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Fachhochschule Oberösterreich

450.000 Euro für individualisierte Medizin und Medizintechnik

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Ein hybrider chirurgischer Simulator für Eingriffe am Rückenmark, eine längere Haltbarkeit von Blutkonserven, individualisierte 3D-Modelle des Knies zur Planung von Operationen und ein nicht-invasives Diagnosetool für Diabetes in Verbindung mit E-Health-Anwendungen – an all diesen Projekten ist die Fachhochschule Oberösterreich beteiligt. 450.000 Euro Forschungsförderung wurden ihr dafür nun zuerkannt.

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Drei Medizintechnik-Projekte koordiniert die FH Oberösterreich im Rahmen des Programms Innovatives OÖ 2020. Im Fokus stehen Produkte, Geräte, Systeme und Dienstleistungen, die auf die Bedürfnisse einer immer älter werdenden Gesellschaft ausgerichtet sind.
Drei Medizintechnik-Projekte koordiniert die FH Oberösterreich im Rahmen des Programms Innovatives OÖ 2020. Im Fokus stehen Produkte, Geräte, Systeme und Dienstleistungen, die auf die Bedürfnisse einer immer älter werdenden Gesellschaft ausgerichtet sind.
( Bild: FH OÖ/Smetana )

Sich führend nennen in Bereichen wie der Individualisierten Medizin und der Medizintechnik? Welches Land, welche Region möchte dies nicht? Doch dazu braucht es Investitionen in die Projekte von Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Die Fachhochschule Oberösterreich freut sich aktuell über 450.000 Euro Fördermittel aus dem Strategieprogramm Innovatives Oberösterreich 2020. Denn dieses Programm soll die Gesundheitsforschung in der Region vorantreiben. Finanziert wird es aus dem Wirtschafts- und Forschungsressort des Landes Oberösterreich. Im Fokus stehen interdisziplinäre Forschungsprojekte zu Produkten, Geräten, Systemen und Dienstleistungen, die insbesondere auf die Bedürfnisse einer immer älter werdenden Gesellschaft ausgerichtet sind.

„Von 19 eingereichten Projekten werden nun ganze acht gefördert“, so die Forschungslandesrätin Doris Hummer in einer Pressekonferenz am Montag vergangener Woche. An vier der geförderten Projekte ist die FH Oberösterreich beteiligt, bei dreien hat sie sogar die Koordination inne. Dr. Johann Kastner, Leiter der FH Oberösterreich Forschungs & Entwicklungs GmbH, sieht in der Förderung eine „Möglichkeit, gemeinsam mit kompetenten Partnern an zukunftsrelevanten Themen zu forschen“.

Untersuchungen am Rückenmark simulieren

So entwickelt ein Forscherteam des Studienganges Medizintechnik in Linz gemeinsam mit Experten des AKH Linz, des Klinikums Wels-Grießkirchen sowie der Firma Haratech einen hybriden chirurgischen Simulator. Mit dem Needle Tutor können Ärzte im Rahmen der Aus- und Weiterbildung unterschiedliche rückenmarksnahe Eingriffe unter möglichst realen Bedingungen trainieren. Ein Patientenphantom mit künstlichen Knochen und Weichteilen sorgt für ein reales haptisches Feedback und ermöglicht das Verwenden der realen Instrumente. Ein Computermodell ergänzt das Patientenphantom und erlaubt die 3D-Darstellung der Anatomie sowie eine Bildgebung ohne Röntgenstrahlung. Die medizinische Evaluierung des Simulators erfolgt in einer abschließenden Studie.

Die Haltbarkeit von Blutkonserven verlängern

Das Projekt Thrombotherm beschäftigt sich damit, wie stark die Haltbarkeit von Thrombozyten-Konserven von den Lagerungs- und Transportbedingungen beeinflusst wird. Mithilfe hochauflösender Mikroskopie-Techniken werden morphologische Zell-Veränderungen wie auch auf molekularer Ebene Protein-Aggregation temperaturabhängig untersucht und mittels Echtzeit-Datenanalyse verwertet. Diese Ergebnisse können zur Verlängerung der Haltbarkeit der Konserven eingesetzt werden; zudem erlaubt die Echtzeit-Analyse den Zustand der Thrombozyten jederzeit zu bestimmen. An Thrombotherm beteiligt sind neben der Fakultät Linz die Catalyst GmbH und die Ludwig Boltzmann Gesellschaft.

Mit individualisierten 3D-Modellen Knieoperationen planen

Der Fokus von Arthro-Knee liegt auf der mikro-computertomographischen Untersuchung von Knochenproben bei Patienten mit Kniearthrose und der Generierung von individualisierten 3D-Modellen des Kniegelenks aus 2D-Röntgendaten. Die Ergebnisse werden Orthopäden und orthopädischen Chirurgen in Form einer Softwareanwendung zur Verfügung gestellt, um die Operationsplanung in Hinsicht auf die 2D/3D-Rekonstruktion und Auswahl des angemessenen Implantats zu verbessern. Arthro-Knee liefert außerdem Mikrostruktur-Informationen für die Weiterentwicklung und Verbesserung aktueller Implantat- und Fixationskonzepte mit dem Ziel, die Versorgung von Arthrose-Patienten in einer alternden Gesellschaft zu verbessern und durch optimierte Behandlungsmöglichkeiten Kosten im Gesundheitssystem einzusparen.

Diabetes-Diagnose und Prävention ohne Eingriffe

Last but not least beschäftigen sich Forscher eines multilateralen Konsortiums im Projekt Screening 2.0 unter der Leitung von KBPrintcom.at Druck & Kommunikation GmbH mit der Entwicklung eines umfassenden Konzepts für nicht-invasive Diagnosetools zum individuellen, flächendeckenden und anwenderfreundlichen Screening für Diabetes in Verbindung mit E-Health-Anwendungen. An diesem Projekt beteiligt sind außerdem Forscher der Bioinformatik-Forschungsgruppe der FH OÖ, die Kompetenzzentrum Holz GmbH, die Hartmann Druckfarben GmbH und das B&S Zentrallabor.

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