Suchen

Bundestagswahl 2017 AfD: Keine Alternative für Deutschland

| Autor: Peter Reinhardt

Deutschland hat gewählt. Und wie. In der kommenden Oktober-Ausgabe von Devicemed äußert sich Chefredakteur Peter Reinhardt zur AfD und zum Rechtsruck unter den Wählern. Hier das Editorial vorab im Wortlaut.

Firma zum Thema

Peter Reinhardt, Chefredakteur Devicemed: „Ich kann nur hoffen, dass sich in dem Wahlergebnis von gestern mehr Protest als Überzeugung widerspiegelt. Aber auch das ist ein Spiel mit dem Feuer, keine Alternative für Deutschland!“
Peter Reinhardt, Chefredakteur Devicemed: „Ich kann nur hoffen, dass sich in dem Wahlergebnis von gestern mehr Protest als Überzeugung widerspiegelt. Aber auch das ist ein Spiel mit dem Feuer, keine Alternative für Deutschland!“
(Bild: Untzsch / Vogel Business Media)
  • AfD mit fast 13 Prozent der Stimmen erstmals im Deutschen Bundestag vertreten
  • Wahre Gesinnung hinter geschönten Programmen mehr als einmal deutlich gemacht
  • Rückwärtsgewandte, in Teilen offen rechtsradikale Parolen

An dieser Stelle sind Sie es gewohnt, von mir zu den Themen der aktuellen Ausgabe geleitet zu werden. Doch diesmal entsteht das Editorial am Morgen nach der Bundestagswahl und ich bin noch immer sehr aufgewühlt über die große Zustimmung für die AfD. Natürlich sind politische Äußerungen in Fachmedien eher kritisch zu sehen, sofern sie sich nicht konkret auf branchenrelevante Themen beziehen. Doch gestern hat fast jeder achte Wähler einer Partei seine Stimme gegeben, deren Führer ihre wahre Gesinnung hinter geschönten Programmen mehr als einmal deutlich gemacht haben. Einer populistischen Partei, die rückwärtsgewandte, in Teilen offen rechtsradikale Parolen vertritt. Das macht mir Angst!

Eine komplizierte Welt ist nicht mit einfachen Wünschen zu gestalten

Mit dem Schwärmen über Wehrmachtssoldaten und Hass gegen Fremde lässt sich kein Land gestalten – schon gar nicht in Zeiten dynamischer Veränderungen, wie wir sie aktuell zu bewältigen haben. „Es wird sich erweisen, dass eine komplizierte Welt nicht mit einfachen Wünschen zu gestalten ist“, bringen es die Kollegen der Berliner Zeitung heute auf den Punkt. Ich kann daher nur hoffen, dass sich in dem Wahlergebnis von gestern mehr Protest als Überzeugung widerspiegelt. Aber auch das ist ein Spiel mit dem Feuer, keine Alternative für Deutschland!

Multi-kulturelles Miteinander ist die Basis für Zukunft

Eine offene Gesellschaft steht nicht nur in Einklang mit unserem Grundrecht auf Presse- und Meinungsfreiheit, sie ist auch Grundlage für freies Unternehmertum. Internationalisierung, Globalisierung und multi-kulturelles Miteinander sind Realitäten, die ich nicht mehr zurückgedreht wissen will. Bei mittlerweile mehr als sieben Milliarden Weltbürgern auf diesem Planeten stellen sie die Basis unserer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zukunft dar.

Für Toleranz in Gesellschaft und Wirtschaft eintreten

Das bestärkt mich darin, für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung und Toleranz im gesellschaftlich-wirtschaftlichen Miteinander einzutreten – hier an dieser Stelle wie auch in Gesprächen mit Unternehmen, Kollegen, Freunden und Familie sowie politisch anders Denkenden. So wie das auch die deutliche Mehrheit der Wähler gestern mit ihrer Entscheidung getan hat.

(ID:44909021)

Über den Autor

 Peter Reinhardt

Peter Reinhardt

Chefredakteur, DeviceMed - Für Profis der Medtech-Branche