Kuka Roboter

Roboter ohne Vorkenntnisse fahren

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Bewegungen werden per Druck auf den Navigatorknopf abgespeichert.
Bewegungen werden per Druck auf den Navigatorknopf abgespeichert. (Bild: Kuka)

Kuka und VIP haben einen Navigator entwickelt, mit dem sich Roboter intuitiv führen lassen.

  • Werker können Roboter ohne Kenntnis der Koordinaten bedienen
  • Robotersysteme von Kuka lassen sich nachrüsten

Industrieroboter über die Richtungstasten am Bediengerät zu bewegen, erfordert normalerweise Fachwissen, räumliche Vorstellungskraft und Übung. Der Bediener muss nicht nur die Orientierung des Roboters im Raum kennen, sondern auch die zwölf Fahrtasten, bestehend aus drei Bewegungsachsen und drei Rotationsachsen sowie jeweils die Plus- und Minusrichtung.

Robotersysteme von Kuka lassen sich nachrüsten

Um das Roboterführen zu vereinfachen, hat Kuka vor einigen Jahren eine kabelgebundene Lösung entwickelt. Eine 6D-Maus wurde mittels Magnet an dem Werkzeugflansch des Roboters befestigt. Durch ein steckbares Kabel wurden Signale vom Roboter zum Steuerungspad übertragen. Das vereinfachte das Einfahren, Teachen und Verfahren von Achsen.

Mit VIP konnte diese Technologie jetzt weitergeführt und drahtlos, per Funk, für die KRC-4-Steuerung verfügbar gemacht werden. Der Roboter-Navigator VIP erfordert kein Vorwissen, und das System kann ohne Aufwand an Kuka-Robotersystemen nachgerüstet werden.

„Mit unserem Navigator kann der Bediener jeden Kuka-Roboter in Verbindung mit der KR-C4-Steuerung von Hand bewegen“, erklärt Alexander Kuhn, geschäftsführender Gesellschafter der VIP GmbH. „Zudem ist es möglich, schnell und einfach Programme zu erstellen“, ergänzt Hubert Schill, der die Toolmotion GmbH im Jahr 2015 mit Claus Fenninger gegründet hat. VIP ist exklusiver Vertriebspartner von Toolmotion, die sich mit der Integration von Roboterlösungen in der Produktion beschäftigt und den VIP-Navigator maßgeblich entwickelt hat.

Werker können Roboter ohne Kenntnis der Koordinaten bedienen

Bewegungen werden per Druck auf den Navigatorknopf abgespeichert. Die Software erfasst dabei einzelne Punkte oder Aufzeichnungen von ganzen Bahnbewegungen. Diese Bedienbarkeit ohne Kenntnis der Koordinaten eines Roboters sei bisher nicht möglich gewesen, heißt es von Kuka. Mit dem Navigator adressiert Kuka also beispielsweise Unternehmen ohne Fachkräfte in der Automatisierung. Mit ihm ließen sich Roboter beispielsweise auch als Hebezeuge für schwere Lasten nutzen. Diese können mit dem Navigatorknopf an eine gewünschte Stelle geführt werden, wo die Weiterverarbeitung erfolgt. Der Sockel, auf den der Navigator aufgesteckt wird, wird an beliebiger Stelle am Tool des Roboters befestigt. „Mit dem Justage-Sensor erfolgt die Errechnung der Sockelkoordinaten. Die Verbindung zur Robotersteuerung erfolgt über Funk, sodass keine störenden Kabel eingesetzt werden müssen. Der Zustimm-Taster im T1-Modus gewährleistet durchgehend Sicherheit“, so Schill.

Mit der Entwicklung möchten Toolmotion und VIP neue Märkte erschließen. Die Lösung wurde auf der Lasermesse Lasys 2016 präsentiert und ist jetzt bereits bei einigen Unternehmen im Einsatz. „Wenn eine Roboterzelle mit dem VIP-Navigator einmal – aus welchen Gründen auch immer – stehenbleiben sollte, kann ein Werker ohne Vorkenntnisse den Roboter intuitiv und frei fahren und aus dem Gefahrenbereich bewegen“, verweist Kuhn auf einen weiteren Vorteil.

Hannover Messe 2017: Halle 17, Stand G04

Lesen Sie auch:

Würden Sie sich von einem Roboter operieren lassen?

PwC-Studie

Würden Sie sich von einem Roboter operieren lassen?

13.04.17 - Künstliche Intelligenz und Robotik revolutionieren die Medizin – eine Umfrage von Pricewaterhouse Coopers zeigt nun, dass viele Menschen diesem Szenario eher offen als ängstlich gegenüberstehen. lesen

Dassault Systèmes digitalisiert Wertschöpfungsprozesse

Hannover Messe 2017

Dassault Systèmes digitalisiert Wertschöpfungsprozesse

11.04.17 - Dassault Systèmes zeigt am Stand auf der Hannover Messe anhand des Verpackungshersteller Westrock, wie sich die komplette Wertschöpfung von den Bedürfnissen des Kunden über die Entwicklung und Produktion bis hin zur Positionierung im Handel und Nutzung im täglichen Gebrauch digital zusammenführen lässt. lesen

Weitere Artikel zum Thema Fertigung finden Sie in unserem Themenkanal Fertigung.

Kommentare werden geladen....

Diesen Artikel kommentieren
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44626264 / Fertigung)