3S Simons Security Systems

Schnelle Produkt-Authentifizierung schafft Rechtssicherheit für Marken-Hersteller

| Redakteur: Peter Reinhardt

Mit bloßem Auge kaum zu erkennen – und doch da: Ein Secutag-Farbcode auf einer Blisterverpackung.
Mit bloßem Auge kaum zu erkennen – und doch da: Ein Secutag-Farbcode auf einer Blisterverpackung. (Bild: 3S Simons Security Systems)

Plagiate sind auch im Markt für Medizintechnik zunehmend ein Problem. Eine Mikro-Farbcodierung aus der Lebensmittelindustrie könnte die Sicherheit für Hersteller und Anwender erhöhen.

  • Jeder Anwender erhält seine eigene Farbfolge und somit seinen eigenen Code
  • Zoll setzt Stabmikroskope zur Identifizierung der Secutag-Farbcodes ein
  • Farbcodes werden einfach mittels Dispenser auf Produkte auf- oder in diese eingebracht

Erfinder der sogenannten Secutags ist Rolf Simons. Er ist schon seit über 40 Jahren im Bereich Produktsicherheit und Verbraucherschutz tätig und führte im Jahr 2009 Secutag ein. Bereits im Jahr 1984 gründete Simons das Vorläuferunternehmen von 3S Simons Security Systems. Heute beschäftigt 3S zehn Mitarbeiter im Securitybereich. Geschäftsführer ist Rolf Simons, der zudem Mitglied in zahlreichen entsprechenden Verbänden ist.

„Seit seiner Einführung hat kein Anwender in Verbindung mit unserem Produkt einen Prozess verloren“, Rolf Simons, Gründer und Geschäftsführer von 3S Simons Security Systems.
„Seit seiner Einführung hat kein Anwender in Verbindung mit unserem Produkt einen Prozess verloren“, Rolf Simons, Gründer und Geschäftsführer von 3S Simons Security Systems. (Bild: 3S Simons Security Systems)

Herr Simons, wie funktioniert Secutag?

Secutag-Farbcodes bestehen aus mehreren farbigen Schichten. Deren unterschiedliche Anordnungen ergeben einen individuellen, fälschungs- und rechtssicheren Mikrocode. Jeder Anwender erhält seine eigene Farbfolge und somit seinen eigenen Code. Das Auslesen der Secutag-Farbcodes ist einfach und kann selbst von Analphabeten schnell erfolgen. Was es dafür braucht, ist ein Mikroskop.

Ist das nicht aufwändig?

Mikroskope sind bereits in vielen Haushalten vorhanden und zudem überall auf der Welt schon für wenig Geld erhältlich. Der Zoll beispielsweise setzt zur Identifizierung der Secutag-Farbcodes Stabmikroskope ein. Diese sind klein wie ein Kugelschreiber, sodass sie überall hin mitgeführt werden können. Und sie sind überall auf der Welt erhältlich.

Wofür ist Secutag gedacht – und was steckt drin?

Secutag dient zur Sicherung beziehungsweise Authentifizierung von Produkten jeglicher Art – egal ob flüssig oder fest, pulverförmig, hart oder weich. Selbst Tiere und Pflanzen wurden damit bereits gesichert. Es kann aber auch bedenkenlos zum Schutz vor Produktpiraterie bei Lebensmitteln eingesetzt werden und ist selbst bei Verzehr ohne jegliche schädliche Auswirkung. Nicht zuletzt dürfen die verwendeten Materialien auch mit Pharmaerzeugnissen in Berührung kommen. Hersteller selbst, aber auch die Verbraucher sind in der Lage jederzeit und überall auf der Welt Originalprodukte von Fälschungen zu unterscheiden – und das rechtssicher, nicht nur identifizieren, sondern auch authentifizieren zu können. Dank Dispensertechnik kann die erhabene Implementierung von Secutag sogar von Blinden gefühlt werden. Secutag wird ausschließlich von der Firma 3S ab einer Schichtdicke von 8µm aufwärts produziert.

Was bedeutet hier rechtssicher und wie differenzieren Sie identifizieren und authentifizieren?

Über Traceability-Codes wie -EAN, Datamatrix, QR, oder RFID lassen sich Produkte nur identifizieren. Man weiß aber nicht sicher, ob das Produkt tatsächlich mit den gemachten Angaben übereinstimmt, das heißt auch authentisch ist. Secutag wird dagegen von Gerichten weltweit, als Beweismittel anerkannt. Kein Anwender hat seit Einführung, in Verbindung mit unserem Produkt einen Prozess verloren.

Wie kann die Farb-Codierung in den Herstellungsprozess integriert werden?

Secutag kann während der Produktion einfach mittels Dispenser auf Produkte auf- oder in diese eingebracht werden. Die Produktionsgeschwindigkeit bleibt erhalten. Mit modernen Dispensern lassen sich heute bis zu 120 Teile je Sekunde zuverlässig mit Secutag sichern. Die Farbcodierung kann aber auch indirekt während des Verpackens aufgebracht oder auf Sekundärverpackungen übertragen werden, zum Beispiel mittels Verschlussetiketten, Aufklebern, Plomben oder Siegeln. Auf Primärverpackungen wie Blistern, Tuben, Tiegeln, Ampullen, etc. lassen sich die Farbcodes auch ganz einfachaufdrucken. Bei all den genannten Beispielen spielt das zu sichernde Material, auf dem Secutag aufgebracht wird, keine Rolle.

Welche Kosten entstehen dabei?

Abhängig von der Art der Aufbringung, Stückzahl oder Auflage spielen die Produktionskosten im Vergleich zur erzielbaren Sicherheit und dem Markenschutz eine sehr untergeordnete Kostengröße, die bei 0,5 Cent je Sicherung beginnen.

Gibt es bereits Referenzen in der Medizintechnik?

Bisher sind Secutag-Farbcodes in der Medizintechnikbranche nicht im Einsatz. Es gibt aber sehr großes Interesse, da auch in dieser Branche zunehmend Plagiate und Fälschungen im Markt auftauchen. Wir planen einen Secutag-Award im Bereich der Pharma- und Medizintechnikbranche zu verleihen. Hier können Hersteller, Produzenten und Anwender ihr Produktsicherungsvorhaben einfach bei uns einreichen.

Die Fragen stellte Peter Reinhardt, Chefredakteur, Devicemed.

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