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Griechenland 39 Prozent Rückgang auf dem Medizintechnik-Markt

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Konstantinos Intzeidis von der Intzeidis Consulting - Außenwirtschaftsberatung Griechenland fasst die Ereignisse auf dem griechischen Markt zusammen. Eine starke Korrektur hat die Branche medizintechnischer Produkte von 2010 bis 2012 erfahren. Nach einem explosiven Wachstum mit durchschnittlich 12 Prozent Jahreszuwachs von 1995 bis 2009, hat die Branche in den letzten drei Jahren 39 Prozent eingebüßt.

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Die Glanzzeiten sind vorbei: Der griechische Medizintechnik-Markt bröckelt nach immensem Wachstum nun schon seit drei Jahren.
Die Glanzzeiten sind vorbei: Der griechische Medizintechnik-Markt bröckelt nach immensem Wachstum nun schon seit drei Jahren.
(Bild: Fotolia/starush)

Konstantinos Intzeidis merkt an, dass etwa 70 Prozent der Verkäufe aus dem öffentlichen Sektor getätigt werden, gegenüber 30 Prozent aus dem privaten. Insofern haben die Maßnahmen zur Begrenzung der öffentlichen Ausgaben im Gesundheitswesen (wie die Einrichtung von zentralen Auswahlverfahren, die Einrichtung der „Nationalen Organisation zur Bereitstellung von Leistungen im Gesundheitswesen“, die Beobachtung der Preisentwicklung, die Verminderung der Preise) die Verkaufsentwicklung stark beeinflusst.

Begrenzung öffentlicher Ausgaben im Gesundheitswesen

Er schätzt die starken Verzögerung bei der Abzahlung von Schulden seitens des öffentlichen Sektors als wichtigen Faktor ein, denn diese haben zu schweren Liquiditätsengpässen bei einigen Unternehmen geführt. Eine besonders negative Entwicklung entstand auch durch das Programm zur Einlösung von Wechseln, da unter diesen Wechseln auch solche waren, mit denen in den Jahren 2007 bis 2009 Schulden der Krankenhäuser des öffentlichen Gesundheitssystems Griechenlands an Unternehmen bezahlt worden waren.

Große Anzahl an Importunternehmen

Intzeidis betrachtet sowohl den Binnenmarkt als auch Importwaren. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens ICAP agieren auf dem griechischen Markt eine große Anzahl an Importunternehmen und nur wenige Herstellerfirmen. Der größte Marktanteil entfällt auf die Kategorien in-vitro-Diagnosen mit Hilfe von Flüssigsubstanzen und Kontrastmitteln, klinisches Einwegmaterial und orthopädische Artikel.

Rückzug aus Griechenland

Intzeidis stellt fest, dass die Entwicklungen der letzten drei Jahre verschiedene Unternehmen zu einer starken Aktivitätsbeschränkung oder zu einem gänzlichen Rückzug vom Markt gezwungen haben. Einige große internationale Unternehmen hätten sich gegen eine autonome Marktpräsenz entschieden und hätten sich aus Griechenland zurück gezogen.

Charakteristisch für das aktuelle Bild der Branche ist die Gruppenbilanz von 120 Import- und Herstellerunternehmen für das Jahr 2011. Auf Grundlage der Zahlenanalyse haben sich die Aktiva der betreffenden Unternehmen insgesamt um 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2010 vermindert, das Eigenkapital nahm mit 41 Prozent Rückgang gewaltig ab. Gleichzeitig haben sich die Gesamtverkäufe um 20 Prozent und der Bruttogewinn ebenfalls um 20 Prozent vermindert. Dies, im Zusammenspiel mit der Erhöhung der finanzwirtschaftlichen Ausgaben und der Betriebskosten, habe zu Verlusten von 200 Mio. Euro geführt, so Intzeidis. Er sagt abschließend, es lohne noch zu bemerken, dass lediglich 49 von den 120 Unternehmen der Beispielgruppe im Jahr 2011 Gewinne erzielt hätten.

Intzeidis Consulting bietet deutschsprachigen Unternehmen professionelle Unterstützung und Betreuung bei Aktivitäten in Griechenland. Außerdem werden griechische Firmen in Deutschland beraten.

Kontakt:

Intzeidis Consulting - Außenwirtschaftsberatung Griechenland

D-80797 München

www.intzeidis.de

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