mechanik. Dabei wirken sie in umgekehrter Weise zu herkömmlichen Gasdruckfedern. Ihre Kolbenstange befindet sich im unbelasteten Zustand im Zylinder. Durch den Gasdruck im Zylinder wird die Kolbenstange nach innen gezogen. Konstrukteure haben bei den wartungsfreien und einbaufertigen Gaszugfedern von ACE die Wahl zwischen Körperdurchmessern von 15 mm bis 40 mm sowie Kräften von 40 N bis 5.000 N. In den mobilen Röntgenlösungen von Wandong kommen Modelle mit einem Außendurchmesser von 28 mm und einer maximalen Zugkraft von 1.200 N bei einer Hublänge von 450 mm zum Einsatz. Alle Gasfedern von ACE zeichnen sich durch hart verchromte Kolbenstangen sowie integrierte Gleitlager aus und bieten dadurch sehr hohe Standzeiten. Ein großer Zusatzvorteil: Egal, welche Hublänge, die Zugkraft ist nachträglich über ein Ventil anpassbar, indem man Gas entweichen lässt oder dieses mit dem von ACE lieferbaren Füllkoffer je nach Anforderung befüllt.

Chiron Group setzt auf Medizintechnik

[Di 21.07.2020, 16:03] Aufgrund der Krise in der Automobilindustrie und den Auswirkungen der Corona-Pandemie in der Luftfahrt sieht sich die Chiron Group mit einem deutlichen Nachfragerückgang konfrontiert. Um die Zukunft der Unternehmensgruppe zu sichern, haben Geschäftsführung, Verwaltungsrat und Eigentümer eine umfangreiche Neuausrichtung eingeleitet. Die Chiron Group plant, alle deutschen Fertigungs- und Montage-Kapazitäten in den Werken Tuttlingen und Neuhausen o. E. zu bündeln. Entsprechend werden die Bereiche Montage und Applikation der Stama Maschinenfabrik GmbH von Schlierbach in das rund 150 Kilometer entfernten Werk in Neuhausen verlagert. Der Standort Schlierbach wird sich künftig auf den Vertrieb und Service der Marke Stama konzentrieren.

„Diese Maßnahmen werden Einschnitte mit sich bringen. Gleichzeitig bündeln wir unsere Fertigungskapazitäten in einer der modernsten Werkzeugmaschinenfabriken Europas. Außerdem stärken wir die Branche Präzisions- und Medizintechnik durch eine Kooperation mit einem Schweizer Hersteller für kleine Bearbeitungszentren. Auch die erfolgreich gestarteten Aktivitäten im Bereich Additive Fertigung intensivieren wir weiter. All diese Entscheidungen haben wir nach gründlichen Analysen und sorgfältigen Abwägungen getroffen und sind davon überzeugt, die richtige Strategie zu einer erfolgreichen Neuausrichtung im Sinne unserer Kunden zu verfolgen“, erklärt Geschäftsführerin Vanessa Hellwing.

Gerresheimer liefert Primärpackmittel für Dexamethason-Verpackung

[Di 21.07.2020, 10:12] Gerresheimer wurde von einem Kunden beauftragt, Kunststoffbehälter zu produzieren, in denen der Wirkstoff Dexamethason abgefüllt werden soll. Der Wirkstoff kann laut einer Studie die Sterblichkeit von schwer an Covid 19 erkrankten Menschen senken. „Wir haben durch weltweit vereinheitlichte Prozesse und Technologien die Möglichkeit flexibel, lokal und nachhaltig zu produzieren. Dazu gehört auch, dass wir für unsere Kunden die Beschaffungs- und Transportwege optimieren,“ sagt Jens Friis, der als Vice President Europe & Latin America bei Primary Plastic Packaging für den Vertrieb zuständig ist. „Für die Verpackung von Dexamethason liefern wir 100 ml-Medikamentendosen mit Verschluss.“

Gerresheimer ist für die Verpackung des Wirkstoffs gut aufgestellt, so dass Unternehmen in einer Pressemitteilung. Schon am Anfang der Corona-Pandemie reagierte das Unternehmen flexibel auf die Wünsche seiner Kunden nach Behältern zur Abfüllung von Handdesinfektionsmittel. Die Faktoren Beschaffungssicherheit, Supply-Chain-Management und klar definierte Durchlaufzeiten sind bei Gerresheimer entscheidende Schlüsselfaktoren für eine hohe Kundenzufriedenheit im Dienst der Gesundheit von Menschen.

Herrmann Ultraschalltechnik: keine Fakuma-Teilnahme

[Fr 17.07.2020, 13:29]Die Herrmann Ultraschalltechnik GmbH & Co.KG wird angesichts der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht in gewohnter Form aktiv an der Fakuma teilnehmen. Man sehe aufgrund der erforderlichen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen keine Möglichkeit, ein informatives und entspanntes Messeerlebnis zu bieten, heißt es in einer Pressemitteilung. Auf die Fakuma als wichtige Innovations- und Netzwerkmesse zu verzichten, falle nicht leicht, aber die Gesundheit der Mitarbeiter und Besucher stehe absolut im Vordergrund. Nachdem bereits andere wichtige Marktteilnehmer der Kunststoffbranche in der letzten Woche ihre aktive diesjährige Teilnahme absagten, schließt sich Herrmann Ultraschall diesem Schritt an. Als Unternehmen freue man sich nun auf ein Wiedersehen bei der Fakuma 2021.

Dräger beliefert Großbritannien mit Atemschutzmasken

[Do 16.07.2020, 15:45] Im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie hat Dräger von der britischen Regierung den Zuschlag für die Lieferung von Atemschutzmasken (FFP3) erhalten. Die Auslieferung der Masken wird noch in 2020 beginnen und sich bis in das darauffolgende Jahr erstrecken. Der erwartete Umsatz liegt bei ungefähr 100 Mio. Euro.

Dazu wird Dräger eine Maskenproduktion in Großbritannien, in der Umgebung von Blyth in Northumberland, aufbauen. Hier hat Dräger bereits seit über 50 Jahren einen Entwicklungs- und Produktionsstandort für Atemschutztechnik für Feuerwehr und Industrie. Diese Erweiterung der Kapazitäten erfolgt zusätzlich zu dem bestehenden Produktionsverbund in Schweden und Südafrika und den vor kurzem beschlossenen neuen Produktionsstandorten in Frankreich und den USA. Rainer Klug, Vorstand Sicherheitstechnik bei Dräger: „Wir freuen uns sehr über den Großauftrag der britischen Regierung. Wir bekommen so die Möglichkeit, unseren internationalen Produktionsverbund für FFP-Masken zu erweitern. Dräger wird mit dieser zusätzlichen Produktionseinheit schnell und flexibel Volumen steigern. Unser internationaler Produktionsverbund ermöglicht es uns, einerseits sehr zielgerichtet und schnell auf nationale oder lokale Bedarfe zu reagieren, und andererseits eng vernetzt und flexibel internationale Bedarfe zu decken. Damit betreibt Dräger ein sehr reaktionsfähiges Herstellungssystem für zertifizierte FFP-Atemschutzmasken, deren Produktdesign aus der eigenen Entwicklung in Deutschland stammt.“

Masken als Virenkiller

[Mi 15.07.2020, 12:33] Ein hochspezialisiertes Unternehmen aus Eisenach setzt der höchsten Schutzklasse für Atemschutzmasken noch eins drauf: Intercept Technology hat jetzt FFP3-Masken und weitere Schutzprodukte mit Kupfer-Polymeren auf den Markt gebracht. Deren Vorteil: Sie filtern Viren und Bakterien nicht nur passiv heraus, sondern töten sie aktiv ab. So sind die Träger und deren Mitmenschen sicher geschützt. „Unsere Produktfamilie Intercept CU22 ist die erste, die in vollem Umfang auf Filtrationsschutz und auf aktive Viren- und Bakterienabtötungsleistung im Kontakt getestet wurde, einschließlich Corona-Viren“, sagt Frank P. Krökel, Geschäftsführender Gesellschafter bei der Intercept Technology GmbH. Optimal sind die Masken für alle, die berufsbedingt Kontakt zu vielen Menschen oder (potenziell) Erkrankten haben, sei es im Gesundheitswesen oder öffentlichen Dienst. Weil das Material atmungsaktiv ist und auch bei langer Tragezeit viel Sauerstoff durchlässt, lassen sich die Masken auch im Alltag gut tragen.

Touchscreens neutralisieren Coronaviren

[Di 14.07.2020, 15:49] Touchscreens sind aus dem Alltag der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken und sind gleichzeitig auch ein Hort für Keime und Bakterien. Eine in Corona-Zeiten nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle, die viele Menschen verunsichert. Der irische Experte für antimikrobielle Beschichtungen Kastus hat nun eine Beschichtung entwickelt, die nicht nur wirksam gegenüber herkömmlichen Viren ist, sondern auch gegenüber dem neuartigen Coronavirus. Durchschnittlich etwa 100 verschiedene Bakterienarten tummeln sich allein auf einem privat genutzten Smartphone. Dabei handelt es sich jedoch meist um körpereigene Bakterien, die aus dem Mund, der Haut oder dem Darm stammen und daher leicht von einem intakten Immunsystem abgewehrt werden können. Die Bakterienzahl auf öffentlich oder im beruflichen Kontext genutzten Touchscreens dürfte um ein Vielfaches höher liegen – ebenso wie die Wahrscheinlichkeit krank zu werden. Eine wirkliche Reinigung dieser Oberflächen gestaltet sich schwierig. Antimikrobielle Beschichtungen können jedoch den größten Teil der Keime abtöten und so zur Eindämmung von Krankheitswellen beitragen. Eine Beschichtung, die sich auch wirksam gegenüber dem neuartigen Coronavirus zeigt, gab es bislang jedoch nicht.

Das Dubliner Unternehmen Kastus konnte nun in unabhängig durchgeführten Tests einen Erfolg verbuchen. Die Iren haben eine Beschichtung für unterschiedliche Oberflächen entwickelt, darunter Glas, Keramik und Touchscreens, die auch Coronaviren neutralisiert. Zu diesem Zweck nutzt die neuartige und patentierte Beschichtung Feuchtigkeit und Licht aus der Umgebung als Brennstoffquelle, um Sauerstoffradikale zu erzeugen, die sich an Bakterien und Viren anlagern und diese letztendlich abtöten. Die Beschichtung wird werkseitig aufgetragen, das heißt, sie wird während des Herstellungsprozesses aufgesprüht und bildet so einen extrem haltbaren, immobilisierten dünnen Film.

UV-System zur Abtötung von Viren

[Di 14.07.2020, 13:05] Heraeus Noblelight hat eine neue Waffe gegen Viren auf Oberflächen entwickelt: die UV-Disinfection Chamber aus dem Soluva Pro-Programm. Die neue UV-Disinfection Chamber ist für die Desinfektion von berührungsempfindlichen Objekten in Seniorenpflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens. Mit der Kammer können Benutzer schädliche Viren auf Masken und anderen Objekten in nur zwei Minuten desinfizieren und eine Desinfektionsrate von bis zu 99,9 Prozent erreichen. Die Kammer verwendet UVC-Lampen und hochreflektierendes Aluminium, um die Oberfläche eines Objekts vollständig mit UVC-Licht zu umgeben oder zu „baden“, um Viren und Mikroorganismen auf der Oberfläche effektiv und zuverlässig abzutöten.

UVC-Licht, insbesondere Wellenlängen zwischen 200 nm und 280 nm, ist eine bewährte Methode zur Desinfektion von Oberflächen, Luft und Wasser. UVC-Lampen werden häufig als keimtötende UV-Bestrahlung (UVGI) bezeichnet. So desinfizieren UVC-Lampen beispielsweise Behälter für Babynahrung in der Lebensmittelindustrie und Wasser in kommunalen Trinkwasseraufbereitungsanlagen. UVC-Lampen sorgen für eine trockene und chemikalienfreie Desinfektion und hinterlassen keine bleibenden Schäden an Materialien oder elektronischen Bauteilen.

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