„metal meets MEDICAL“ - „DeviceMed“ richtet erfolgreiches Fachforum auf der „METAV 2010“ aus
Der erfolgreiche Verlauf der „METAV 2010“ hat auch dem Forum des Fachmagazins „DeviceMed“ in Halle 9 regen Zuspruch beschert. Eingebettet in die Sonderschau „metal meets Medical“ wurde an allen Messetagen ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm bereitgehalten, das von rund 1.000 Besuchern interessiert verfolgt wurde. Der thematische Bogen startete beim stark expandierenden Markt für Medizintechnik, ging über anwendungsorientierte Forschung und die Prozesskette in der Praxis und wurde bis zur Umsetzung der Regularien bei der Herstellung medizintechnischer Produkte gespannt.
Beeindruckende Einblicke in den Markt für Medizintechnik haben Karsten Schwarz und Sabine Fietz von Siemens Motion Control Systems gegeben: „Alleine für Deutschland beträgt die Umsatzprognose mehr als 20 Mrd. Euro pro Jahr – und das mit weiter stark steigendem Bedarf an Zerspanungsprozessen zur Herstellung von Implantaten aller Arten.“ Damit ist klar: Die Medizintechnik ist für die Metallbearbeiter kein Lückenbüßer in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, sondern wichtiger Expansionsmarkt. „Hierfür werden seitens der Ausrüster leistungsfähige Werkzeugmaschinen bereit gestellt, die Herstellern von Medizintechnik helfen, endgültig den Wandel von der Manufaktur zur industriellen Fertigung zu vollziehen“, kommentierte Dr. Ulrich Sutor, Key Account Manager Medical bei DMG, die aktuelle Situation.
Allerdings ist ein hoher Forschungsaufwand im Spannungsfeld zwischen Prozesssicherheit und kurzer time-to-market kennzeichnend für die Entwicklung medizintechnischer Produkte. „Im Fokus stehen dabei immer wieder die Werkstoffe und deren Bearbeitungsmöglichkeiten“, wie von verschiedenen Seiten zu hören war. Interessant in diesem Zusammenhang: „Die industrienah agierenden Fraunhofer-Gesellschaften helfen durchaus, auch Fördergelder aus nationalen und internationalen Quellen zu erschließen“, so Dr. med. Urs Schneider vom Fraunhofer IPA in Stuttgart.
Verständlicherweise hatten die Besucher besonderes Interesse daran, was erfahrene Anwender aus der Medizintechnik zu berichten wussten. So überrascht es nicht, dass z.B. beim Vortrag von Dr. Harald Stallforth von Aeskulap restlos alle Stühle besetzt waren. Sein Appell in Sachen Prozesssicherheit: „Bearbeitungstechnologie und -qualität ist bei der Fertigung von Implantaten ganz besondere Bedeutung zu schenken.“ Die Vermeidung von Fehlern hatte auch Andreas Schäfer von Siemens PLM Software in den Mittelpunkt seines Vortrags gestellt: „Moderne PLM-Systeme helfen Metallbearbeitern, bei Neuentwicklungen Störfaktoren auszuklammern und deutliche Umsatzsteigerungen durch Innovation zu erschließen.“ Schließlich müsse in der Medizintechnik gleich die erste Lösung auch die richtige sein.
Doch bei aller Euphorie gab es für die Besucher auch mahnende Worte zu hören. „Die Umsetzung der Regularien darf nicht unterschätzt werden, gelten doch für die Fertigung von Implantaten die Anforderungen der höchsten Medizinprodukteklasse 3“, hat Markus Wenzel vom Fachverband Elektromedizinische Technik im ZVEI auf die speziellen Rahmenbedingungen aufmerksam gemacht. „Nichtsdestotrotz sollten sich Metallbearbeiter aber auch nicht abschrecken lassen, sondern entschlossen nach vorne schauen und den Einstieg in die Medizintechnik Schritt für Schritt vorantreiben“, motivierte Dr. Andrea Sieber, die als Geschäftsführerin der SLG Akademie Unternehmen in Sachen Regularien berät.
Wie Werkzeugmaschinenhersteller und Peripherieausrüster Metallbearbeiter dabei unterstützen, ist auf dem Forum letztlich ebenso zu hören gewesen wie Berichte über den Know-how-Transfer aus anderen Branchen in die Medizintechnik. Damit wurden genau die Bedürfnisse der vielen Besucher getroffen, die ausgehend von ihren angestammten Branchen mit dem Einstieg in die Medizintechnik liebäugeln.
























