Mindscan

500.000 Euro für Bewertung von Mensch-Maschine-Schnittstellen

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Gerätetechnisch betrachtet ist Mindscan ein System von zwei dual gekoppelten, synchronisierbaren, frei programmierbaren EEG-Systemen, welche die Ableitung eines Hi-Res-EEGs von zwei Personen bei aktiven Kommunikationsprozessen, eine duale eyetracker-gestützte Pupillometrie sowie die Ableitung weiterer Vitalparameter in interaktiven virtuellen Umgebungen und hochspezifischen direktionalen auditorischen Feldern erlaubt.
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Gerätetechnisch betrachtet ist Mindscan ein System von zwei dual gekoppelten, synchronisierbaren, frei programmierbaren EEG-Systemen, welche die Ableitung eines Hi-Res-EEGs von zwei Personen bei aktiven Kommunikationsprozessen, eine duale eyetracker-gestützte Pupillometrie sowie die Ableitung weiterer Vitalparameter in interaktiven virtuellen Umgebungen und hochspezifischen direktionalen auditorischen Feldern erlaubt. (Bild: HTW Saar)

Wie kann man Hörgeräte verbessern? Wie kann das Gehirn visuelle und akustische Informationen verarbeiten? Im Monitor Mindscan wird die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine untersucht – mit dem Ziel, gehirnfreundliche Geräte zu bauen.

Betrachtet man die Entwicklung der letzten Jahre, so wird sehr schnell deutlich, dass sich die Mensch- Maschine-Kommunikation in einem radikalen Umbruch befindet. Durch die Kombination von Ingenieurwissenschaften, Medizin und Informatik ergeben sich neue Möglichkeiten, wie beispielsweise die Hirnstrommessungen. Kleine Maschinen sorgen dafür, dass neue Therapien die Lebensqualität von Patienten erheblich verbessern. Weltweit fließen mehreren Milliarden Euro in diese systemischen Neurowissenschaften.

Die Geheimnisse selektiver Aufmerksamkeit lüften

Der von Prof. Daniel J. Strauss und seinen Mitarbeitern am saarländischen Institut für Systemische Neurowissenschaften und Neurotechnologie entwickelte Monitor Mindscan hilft den Wissenschaftlern, die Geheimnisse der selektiven Aufmerksamkeit zu lüften: „Mindscan kann zur objektiven neurokognitiven Bewertung von Mensch-Maschine-Schnittstellen in flexiblen virtuellen Umgebungen mit unterschiedlichen Anforderungen in Bezug auf Aufmerksamkeit und kognitiver Last genutzt werden“, erklärt Strauss den Monitor, der jetzt mit fast 500.000 Euro weiterentwickelt werden kann.

„Diese Förderung gibt uns ganz neue Möglichkeiten, Mindscan in der Forschung einzusetzen.“ So könne die schon lange währende neurologische Grundlagenforschung mit Hilfe der seit zehn Jahren im Saarland gewachsenen Forschungskooperationen nun in die Anwendung gebracht werden. In der Medizintechnik erlaubt dieses System unter anderem die optimale Auslegung von Hörsystemen im Hinblick auf neurokognitive Faktoren in verschiedenen, auch interaktiven Hörsituationen.

Was genau ist Mindscan?

Gerätetechnisch betrachtet ist Mindscan ein System von zwei dual gekoppelten, synchronisierbaren, frei programmierbaren EEG-Systemen, welche die Ableitung eines Hi-Res-EEGs von zwei Personen bei aktiven Kommunikationsprozessen, eine duale eyetracker-gestützte Pupillometrie sowie die Ableitung weiterer Vitalparameter in interaktiven virtuellen Umgebungen und hochspezifischen direktionalen auditorischen Feldern erlaubt. Mindscan kombiniert neue Entwicklungen aus dem Bereich der Brain-Computer-Interfaces, Virtual Reality sowie der Audio- und Schnittstellentechnik. In Verbindung mit den über viele Jahre im Institut des Antragstellers entwickelten Analyse- und Modellierungstechniken wird Mindscan zu einem international völlig kompetitiven und hochspezialisierten Forschungssystem.

Kognivite Faktoren von Hörhilfen anpassen

Mindscan dürfte die wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Verwertungsmöglichkeiten mehrerer bereits öffentlich oder durch die Industrie geförderter Projekte des Antragstellers deutlich erweitern. Diese haben beispielsweise die optimale Anpassung von Hörhilfen in Bezug auf kognitive Faktoren zum Ziel. In diese Projekte sind führende Hersteller von Hörhilfen sowie mehrere nationale und internationale Forschungsinstitutionen als Partner involviert. Darüber hinaus wird das mit Mindscan gewonnene Datensubstrat geförderte Projekte zum Entwurf völlig neuer EEG-Analysetechniken deutlich bereichern. Mehrere Kooperationsvereinbarungen mit im Saarland ansässigen KMU konnten bezüglich. Mindscan geschlossen werden. Mindscan wird diesen angewandten Forschungsverbund deutlich mehr Attraktivität als Forschungs- und Entwicklungspartner verleihen.

Ergänzendes zum Thema
 
Forschung an der Schnittstelle zwischen Neuro- und Ingenieurwissenschaft

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