Coronavirus: Branchen-Ticker für die Medizintechnik

Labor setzt Transportdrohnen ein / Auszeichnung für Beatmungssystem

06.11.2020 | Aktualisiert am 18.11.2020Autor / Redakteur: Julia Engelke / Marc Platthaus

Das Labor Berlin setzt Drohnen für den Transport von Laborproben ein. Hiermit sollen zukünftig Proben per Drohne zum Zentrallabor von Labor Berlin am Charité Campus Virchow-Klinikum transportiert werden, um diese dort schnellstmöglich zu bearbeiten. Derweil drängt der Bundesverband Medizintechnologie, BV-Med, auf intelligente Lösungen, um auch während der Corona-Pandemie die medizinische Gesamtversorgung der Menschen in Deutschland sicherzustellen.

Seit Mittwoch den 11.3.2020 betrachtet die Weltgesundheitsorganisation die Corona-Krise als Pandemie. Bleiben Sie mit dem Branchen-Ticker von Devicemed über das Geschehen in der Medizintechnik auf dem Laufenden.
( Bild: gemeinfrei / CC0 )
  • Drohnen für Laborprobentransport
  • Auszeichnung für Beatmungssystem
  • Aus Fehlern des ersten Lockdowns lernen
  • Hygienearmband für die Handdesinfektion
  • Pfaff und Sonotronic bündeln Know-how für Maschinenkonzept
  • Verschiebung nicht dringlicher Operationen
  • Rundumhygiene in Orthopädiewerkstätten
  • Rapid Tech 3D wird 2021 hybrid
  • VDGH begrüßt erweiterte Teststrategie

Transportdrohnen für Laborproben

[Mi 18.11.2020, 07:00] In Berlin sind ab dem 17. November Drohnen im Einsatz, um Laborproben schneller bearbeiten zu können.

Durch den Einsatz von Drohnen soll die Transportzeit für besonders zeitkritische Proben zwischen einzelnen Klinikstandorten und dem Zentrallabor von Labor Berlin, dem ersten Gemeinschaftsunternehmen von Charité und Vivantes, deutlich verkürzt werden. Labor Berlin und Matternet bereiten sich daher seit längerem intensiv darauf vor, Laborproben per Drohnen zu transportieren. Die Initiatoren setzen damit den Grundstein für das erste innerstädtische BVLOS-Netzwerk (beyond visual line of sight) zur Lieferung medizinischer Materialien durch die Luft.

„Die Corona-Pandemie macht einmal mehr deutlich, dass Zeit Leben retten kann. Wir sind davon überzeugt, dass Drohnen eine wichtige Rolle spielen werden bei unserem Ziel, die Behandlung von Patienten bestmöglich zu unterstützen.“, so Klaus Tenning, Projektleiter Labor Berlin.

Auszeichnung für Beatmungssystem

[Fr 06.11.2020, 07:25] Demcon hat den Deutsch-Niederländischen Wirtschaftspreis 2020 gewonnen. Das niederländische Hightech-Unternehmen entwickelte im Frühjahr in nur drei Wochen ein neues Beatmungssystem für Corona-Patienten und setzte sich mit dieser grenzüberschreitenden Kooperation gegen 28 weitere Kandidaten durch.

„Wir vergeben den Wirtschaftspreis dieses Jahr zum 13. Mal, doch noch nie in so herausfordernden Zeiten wie jetzt“, sagt DNHK-Geschäftsführer Günter Gülker mit Blick auf die Corona-Pandemie. „Demcon ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und dank binationalem Ansatz in Rekordzeit Lösungen anbieten können.“ An der Entwicklung des Beatmungssystems Demcair waren Partner aus beiden Ländern beteiligt. Auch eine Maschine für die Produktion medizinischer Masken entwickelte Demcon während der Krise in deutsch-niederländischer Zusammenarbeit. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung“, sagt Eric Tielemans, Managing Director von Demcon Advanced Mechatronics. „Eine wirklich schöne Anerkennung der harten Arbeit unserer Kollegen.“

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Aus Fehlern des ersten Lockdowns lernen

[Mi 04.11.2020, 08:27] Der Bundesverband Medizintechnologie, BV-Med, drängt auf intelligente Lösungen, um auch während der Corona-Pandemie die medizinische Gesamtversorgung der Menschen in Deutschland sicherzustellen. „Wir müssen aus den Fehlern des ersten Lockdowns lernen und vor dem Hintergrund, dass die Pandemie über den Winter andauern wird, die medizinische Gesamtversorgung sicherstellen“, so BV-Med-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. „Alle Patientengruppen, die notwendige stationäre Versorgung und insbesondere Operationen brauchen, benötigen den zeitnahen Zugang zu stationären Leistungen.“ Mehr dazu hier.

Hygienearmband für die Handdesinfektion

[Fr 30.10.2020, 14:19] Design und Funktionalität vereint: Das ist das Ziel der Gründer von Cleanbrace, einem Hygienearmband, das jederzeit die Handdesinfektion ermöglicht. Gemeinsam mit dem Spritzgussspezialisten Protolabs sind sie jetzt bereit für die Serienproduktion. Mehr dazu hier.

Pfaff und Sonotronic bündeln Know-how für Maschinenkonzept

[Do 29.10.2020, 10:03] Als Reaktion auf die steigende Nachfrage nach Schutzmasken in der aktuellen Corona-Pandemie, haben Ingenieure und Techniker reagiert und gemeinsam ein Maschinenkonzept entwickelt. In dem Produkt stecken 150 Jahre Kompetenz beim Verbinden von textilen Materialien und geballtes Know-how der Marken Pfaff Industrial, KSL und Sonotronic in den Bereichen Prozesssteuerung, Automatisierung und Robotik. Die Konfiguration erfolgt über eine Siemens-Steuerung mit 3 HMIs / Bedienfelder. Die Maskenanlage ist mit Ultraschall-Komponenten von Sonotronic für das kontinuierliche und getaktete Schweißen ausgestattet. Diese gewährleisten eine schnelle und zuverlässige Verarbeitung von Nonwoven, Nasenbügeln und Ohrbändern zur Herstellung von Masken. Alle Antriebe sind synchronisiert über Servomotoren gesteuert. Ein besonderes Merkmal bei diesem Anlagentyp ist die optimierte Prozessführung, die neben der sicheren Arbeitsweise auch eine sehr geringe Geräuschentwicklung erzielt.

Verschiebung nicht dringlicher Operationen

[Di 27.10.2020, 15:55] Angesichts steigender SARS-CoV-2-Infektionszahlen stellen sich die Krankenhäuser in Deutschland darauf ein, vielerorts planbare Operationen zu verschieben, so das Ärzteblatt. Es sei damit zu rechnen, dass „nicht notfallmäßige Eingriffe in besonders belasteten Regionen und Krankenhäusern wieder verschoben werden müssen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, der Augsburger Allgemeinen.

Baum nannte die stark steigende Zahl der Neuinfektionen „besorgniserregend“. „Wir wissen aus dem Frühjahr, dass aus diesen Neuinfektionen zwangsläufig stationäre Behandlungsfälle folgen.“ Damals habe jeder siebte Coronainfizierte mit einem zeitlich verzögertem Abstand im Verlauf der Krankheit stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen. Zudem müsse damit gerechnet werden, dass eine bestimmte Zahl von Betten freigehalten werden müsse. „Anders als im Frühjahr wird es aber keinen flächendeckenden und unkoordinierten Lockdown geben“, fügte Baum hinzu.

Insbesondere die überregionale Versorgung großer Kliniken für wichtige Eingriffe solle gewährleistet bleiben. Baum zufolge hat sich die Zahl der Coronapatienten auf den Intensivstationen seit Anfang Oktober von 373 auf 1.296 mehr als verdreifacht.

Rundumhygiene in Orthopädiewerkstätten

[Di 27.10.2020, 10:33] In der Medizintechnikbranche ist die richtige Hygiene entscheidend. Insbesondere die aktuellen Umstände während der Coronavirus-Krise stellen Orthopädietechniker vor eine essenzielle Frage: Wie schütze ich mich und meine Patienten vor einer Ansteckung? Die Antwort darauf gibt das niedersächsische Medizintechnikunternehmen Ottobock mit einem Hygieneportfolio für Orthopädiebetriebe, das sie auf dem Weg in die nächste Normalität begleiten soll. Die Initiative trägt den Namen #backtotreatment.

Ganz neu: Ein Plasma Generator desinfiziert die Raumluft im laufenden Betrieb. Davon profitieren insbesondere Mitarbeiter in Orthopädiewerkstätten. Und mit Calistair C300 kommt noch ein spezielles Dekontaminationsgerät mit Krankenhaus-Technologie auf den Markt – als optimale Ergänzung für bestehende Lüftungssysteme in der Patientenversorgung. Hinter Calistair steht ein französisches Unternehmen, eine Beteiligung des HGN Incubator Startup Portfolios. Calistair ist auf den Bereich der Luftdekontamination für ultrasaubere Umfelder, wie u. a. Reinräume, Labore oder Krankenhäuser spezialisiert.

„Beim Sprechen entstehen winzige unsichtbare Aerosole. Diese mikroskopisch kleinen Tröpfchen schweben in der Raumluft und können Viren und Bakterien enthalten, die sich von Mensch zu Mensch übertragen“, erklärt Produktmanager Sebastian Hoch. Um diese Gefahr zu bannen, hat Ottobock Equipment das Portfolio exklusiv um den Plasma Generator erweitert. Das Desinfektionsgerät erzeugt kaltes Plasma, das Viren und Bakterien in der Luft und auf Oberflächen effektiv angreift und innerhalb von 30 Minuten inaktiviert. In Form von Hydroxylradikalen löst das kalte Plasma eine chemische Kettenreaktion aus, bei der unter definierten Prüfbedingungen der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie bis zu 99,99 Prozent der Keime beseitigt werden.

Rapid Tech 3D wird 2021 hybrid

[Di 20.10.2020, 13:16] Nachdem die Rapid Tech 3D aufgrund der Corona-Pandemie im Jahr 2020 eine Zwangspause eingelegt hat, kehrt die älteste deutsche Kongressmesse für additive Fertigung im Jahr 2021 mit einem neuen Konzept zurück: Vom 4. bis 6. Juni wird die Rapid Tech 3D als Hybrid-Event mit Live- und Digital-Formaten stattfinden. Wie die Veranstalter betonen, haben Gesundheit und Sicherheit der Teilnehmer oberste Priorität. Daher gibt es eine umfassendes Hygieneprotokoll und ein flexibles Raumnutzungskonzept.

Für viele Teilnehmer der Rapid Tech 3D ist der Fachkongress das Herzstück der Veranstaltung und das soll auch 2021 so bleiben. Daher wurde das hybride Eventkonzept um den Kongress gestaltet. Zunächst kann die Messe Erfurt ihre Räumlichkeiten flexibel den Teilnehmerzahlen anpassen und ein sicheres Tagen vor Ort ermöglichen. Darüber hinaus wird es erstmals das Angebot geben, alle Sessions des dreitägigen Kongresses online zu verfolgen und mit den Vortragenden zu interagieren. Neben dem Fachkongress wird die 3D-Ausstellung in den Messehallen stattfinden. Laut Veranstalter haben sich schon erste Aussteller aus Mittel- und Süddeutschland angemeldet. Um wem es sich genau handelt, wurde noch nicht kommuniziert.

VDGH begrüßt erweiterte Teststrategie

[Mo 19.10.2020, 11:33] Der VDGH begrüßt die erweiterte Teststrategie der Bundesregierung in Bezug auf das Coronavirus. Die Verordnung zum Anspruch auf Testung auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Testverordnung) ist am 15. Oktober in Kraft getreten. Sie definiert den Testanspruch für bestimmte Personengruppen. „Zielgerichtete Testungen sind von entscheidender Bedeutung für die Eindämmung von Corona-Infektionsketten und die Verhinderung unkontrollierter Ausbrüche“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH), Ulrich Schmid. Der Herstellerverband unterstützt das in der Verordnung formulierte Ziel, nicht nur umfassender, sondern auch einfacher Personengruppen zu testen, bei denen noch keine Symptome vorliegen, aber eine Infektion naheliegt oder eine besondere Gefährdung darstellen kann. Durch die neue Testverordnung werden Antigentests jetzt als wichtige Ergänzung der diagnostischen Optionen anerkannt. Schmid sagt: „Antigentests tragen zum weiteren Ausbau von Testkapazitäten bei. Als Point-of-care-Anwendung stellen Antigentests ein niedrigschwelliges Testangebot dar und liefern schnelle Ergebnisse vor Ort.“

Test-Ergebnis in 15 Minuten

[Do 15.10.2020, 08:01] Siemens Healthineers hat einen schnellen und einfach anzuwendenden Antigentest auf den Markt gebracht, der das Covid-19 verursachende SARS-CoV-2 Virus nachweist. Der Clinitest Covid-19-Schnelltest ist ein Kassetten-Test für den Point-of-Care, der keine Laborgeräte oder spezialisiertes Laborpersonal zur Durchführung erfordert und Ergebnisse in 15 Minuten liefert.

Der CE-zertifizierte Test, der vom einem Partner von Siemens Healthineers entwickelt und getestet wurde, wies eine 96,72 prozentige Sensitivität und eine 99,22 prozentige Spezifität auf der Grundlage einer klinischen Studie mit 317 Probanden auf. Die Studie wurde mit Anwendern unterschiedlicher Qualifikationen an sechs verschiedenen Orten durchgeführt, unter anderem einem Krankenhaus, einer Gemeindeklinik, einem College-Campus und einer onkologischen Abteilung. Siemens Healthineers plant, den Testbedarf je nach Verlauf der Pandemie abzudecken. Es ist auch vorgesehen, die FDA-Notfallzulassung zu beantragen.

Professionelle Luftreinigung bei Medtech-Dienstleister

[Mi 14.10.2020, 13:28] Björn Thümler, Minister für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen, besuchte die Notrufeinsatzzentrale von „Offshore Response and Safety“ in Rastede. Bei dem norddeutschen Dienstleister rund um Medizintechnik und Arbeitsschutz kommt ein einzigartiges Luft-, Raum- und Oberflächendesinfektionsgerät im Kampf gegen Corona-Viren zum Einsatz. Der Minister informierte sich über die besonderen Technologien, die in diesem erstmals in Deutschland verfügbaren Plasmadesinfektionsgerät „Plaze Safe W“ verbaut sind. „Es freut mich, dass neben Abstand, Hygiene und Alltagsmasken nun auch medizintechnische Innovationen im Kampf gegen Corona in Deutschland zum Einsatz kommen. Die Luft- und Raumdesinfektion ist als ergänzende Maßnahme ein sehr gutes Mittel um Leben und Arbeiten in geschlossen Räumen wieder sicherer zu machen“ sagte Björn Thümler.

Mit Plaze Safe W können bis zu 99,9 Prozent aller Viren sowie Bakterien, Milben, Feinstaub, Pilze, Pollen, Kleinpartikel und Gerüche unschädlich gemacht werden. Sieben Technologien leisten hier eine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung. „Unabhängige Forschungsinstitute in den USA und in Südkorea haben die Wirkung insbesondere gegen humane Corona-Viren und Bakterien erfolgreich getestet und nachgewiesen“ erklärte Jutta Haupt-Szyza, Geschäftsführerin Apo-Care Pharma.

Schnelltest-Fertigung zum Nachweis von SARS-CoV-2

[Mo 12.10.2020, 11:09] Durch die Corona-Pandemie wurden von einigen Kunden neue Lieferketten erforderlich und schlagkräftige Lieferanten mit schneller, flexibler Entwicklung und Produktion gefordert. Die Wirthwein Medical GmbH & Co. KG hat diese Herausforderungen am Beispiel einer Corona-Schnelltest-Produktion mit dem gesamten Team in kurzer Zeit unter kontrollierten Fertigungsbedingungen und zusätzlichen Hygienemaßnahmen umgesetzt. Mehr dazu hier.

Datenspende für das RKI

[Do 08.10.2020, 15:20] 529.281 Menschen haben die Datenspende-App bisher heruntergeladen, mehr als 111 Mio. Datensätze zu Vitalwerten wurden an das Robert-Koch-Institut übermittelt. Die App könnte damit zur Blaupause für die wissenschaftliche Kooperation zwischen Bürgern und Forschern werden. Seit Anfang April ist die Corona-Datenspende-App erhältlich. Die App, die vom Robert-Koch-Institut (RKI) entwickelt wurde, erfasst vom Nutzer freigegebene Vitaldaten wie Ruhepuls, Schlaf und Aktivitätsniveau via Fitnessarmband oder Smartwatch. Bei einer akuten Atemwegserkrankung ändern sich diese Vitalzeichen in den meisten Fällen deutlich, typische Covid-19-Symptome wie Fieber können durch die App also erkannt werden. Dadurch soll beispielsweise eine Fieberkarte berechnet werden. Auf Landkreisebene und täglich aktualisiert soll dann laut RKI abgeschätzt werden, ob in einer Region überdurchschnittlich viele Menschen Fieber haben. Dies könne indirekt helfen, die Zahl der an Covid-19 Erkrankten zu schätzen und so zeitnah die Entstehung neuer Covid-19-Hotspots sichtbar machen.

Nach Auffassung der Bundesregierung ist es „mit der Corona-Datenspende-App gelungen, ein Instrument zu programmieren, das es erlaubt, bevölkerungsweit verschiedenste Gesundheitsdaten und Vitalwerte unter datenschutzrechtlich guten Bedingungen zusammenzutragen“. Der Datenschutz ist bei den sensiblen Daten von besonderer Bedeutung, die Daten werden in einem ISO-27001-zertifizierten Rechenzentrum in Deutschland gespeichert, und der Server wird in der Open Telecom Cloud („OTC“) der Deutschen Telekom gehostet. Bei der automatisierten Fieberdetektion und dem daraus entwickelten Fiebermonitor soll es nicht bleiben. Das Monitor-System soll weiterentwickelt werden, zudem werden momentan neben den statistischen Verfahren, auf denen der Detektionsprozess beruht, Methoden aus dem Bereich der Mustererkennung und des maschinellen Lernens implementiert.

Eine wesentliche Erweiterung der Corona-Datenspende-App sei die Verbindung mit anderen am RKI verankerten Surveillance-Systemen, wie der „GrippeWebPlattform“. „Ganz allgemein werden wissenschaftliche Pläne für Citizen-ScienceProjekte in der Gesundheitsforschung entworfen, für die die Corona-Datenspende-App als Schablone dienen kann“, betont die Regierung. Mehr dazu hier.

Medizinische Ausbildung durch lebensechte Dummys in Zeiten von Covid-19

[Mi 07.10.2020, 13:35] In den letzten Monaten hat Covid-19 die Gesundheitssysteme vieler Länder auf den Kopf gestellt und es wurde mehr denn je deutlich, dass eine gute und umfassende Ausbildung von medizinischem Personal essentiell ist. Lebensechte Dummys, die mithilfe eines hochmodernen 3D-Scanners von Artec 3D, einem Entwickler und Hersteller von professionellen 3D-Scannern und Software, angefertigt werden, bieten Notärzten und Medizinern dabei eine einmalige Möglichkeit den Ernstfall an Silikonkörpern zu üben. In Zeiten der Pandemie wurden 2.000 medizinische Fachkräfte an diesen Dummys von Lifecast Body Simulation in zwei provisorischen Krankenhäusern für die Intensivpflege geschult, die in Großbritannien als Reaktion auf Covid-19 eingerichtet worden waren. Ziel der Ausbildung war und ist es, durch Covid-19 hervorgerufene Symptome, etwa Atemwegskomplikationen und Atembeschwerden, besser erkennen und behandeln zu können.

Während die verblüffend realen Dummys beweisen, dass die Technologie zum 3D-Scan fortgeschrittener ist als viele Menschen erahnen und zugleich für ein breites Anwendungsspektrum geeignet ist, sind die Nachbildungen mehr als nur schlichte Faksimile: Atemfähigkeit und Vitalzeichen, wie beispielsweise ein messbarer Puls, runden ihr Auftreten zusätzlich ab. Um sicherzustellen, dass die Dummys möglichst realistisch wirken, muss der Prozess der Herstellung detailliert und gründlich sein. Für die Erfassung und Nachbildung der Einzelheiten eines menschlichen Kopfes wurde der 3D-Scanner Artec Eva für die Detailarbeit genutzt. Als 3D-Scanner mit Strukturlicht, der auf die Erstellung präziser texturierter 3D-Modelle spezialisiert ist, eignet er sich ideal für mittelgroße Objekte wie den menschlichen Körper. Dabei erfasst Artec Eva jede Oberfläche sicher, schnell und hochpräzise. Dabei ist vor allem der Vergleich zu herkömmlichen Körperabformungsmethoden wichtig, um die Vorteile der modernen 3D-Scantechnologie zu erkennen. Im Gegensatz zu einem mehrstündigen, aufwändigen Prozess können so digitale Abbilde in wenigen Minuten entstehen.

Corona macht Medtech-Branche zu schaffen

[Fr 02.10.2020, 10:04] Die Covid-19-Pandemie hat auch auf die Medizintechnik-Branche dramatische Auswirkungen. Die Unternehmen, die im Bundesverband Medizintechnologie, BV-Med, organisiert sind, erwarten in diesem Jahr einen Umsatzrückgang von durchschnittlich 4,9 Prozent – nach einem Umsatzplus von 3,3 Prozent im Vorjahr. Der Absturz betrifft vor allem kleinere und mittlere Unternehmen. Bei einem Drittel der Unternehmen sind die Umsatzrückgänge sogar im zweistelligen Bereich. Das zeigt, wie dramatisch die Medtech-Branche von der Verschiebung elektiver Eingriffe und den rückgängigen Arztbesuchen betroffen ist. Diese Auswirkungen können auch bei weitem nicht durch den Mehrbedarf an medizinischer Schutzausrüstung und Hygieneprodukten kompensiert werden. Mehr zu den Ergebnissen der diesjährigen BV-Med-Herbstumfrage gibt es hier.

Fraunhofer IPA präsentiert Desinfektionsroboter

[Do 01.10.2020, 13:16] Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat das Fraunhofer IPA in kurzer Zeit den Prototyp eines mobilen Reinigungs- und Desinfektionsroboters, „DeKonBot“, entwickelt. Er fährt selbstständig zu potenziell kontaminierten Objekten wie Türgriffen, desinfiziert sie gründlich und ist dabei ressourcenschonend sowie zeiteffizient. Gegenüber verfügbaren Roboterlösungen am Markt unterscheidet sich DeKonBot in mehrerlei Hinsicht. Zum einen reinigt er relevante Oberflächen gezielt und direkt und versprüht die einzusetzenden Mittel nicht wie verschiedene andere Roboter großflächig im Raum. Zum anderen kann DeKonBot sicher unter Menschen eingesetzt werden. Desinfektionsroboter, die beispielsweise UV-Strahlen für das Abtöten von Viren nutzen, bedürfen aus Sicherheitsgründen einer menschenleeren Umgebung.

Damit DeKonBot erfolgreich arbeiten kann, wird er anfangs mithilfe eines Tablets, das auch ohne Robotik-Expertise zu bedienen ist, in seiner neuen Einsatzumgebung eingelernt. Im ersten Schritt fährt das Bedienpersonal den Roboter einmal durch die Umgebung, wobei dieser eigenständig eine Karte seiner Einsatzumgebung erstellt. Zudem »zeigt« der Anwender dem Roboter die zu reinigenden Objekte und die durchzuführende Reinigungsbewegung: Zu diesem Zweck führt der Anwender den Roboterarm mit dem Desinfektionswerkzeug zum Beispiel zum Türgriff und bewegt das Werkzeug, wie es für die Reinigung erforderlich ist. Der Roboter speichert die Bahn ab und kann sie im Folgenden selbstständig wiederholen. Das Erkennen der zu reinigenden Objekte erfolgt aktuell noch mithilfe sogenannter »Tags«, also kleiner, schwarzweißer Schilder. Relativ zu diesen positioniert sich der Roboter. Künftig werden keine Tags mehr gebraucht. Vielmehr werden neu am Fraunhofer IPA entwickelte Methoden zum Einsatz kommen, die zum einen die automatische Erkennung dieser Objekte in Kameradaten ermöglichen. Zum anderen wurde im Projekt ein neuer 3D-Sensor entwickelt, der die zu reinigenden Objekte und ihre Lage im Raum besser als verfügbare Sensoren erkennt.

Der Prototyp ist das Ergebnis einer gemeinschaftlichen IPA-Entwicklung der Abteilungen Roboter- und Assistenzsysteme, Laborautomatisierung und Bioproduktionstechnik sowie Reinst- und Mikroproduktion. DeKonBot erhielt dabei Förderungen aus dem internen Programm der Fraunhofer-Gesellschaft „Anti-Corona“, mit dem diese umfassende Forschungs- und Innovationsaktivitäten zur Bekämpfung der Pandemie realisiert.

Automatica abgesagt

[Di 29.09.2020, 11:44] Eine Durchführung der Automatica in diesem Dezember würde die Messe den Veranstaltern zufolge auf Dauer nachhaltig beschädigen. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen wurden in den letzten Wochen für immer mehr europäische Länder und Regionen Reisebeschränkungen verfügt. Auch die Reisesituation außerhalb Europas hat sich praktisch nicht verbessert. Zudem haben viele nationale und internationale Konzerne interne Reiseverbote ausgesprochen. Deshalb befürchten die meisten Aussteller, dass nur wenige der ursprünglich erwarteten Besucher vor Ort sein werden. Aus diesem Grund kommt für sie die Teilnahme an der Automatica 2020 nicht mehr in Betracht.

„Eine Messe lebt von ihren Teilnehmern. Doch zu viele unserer Aussteller und Besucher hätten wegen der Reisebeschränkungen nicht nach München kommen können“, sagt Falk Senger, Geschäftsführer Messe München, zu der Entscheidung. „Deshalb mussten wir uns letztendlich für eine Absage der Automatica 2020 entscheiden. Umso wichtiger ist jetzt der Blick nach vorn. Mit Nachdruck arbeiten wir an neuen Angeboten, um die Branche zusammen- und voranzubringen.“ Gemeinsam mit den Ausstellern entwickelt die Messe München ein neues, an die Rahmenbedingungen der Corona-Zeit angepasstes Präsenzformat mit digitalen Elementen. Das neue Event ist als kompakte ‚Messe vor der Messe‘ für den Frühsommer 2021 angedacht und soll ein Add-on zur Automatica werden. Ausführliche Informationen dazu folgen zeitnah.

Beatmungssystem für Wirtschaftspreis nominiert

[Di 29.09.2020, 11:09] Der niederländische Hightech-Konzern Demcon hat in der Corona-Pandemie echten Pioniergeist beweisen. In kürzester Zeit entwickelten die Medizintechnik-Ingenieure des Familienunternehmens ein Beatmungssystem für Corona-Patienten – gemeinsam mit niederländischen und deutschen Partnern. Damit ist das Unternehmen Unternehmen nun im Rennen um den Deutsch-Niederländischen Wirtschaftspreis 2020. Nach nur vier Wochen konnten der niederländischen Regierung 500 Exemplare für die Notversorgung zur Verfügung gestellt werden. In Zusammenarbeit mit der deutschen Demcon-Niederlassung in Münster entstand während der Krise außerdem eine Anlage für die Produktion medizinischer Mundschutzmasken.

BMBF fördert Entwicklung von Corona-Schnelltest

[Fr 25.09.2020, 14:53] Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert einen neuen PCR-basierten Corona-Schnelltest, den Bosch entwickelt hat und bei dem das Ergebnis in 39 Minuten vorliegt. An einer weiteren Beschleunigung des neuen Tests wird bereits gearbeitet. Der Test ermöglicht den dezentralen Einsatz vor Ort, ohne Probentransport zu Speziallabors. Hierzu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek: „Mir ist wichtig, dass Menschen so schnell wie möglich Klarheit über ihren Gesundheitszustand haben. Hierbei können Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung dem Menschen große Dienste erweisen. Die rasante Weiterentwicklung unserer technologischen Möglichkeiten zeigt, zu welchen innovativen Leistungen deutsche Unternehmen gerade in Krisenzeiten fähig sind. Die Zeitersparnis und die vereinfachte Logistik gegenüber herkömmlichen PCR-Tests ist für Labore und andere Anwender sicherlich von großem Nutzen. Wir werden gerade in den nächsten Monaten vor der besonderen Herausforderung stehen, Menschen vermehrt testen zu müssen. Bei dieser komplexen Aufgabe kann das von Bosch mit Unterstützung des BMBF weiterentwickelte Testverfahren eine große Hilfe sein.“

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