19. Handelsblatt Jahrestagung Pharma 2014

Siemens Healthcare wirbt für Partnerschaften zwischen Medizintechnik und Pharmazie

| Redakteur: Kathrin Schäfer

„Kann die Medizintechnik- der Pharmaindustrie helfen bei der Marktdurchdringung?“, fragt Wolfgang Bayer, Leiter von Siemens Healthcare Deutschland, auf der Jahrestagung Pharma in Frankfurt.
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„Kann die Medizintechnik- der Pharmaindustrie helfen bei der Marktdurchdringung?“, fragt Wolfgang Bayer, Leiter von Siemens Healthcare Deutschland, auf der Jahrestagung Pharma in Frankfurt. (Bild: Euroforum / St. Hergenröder)

Auf der Handelsblatt-Fachtagung Pharma 2014 in Frankfurt ist über mehr als nur pharmazeutische Themen diskutiert worden: Wolfgang Bayer, Leiter von Siemens Healthcare Deutschland, hat über mögliche Synergien zwischen Medizintechnik- und Pharmabranche gesprochen.

Und nicht nur das: „Werben für eine Partnerschaft“ – mit diesem Anliegen hat der Siemens-Chef am 19. und 20. Februar an der Veranstaltung im Frankfurter Hilton Hotel teilgenommen. „Kann die Medizintechnik- der Pharmaindustrie helfen bei der Marktdurchdringung?“, diese eindeutig rhetorisch gemeinte Frage beantwortet Bayer mit einem klaren Ja. Dennoch müsse keiner der Teilnehmer fürchten, dass ihm ein Vertreter aus der Medizintechnik erkläre, wie man auf dem langfristig schwierigen Markt bestehen könne.

Companion Diagnostics – Siemens kooperiert bereits mit Pfizer

Was also dann? Bayers Vision: die richtige Diagnostik und Behandlung für die richtige Person zum genau richtigen Zeitpunkt. Dies alles könnten seiner Meinung nach die sogenannten Companion Diagnostics leisten, die sich bisher lediglich auf die In-vitro-Diagnostik fokussierten.

Zum Hintergrund: Die US-amerikanische Siemens Healthcare Diagnostics Inc. hat im Dezember 2013 mit der Pfizer Inc. einen Vertrag für die Entwicklung und Kommerzialisierung von Labordiagnostik-Tests unterschrieben. Diese Tests sollen als begleitende Diagnostika Therapieprodukte von Pfizer unterstützen. Nicht nur wird Siemens als Partner von Pfizer In-vitro-Tests für die Verwendung in klinischen Studien entwickeln – auch werden diese Tests unter Umständen einmal zusammen mit Pfizer-Produkten vermarktet.

Weiterentwicklung der personalisierten Medizin

Ziel dieser Kooperation zwischen Pharma- und Medizintechnikbranche ist die Weiterentwicklung der personalisierten Medizin. Denn die Labordiagnostik-Tests könnten dazu beitragen, Therapien zu überwachen, die richtige Dosierung festzulegen sowie Protokolle einzuführen. Welche Möglichkeiten bietet die Medizintechnik, um Companion Diagnostics noch zu erweitern? Oder in den Worten Bayers: „Wie schafft man es, über diesen klassischen Weg hinauszugehen?“ Indem man den nächsten Schritt gehe, nämlich den des Integrierten Therapiemanagements. Denn möglicherweise werde ein Medikament viel eher eingesetzt, wenn man – zum Beispiel im CT – sehe, ob es funktioniert. Hier kommt der medizinischen Bildgebung, einer der Kernkompetenzen von Siemens Healthcare, eine tragende Rolle zu. Ebenso wie IT-Systemen, in die man gesammelte Daten einpflegen könne, so dass Ärzte sich nicht mehr auf Einzeldiagnosen verlassen müssten.

Gesetzliche Rahmenbedingungen und Chance zur Kostenersparnis

Letztendlich, so ein Fazit Bayers, gebe es in diesem Bereich noch immer „mehr Fragen als Antworten“. Gemeint ist damit unter anderem der gesetzliche Rahmen. Denn Arzneimittel unterliegen anderen Bestimmungen als Medizinprodukte. Welcher der beiden Kategorien sind Companion Diagnostics zuzuordnen?

Vorteile könnte die personalisierte Medizin nicht nur Patienten bringen. Ließe sich die Wirksamkeit von Medikamenten besser überprüfen, könnten zukünftig Kostenträger wie die Krankenkassen Ausgaben einsparen. Apropos Kosten: „Wir können uns vorstellen, gemeinschaftlich (mit Pharmafirmen – Anm. der Redaktion) am Markt vorzugehen und gemeinschaftlich das unternehmerische Risiko zu tragen“, erklärt Bayer auf die Rückfrage von Tagungsleiter Prof. Christian Dierks abschließend dem Plenum in Frankfurt.

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