Umweltrecht: »Produktveränderungen brauchen Zeit«

01.06.11 | Redakteur: Peter Reinhardt

Hersteller von Medizinprodukten sollten darüber nachdenken, bestimmte Stoffe zu substituieren, so die Empfehlung von Magnus Bodmer auf dem MedInform-Workshop »Umweltrecht und Medizinprodukte« am 24. Mai 2011. Insbesondere die Verwendung so genannter »CMR-Stoffe« dürfte in Zukunft mit Auflagen verknüpft werden, die eine Suche nach Alternativen sinnvoll erscheinen lässt.

Nicht nur das Chemikalienrecht, auch das Abfallrecht ist zu einem »Produktsteuerungsrecht« geworden, das den Herstellern Verantwortung bereits bei der Produktentwicklung zuschreibt. Besonders wichtig für die Unternehmen der Medizintechnik ist dabei, dass den Herstellern ausreichend Zeit für die Suche, Überprüfung und Entwicklung alternativer Materialien und Konstruktionen gegeben wird. Denn: Durch ökologisches Design darf die Patientensicherheit nicht gefährdet werden.

Dr. Thomas Himstedt von Fresenius Medical Care machte wie einige seiner Vorredner klar: Bei der Umsetzung der Umweltvorschriften ist für die Unternehmen der Medizintechnik vor allen Dingen Zeit vonnöten, die es den Herstellern erlaubt, ihr Produktdesign den neuen Anforderungen anzupassen, ohne dass dabei die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Produkte und damit das Patientenwohl gefährdet wird. Die Diskussionsbeiträge der Teilnehmer ließen erkennen, dass sich die vertretenen Unternehmen der MedTech-Branche inzwischen gut mit den Anforderungen des Abfall- und Chemikalienrechts vertraut gemacht haben. Es bleibt die Einsicht bestehen: Die praktische Umsetzung des Umweltrechts dürfte bei den Herstellern von Medizinprodukten auch in Zukunft noch eine ganze Reihe von Fragen aufwerfen.

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