Precision Micro

Ätzen mit Zertifikat: chemische Erosion für präzise Implantate

| Redakteur: Peter Reinhardt

Erfolgreich im deutschen Markt durch geätzte Hochpräzisionskomponenten: Der Ätztechnik-Spezialist Precision Micro aus Birmingham (GB) erwirtschaftet mittlerweile 40 Prozent seines Gesamtumsatzes in Deutschland. Das Unternehmen beliefert Kunden aus der Automobil- und Medizintechnikindustrie.
Erfolgreich im deutschen Markt durch geätzte Hochpräzisionskomponenten: Der Ätztechnik-Spezialist Precision Micro aus Birmingham (GB) erwirtschaftet mittlerweile 40 Prozent seines Gesamtumsatzes in Deutschland. Das Unternehmen beliefert Kunden aus der Automobil- und Medizintechnikindustrie. (Bild: Precision Micro)

Traditionell gilt das Ätzen mittels subtraktiver chemischer Erosion als Nischentechnologie der Metallbearbeitung. Doch deutsche Medtech-Ingenieure finden zunehmend Gefallen an den vielfältigen Vorteile dieses Verfahrens.

  • Einzige medizin-zertifizierte Anlage zum Ätzen von Titan in Europa
  • Überdurchschnittlich starkes Wachstum im deutschen Markt
  • Deutschland inzwischen größter europäischer Absatzmarkt für Ätztechnik

„Foto-chemisches Ätzen verbindet eine grat- und belastungsfreie Bearbeitung mit hoher Präzision und engen Toleranzen sowie mehr Funktionalität und weniger Gewicht“, bringt Mick Taylor, kaufmännischer Leiter bei Precision Micro, die Vorteile des Verfahrens auf den Punkt. Der britische Ätztechnikspezialist freut sich über eine gute Auftragslage, was nicht zuletzt daran liegt, dass der Auftragsfertiger in der Medizintechnik über ein Alleinstellungsmerkmal verfügt. Die Anlage zum Ätzen von Titan sei als einzige in Europa medizin-zertifiziert. Aus diesem Grund konnte das Unternehmen zuletzt einige neue Aufträge für medizinische Implantate gewinnen, darunter beispielsweise kraniomaxillofaziale Implantate sowie Batterienetze für Herzschrittmacher.

Fein strukturierte Präzisionsteile aus Metall

Alleine in Deutschland konnte Precision Micro sein Geschäft seit 2014 mehr als verdoppeln. Prognosen zufolge wird das britische Unternehmen bis Ende 2017 40 Prozent seines Konzernumsatzes in Deutschland erwirtschaften. Triebkraft bei dieser erfreulichen Entwicklung seien in erster Linie international führende, deutsche OEMs (Original Equipment Manufacturer, Erstausrüster). Dabei handelt es sich überwiegend um Hersteller und Zulieferer aus der Automobilindustrie sowie der Medizintechnik. Der Bedarf an kleineren, immer feiner strukturierten, exakteren und leichteren Präzisionsteilen aus Metall ist in beiden Branchen extrem groß. Nicht selten geht es auch um sicherheitskritische Anforderungen. Foto-geätzte Schädelimplantate von Precision Micro müssen beispielsweise medizinisch-hochfunktionale Anforderungen mit chirurgischer Präzision erfüllen während in der Automobilindustrie CO2-Emissionen und Treibstoffverbrauch durch gewichtsoptimierte Metallbauteile kontinuierlich gesenkt werden müssen und gleichzeitig ästhetische Design-Ansprüche zu erfüllen.

Niederlassung im starken deutschen Markt zahlt sich aus

Als Metallbearbeitungstechnologie eignet sich das fotochemische Ätzen für verschiedenste Metalle hervorragend für diese komplexen Rahmenbedingungen. Der hohen Attraktivität des deutschen Marktes trägt Precision Micro mit einer Niederlassung in München Rechnung, die das Unternehmen dort 2014 eröffnete. „Damit gewährleisten wir auch die geographische Nähe zum starken deutschen Markt und sind so nah wie möglich an den Kunden und ihren Bedürfnissen dran“, so Taylor.

Unlängst konnte Precision Micro einen Fünf-Jahres-Vertrag mit dem Automobilzulieferer Continental abschließen, der die Herstellung und Lieferung von Gelenken für die Kraftstoffeinspritzung umfasst. In diesem Segment sei Precision Micro Marktführer und versorge insgesamt drei der fünf größten Hersteller. Im Rahmen von Lieferverträgen mit marktführenden Herstellern von Fahrzeug-Innenausstattungen fertigt Precision Micro zudem über eine Million Lautsprechergitter pro Jahr für deutsche Automobilmarken.

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