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Universität Madrid 3D-Biodrucker produziert menschliche Haut

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Spanischen Wissenschaftlern ist der 3D-Druck einer voll funktionsfähigen künstlichen Haut gelungen. Das Einsatzspektrum ist dabei vielfältig. Patienten die eine Hauttransplantation benötigen, könnten genauso davon profitieren, wie die Kosmetikbranche.

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Forscher der spanischen Universität Carlos III de Madrid (UC3M) erklärten in der Fachzeitschrift Biofabrication, dass der Aufbau der gedruckte Haut dem der menschlichen Variante ähnelt. Die zum Einsatz gekommenen Biotinten enthalten neben Blutplasma auch Fibroblasten und Keratinozyten.
Forscher der spanischen Universität Carlos III de Madrid (UC3M) erklärten in der Fachzeitschrift Biofabrication, dass der Aufbau der gedruckte Haut dem der menschlichen Variante ähnelt. Die zum Einsatz gekommenen Biotinten enthalten neben Blutplasma auch Fibroblasten und Keratinozyten.
(Bild: Universidad Carlos III de Madrid)

Millionen Menschen weltweit, die auf eine Hauttransplantation warten, könnte die 3D-Drucktechnologie einen großen Auftrieb verleihen. Mittels Biotinten ist es Forschern gelungen, eine vollständige Replikation der menschlichen Haut zu drucken. Was bisher nur mühsam im Labor gelang, kann nun in wesentlich größeren Mengen in einem Bruchteil der Zeit erzeugt werden.

Bisher musste eine Hautnachbildung im Labor per Hand erfolgen, was einen immensen Zeitaufwand beinhaltete. Durch das Biodruckverfahren kann dieser nun erheblich reduziert werden. In den ersten Testläufen ist es gelungen, über 100 Quadratzentimeter Haut in etwas mehr als einer halben Stunde zu fertigen.

Der Versuch die Haut zu reproduzieren, stellt einen der ersten Erfolge überhaupt im Bereich der Kopie menschlicher Organe dar. Wie die Forscher der spanischen Universität Carlos III de Madrid (UC3M) in der Fachzeitschrift Biofabrication mitteilten, ist die gedruckte Haut dem Aufbau der menschlichen Variante sehr ähnlich. Die zum Einsatz gekommenen Biotinten enthalten neben Blutplasma auch Fibroblasten und Keratinozyten.

Keratinozyten bilden den Hauptbestand der menschlichen Oberhaut und sind sogenannte hornbildende Zellen. Sämtliche verwendeten Bestandteile werden dem Patienten zuvor entnommen. Wie José Luis Jorcano, Projektleiter und Professor an der UC3M, erklärt, kann durch diesen Prozess die tierische Versuchskette vollkommen ausgegliedert werden.

Auch außerhalb der Hauttransplantation kann das 3D-Hautdruckverfahren eingesetzt werden. Wie Projektleiter Jorcano weiter ausführt, ist eine Anwendung auch in den Bereichen der Kosmetika, Arzneimittel oder anderer chemischer Produkte möglich. Hier könnte folglich auf die hochumstrittenen Tierversuche verzichtet oder diese zumindest stark reduziert werden.

Dieser Artikel ist erschienen auf www.elektronikpraxis.vogel.de.

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