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Hitec Consult

Coronavirus: Verträge auf „Force Majeure“-Klauseln prüfen

17.03.2020 | Autor / Redakteur: Martin Conrad* / Peter Reinhardt

Die Corona-Pandemie führt Medizintechnikunternehmen zunehmend an ihre Grenzen. Was können und müssen die Verantwortlichen jetzt tun? Handlungsempfehlungen, Checklisten und vieles mehr.

Martin Conrad, Partner bei Hitec Consult: „Grundsätzlich zeichnen sich in Folge des Coronavirus zwei gegenläufige Trends im Markt für Medizintechnik ab.“
( Bild: Hitec Consult )

Grundsätzlich zeichnen sich im Markt für Medizintechnik aktuell zwei gegenläufige Trends ab. Da sind auf der einen Seite diejenigen Medizinproduktehersteller, deren Portfolios keinen direkten Bezug zum Coronavirus haben. Gänzlich anderen Herausforderungen sind dagegen Hersteller ausgesetzt, mit deren Medizinprodukte die Ausbreitung des Coronavirus bekämpft oder Corona-Kranke behandelt werden können.

Was tun bei Portfolio abseits des Kampfes gegen Corona?

Unternehmen mit keinem unmittelbaren Bezug in ihrem Portfolio zu der Erkrankung, insbesondere bei elektiven Eingriffen, stehen vor folgender Herausforderung: Der Zugang zum Kunden bzw. Entscheider, damit verbunden die Absätze, die Budgets, aber auch vielfach die Zahl der Eingriffe befinden sich im freien Fall. Die Betten bei elektiven Eingriffen werden für Pandemiepatienten gebraucht. Die Ärzte, aber auch Verwaltungen haben mitunter dienstliche Anweisungen erhalten, Kontakte mit Externen auf null herunter zu fahren. Betroffene Medizintechnikunternehmen überbrücken aktuell die Situation durch den Versuch, Absatzkanäle auf Tele- oder Onlinevertrieb etc. umzustellen, sich auf Ausschreibungen zu fokussieren oder Schulungen vorzuziehen. Erste Kurzarbeitsmaßnahmen auf Basis der explizit für diese Krise vereinfachten Regelung sind schon zu beobachten. Es trifft hierbei vor allem kleinere Unternehmen oder Mittelständler, die sich durch MDR, REACH etc. aktuell ohnehin schon in einer strategisch schwierigen Situation befinden. An dieser Stelle ist ein solides, betriebswirtschaftliches Krisenmanagement erforderlich, da die Situation laut RKI und den Erfahrungen in China bis Sommer oder sogar länger anhalten kann.