Hannover Messe 2017/HTWK Leipzig

Reha-Handorthese aus dem 3D-Drucker

| Redakteur: Beate Christmann

Die Exohand soll auch für Menschen aus ärmeren Ländern erschwinglich sein – sie besteht sowohl aus Bauteilen, die dem 3D-Drucker entspringen, als auch aus handelüblicher Mechanik.
Die Exohand soll auch für Menschen aus ärmeren Ländern erschwinglich sein – sie besteht sowohl aus Bauteilen, die dem 3D-Drucker entspringen, als auch aus handelüblicher Mechanik. (Bild: Johannes Ernst)

Studenten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) entwickeln eine aktive Orthese für die Handrehabilitation, die sich aus Teilen aus dem 3D-Drucker sowie handelsüblicher Mechanik selbst zusammenbauen lassen soll. Die Produktionskosten für den Anwender sollen am Ende unter 250 Euro liegen, die Bauanleitung und Software im Internet frei verfügbar sein.

Weltweit ist für viele Menschen Medizintechnik immer noch unerschwinglich. Das wollen zwei Maschinenbaustudenten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) nun ändern: Sie entwickeln eine Handorthese für die Rehabilitation funktionsgestörter Hände, die zu großen Teilen aus dem 3D-Drucker stammt.

Die dritte Entwicklungsstufe der sogenannten Exohand können Besucher der Hannover Messe 2017 in Halle 2, Stand A38 testen. Im Rahmen der Leitmesse für Forschung und Entwicklung, der Research & Technology, ist die HTWK vom 24. bis 28. April 2017 präsent.

Orthese zum Selbstbauen

Die Orthese wird wie ein Handschuh getragen und soll dabei helfen, die Beweglichkeit einer verletzten Hand wiederherzustellen. Per Motor werden die einzelnen Finger gebeugt und gestreckt. „Die Exohand lässt sich mit Bauteilen aus dem 3D-Drucker und zugekaufter, handelsüblicher Mechanik ganz einfach zusammenbauen“, erklärt Frank Schmidt – seit zwei Jahren tüftelt der Maschinenbauingenieur zusammen mit seinem Kommilitonen Michael Sanne an der Orthese. Betreut werden sie dabei von Mechatronikprofessor Detlef Riemer.

Die Bauanleitung und Software zu den Reha-Geräten wollen die Studenten im Internet frei verfügbar machen. Dank Rapid Prototyping sollen die Produktionskosten so für den Anwender unter 250 Euro pro Exemplar liegen. Die Vision der jungen Leipziger ist klar: „Wir wollen, dass der Zugang zu medizinischen Produkten nicht davon abhängt, wo man geboren wurde – mittlerweile gibt es weltweit sogenannte Fablabs oder Maker-Spaces, in denen die Menschen 3D-Drucker nutzen können. Unsere Exohand könnte man sich dort selbst zusammenbauen“, so Frank Schmidt.

Partner und Investoren gesucht

Bis dahin ist allerdings noch einiges an Entwicklungsarbeit nötig. Denn getestet haben die Maschinenbaustudenten ihre Exohand bislang nur an sich selbst. Um die Hand guten Gewissens im Internet verfügbar machen zu können, muss sie gemeinsam mit Therapeuten und Patienten weiter optimiert werden. Von der Hannover Messe erhoffen sich die Maschinenbaustudenten deshalb Kontakte zu interessierten Entwicklern, potenziellen Partnern und Investoren.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf MM Maschinenmarkt.

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